Fundsachen gehen bei NordWestBahn auf lange Reise / Pendlerin hätte sich klare Aussage gewünscht Bis zu sechs Monate Wartezeit

Osterholz-Scharmbeck. Christiane Bodammer ist empört: Die Lehrerin an den Berufsbildenden Schule (BBS) Osterholz-Scharmbeck kommt aus Bremen und nutzt täglich die NordWestBahn (NWB), um an ihren Arbeitsplatz in der Kreisstadt zu gelangen. "Eigentlich ist es eine tolle Sache", erklärt sie. Schneller komme man "als Berufspendler nicht von A nach B". Doch seit einiger Zeit fährt sie mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch - der Grund ist eine verlorene Schriftrolle.
18.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Markwort

Osterholz-Scharmbeck. Christiane Bodammer ist empört: Die Lehrerin an den Berufsbildenden Schule (BBS) Osterholz-Scharmbeck kommt aus Bremen und nutzt täglich die NordWestBahn (NWB), um an ihren Arbeitsplatz in der Kreisstadt zu gelangen. "Eigentlich ist es eine tolle Sache", erklärt sie. Schneller komme man "als Berufspendler nicht von A nach B". Doch seit einiger Zeit fährt sie mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch - der Grund ist eine verlorene Schriftrolle.

Anfang Mai hatte sie diese gedankenverloren in einem Zug des regionalen Verkehrsunternehmens liegen gelassen. "Bemerkt habe ich es allerdings erst zu Hause", erinnert sie sich. Sofort habe sie auf der Internetseite ein entsprechendes Suchformular ausgefüllt und abgeschickt. Einen Tag später sei ihr eine vorformulierte Antwort zugekommen. "In der hieß es", sagt sie, "dass dem Unternehmen mein Anliegen sehr wichtig sei und es schnellstmöglich bearbeitet würde". Getan habe sich seither allerdings nichts. Einige Tage später habe sie das Büro am Bremer Hauptbahnhof aufgesucht, um sich erklären zu lassen, wie man bei der NWB mit Fundstücken umginge. Als sie ihrem Unmut über die (aus ihrer Sicht) lange Bearbeitungsdauer kundtat, habe sie von einem Mitarbeiter den lapidaren Kommentar erhalten, sie hätte ja nichts liegen lassen müssen. "Das ist doch keine Art, mit seinen Kunden umzugehen", empört sich die Pädagogin noch immer.

Dem stimmt Katrin Hofmann, Pressesprecherin der NWB, uneingeschränkt zu. "Der Mitarbeiter hat sich unpassend ausgedrückt", bedauert sie. Die lange Wartezeit bei der Rücksendung von Fundsachen erklärt sie mit der "langen Reise, die verlorene Stücke vor sich haben". Zunächst würden diese von Servicemitarbeitern, dem Fahrzeugführer oder dem Reinigungspersonal an die jeweiligen Meldestellen - in diesem Fall nach Bremen oder Bremerhaven - gebracht. Hofmann: "Unser Partner und Gesellschafter, die Verkehr- und Wasser GmbH (VWG) aus Oldenburg, sammelt die Fundstücke an den Meldestellen ein." Je nach Bedarf würden diese angefahren, was ebenfalls eine Zeit dauern könne.

Anschließend würden sie in das virtuelle Fundbüro eingepflegt und bis zu sechs Monate verwahrt. Zu ihren Besitzern kehrten die Stücke durch persönliches Abholen in Bremen, Oldenburg und Bremerhaven oder per Nachnahme (Kosten: 15 Euro) mit der Post zurück. "Kompliziert, aber nicht anders zu handhaben", so Hofmann.

Für Christiane Bodammer wäre das alles "überhaupt kein Problem, wenn ich einfach nur eine vernünftige Auskunft erhielte, ob meine Schriftrolle gefunden wurde oder nicht." Mit lapidaren Kommentaren oder erst gar keiner Benachrichtigung könne sie allerdings nur schwer leben. "Was macht die NWB eigentlich mit lebenswichtigen Medikamenten?", fragt sie sich - und denkt ab und zu über eine Alternative für ihren Arbeitsweg nach.

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