Vier Schüler organisieren eine Lesung mit dem Bremer Autor Michael Jentzsch zugunsten der Tafel

"Blutsbrüder" im Gymnasium

Lilienthal. Vier Gymnasiasten fieberten einer E-Mail entgegen. Einen Buchautoren um eine Benefizlesung zu bitten, das hatten sie zum ersten Mal in ihrem Leben getan. Zwei Tage später war die Zusage von Michael Jentzsch im elektronischen Briefkasten. Am Freitag, 3. Dezember, stellt der Bremer sein Buch "Blutsbrüder" im Gymnasium Lilienthal vor. Um 19 Uhr beginnt im Forum die "Erlebnislesung", die das Publikum mit Wort, Bild und Musik nach Afrika und zurück führen soll. Der Erlös des Abends ist für die Lilienthaler Tafel bestimmt.
27.11.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Undine Zeidler

Lilienthal. Vier Gymnasiasten fieberten einer E-Mail entgegen. Einen Buchautoren um eine Benefizlesung zu bitten, das hatten sie zum ersten Mal in ihrem Leben getan. Zwei Tage später war die Zusage von Michael Jentzsch im elektronischen Briefkasten. Am Freitag, 3. Dezember, stellt der Bremer sein Buch "Blutsbrüder" im Gymnasium Lilienthal vor. Um 19 Uhr beginnt im Forum die "Erlebnislesung", die das Publikum mit Wort, Bild und Musik nach Afrika und zurück führen soll. Der Erlös des Abends ist für die Lilienthaler Tafel bestimmt.

In dem Buch "Blutsbrüder" schildert Jentzsch gemeinsam mit dem Liberianer Benjamin Kwato Zahn "eine mitreißende Geschichte über kindliche Abenteuer im Paradies, einen grausamen Bürgerkrieg, Flucht, den Kampf ums Überleben und die Macht der Freundschaft".

Aufgabe: Projekt gestalten

Die Organisatoren der Lesung sind angehende Abiturienten. Karina Kupsch, Isabelle Freiling, Carsten Ohlrogge und Wiebke Lamperski lernen zusammen im Seminarfachkurs Deutsch. In dessen Rahmen hatten sie die Aufgabe, ein Projekt zu gestalten, bei dem sie ihre "Methoden und Kompetenzen" weiterentwickeln können. Mit Deutsch sollte es ebenfalls zu tun haben, so Freiling. Kupsch ergänzt: "Es ging darum, ein Produkt zu schaffen." Einem guten Zweck sollte es nach dem Wunsch der Schüler ebenfalls dienen.

Sie entschieden sich für eine Lesung zu Gunsten der Lilienthaler Tafel. Dann begaben sie sich auf Autorensuche. In Bremen oder der Umgebung sollte er wohnen und bereit sein, ohne Honorar zu lesen. Michael Jentzsch entsprach dem Gesuchten. Seine Internetseite sei freundlich gestaltet. Das machte ihnen Mut. Die E-Mail war schnell formuliert. Kupsch grinst: "Schließlich sind wir im Deutsch-Leistungskurs." Logisch, dass sie Blutsbrüder gerade lesen oder schon gelesen haben.

Mit Jentzsch kommt ein Autor nach Lilienthal, der viel zu erzählen hat. Bis zu seinem 15. Geburtstag lebte er in Afrika, wuchs am Rande der Sahara im westafrikanischen Niger auf und an der westafrikanischen Küste Liberias. 1990 zwang ihn der Bürgerkrieg zur Flucht nach Deutschland, die Liebe zur Natur und der afrikanischen Kultur nahm er mit. Heute lebt er als Sport- und Englischlehrer in Bremen. Afrika bleibt er verbunden. 2007 wurde Jentzschs Klasse beispielsweise mit dem Bremer Bürgerpreis ausgezeichnet, weil sie beim Unicef-Spendenlauf "Schulen für Afrika" einen Rekord aufgestellt hatte.

Bücher werden signiert

Wer von Buch und Autor beeindruckt ist, kann nach der Lesung sein eigenes Exemplar kaufen und signieren lassen, kündigt Lamperski an. Sie lächelt. "Bald ist Weihnachten." Nun hoffen die Gymnasiasten auf zahlreiche Besucher und auf eine gute Note für die Veranstaltung, die wird wenige Tage später im Seminarfachkursus vergeben.

Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf, für Schüler drei Euro. Weitere Informationen zum Buch unter www.blutsbrueder.de im Internet.

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