Erörterungstermin zur geplanten Verfüllungsgrube in der Nordwohlder Heide / 18 Bürger legen Widerspruch ein Boden- und Naturschutz: Landkreis hat keine Bedenken

Bassum. Gegen das Vorhaben des Stuhrer Unternehmens M+S, eine Verfüllungsgrube in der Nordwohlder Heide (wir berichteten) zu betreiben, haben 18 Anlieger Widerspruch beim Landkreis Diepholz eingelegt. Gestern Nachmittag hat dieser als Genehmigungsbehörde zu einem Erörterungstermin ins Bassumer Rathaus eingeladen. Mit dabei waren Vertreter der Firma und Bürger aus Gräfinghausen und den umliegenden Ortschaften. In Sachen Boden- und Naturschutz gebe es keine Probleme, teilten Kreisverwaltungsmitarbeiter mit. Das Gegenteil sei sogar der Fall.
25.01.2012, 05:00
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Boden- und Naturschutz: Landkreis hat keine Bedenken
Von Christoph Starke

Bassum. Gegen das Vorhaben des Stuhrer Unternehmens M+S, eine Verfüllungsgrube in der Nordwohlder Heide (wir berichteten) zu betreiben, haben 18 Anlieger Widerspruch beim Landkreis Diepholz eingelegt. Gestern Nachmittag hat dieser als Genehmigungsbehörde zu einem Erörterungstermin ins Bassumer Rathaus eingeladen. Mit dabei waren Vertreter der Firma und Bürger aus Gräfinghausen und den umliegenden Ortschaften. In Sachen Boden- und Naturschutz gebe es keine Probleme, teilten Kreisverwaltungsmitarbeiter mit. Das Gegenteil sei sogar der Fall.

Zunächst stellte der von M+S beauftragte Planer Holger Bordeaux das Projekt vor. Die Größe der Verfüllungsdeponie werde 4,75 Hektar groß sein. Die Betriebsdauer betrage etwa zehn Jahre, 20 Lastwagen würden pro Tag montags bis freitags zur Grube hin- und wegfahren. Zusätzliche Bodenschichten, die allein durch den Zweck der Verfüllungsgrube entstehen, würden den Boden "rekultivieren", teilte Frank Lüdemann vom Fachdienst Umwelt und Straße beim Landkreis mit. Deswegen hätte er keine Bedenken.

Viele Anlieger äußerten dagegen gestern ihre Befürchtung, dass der Boden aber bereits belastet sein könnte. Schließlich handele es sich um eine ehemalige Müllgrube, in der sich unter anderem Autowracks und Kühlschränke befinden sollen.

Diese Befürchtung versuchte Holger Bordeaux zu entkräften. "Wir haben zwei Grundwassermessstellen eingesetzt." Die ermittelten Werte seien nicht problematisch. Wenn dort jemals gefährliche Stoffe gelagert hätten, hätten sich diese eventuell verflüchtigt. Wenn nun künftig M+S dort Erdaushübe verfüllt, solle es künftig Proben geben, kündigte Erster Kreisrat Wolfram van Lessen an. Er und Frank Lüdemann sagten auch, dass die Altlasten nicht entfernt werden müssten. "Es gibt behördlich keinen Anlass."

So recht glauben wollten das die anwesenden Bürger aber nicht. "Das Trinkwasser ist ungenießbar", klagte ein Anlieger. Doch das müsse nichts mit dem Gebiet zu tun haben, sagte van Lessen. "Wir haben landesweit erhöhte Nitratwerte."

Christof Jäger, beim Kreis zuständig für Naturschutz, hielt fest, dass das Gebiet kein Biotop sei, das besonderen Schutz benötige. Die Tierwelt sei nicht gefährdet. "Unterm Strich kommt es zu einer Verbesserung der Naturschutzsituation." Auch sei eine "Verfüllung von Boden in einem Landschaftsschutzgebiet nicht verboten". Anliegerin Carmen Baehr klagte über die Eingriffe in die Natur. "Wir wohnen alle bewusst in diesem Gebiet. Und so langsam ist die Gegend am Limit." Zuhörer Jürger Frinker gab zu bedenken, dass die Grundstücke an Wert verlieren würden. Er fragte auch, ob es bei den zehn Jahren Betriebsdauer bleibt oder es auch 20 werden könnten. M+S-Geschäftsführer Bernd Meyer antwortete: "Das kommt auf die Konjunktur an. Wenn es in Deutschland so weiter geht wie jetzt, sind wir in zehn Jahren fertig." Uwe Hartmann befürchtete einen Zusammenhang zwischen der Deponie und dem geplanten Sandabbaugebiet in Stühren (wir berichteten). Werde Sand in der Verfüllungsgrube abgeladen? Das

verneinten Bernd Schreiber, Holger Bordeaux und M+S-Prokurist Axel Habermann. Auch in puncto Lärmbelästigung gebe es keine Bedenken, sagte jedenfalls Bordeaux. Eine Untersuchung des TÜV Nord hätte ergeben, dass die Dezibelgrenzen nicht überschritten werden würden.

Die Widersprüche werden noch rechtlich geprüft, kündigte van Lessen an. "Die Abarbeitung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen."

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