Neuer Getreidespeicher im Braker Hafen Brake: Silo für 24 Millionen Euro

Brake. 24 Millionen Euro werden in den Bau einer neuen Siloanlage im Hafen Brake investiert. Hafenbetreiber Jan Müller baut damit Brake als führenden europäischen Logistikstandort für Agrarprodukte weiter aus.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Brake: Silo für 24 Millionen Euro
Von Hans Ettemeyer

Brake. 24 Millionen Euro investiert die J. Müller-Gruppe in den Bau einer neuen Siloanlage im Hafen Brake. In dem Großspeicher können knapp 50.000 Tonnen Getreide und Futtermittel gelagert werden. Hafenbetreiber Jan Müller baut damit Brake als führenden europäischen Logistikstandort für Agrarprodukte weiter aus. Am Montag war Grundsteinlegung an der Unterweser, Ende 2013 soll das sogenannte Agri-Silo den Betrieb aufnehmen.

61 Meter lang, 22 Meter breit und 80 Meter hoch: Die neue Silo-Anlage der J.Müller-Gruppe wird die Silhouette des Braker Hafens verändern. 24 Millionen Euro investiert J. Müller-Agri in den neuen Großspeicher, für den gestern Nachmittag der Grundstein gelegt wurde. Es ist nach Unternehmensangaben die größte Einzel-investition in der fast 200-jährigen Firmengeschichte. "Der Seehafen Brake baut damit seine führende europäische Position als Agrar-Logistikstandort aus", sagt Jan Müller, der Vorstandsvorsitzende der J. Müller-Gruppe.

"Dies ist ein guter Tag für die Hafenwirtschaft in Brake", sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) bei der Grundsteinlegung. "Brake ist nicht nur der führende Hafen für Getreide und Futtermittel in Deutschland, Brake hat sich auch zu einem modernen Spezialhafen entwickelt, der sich mit vielen Dienstleistungen zwischen den großen europäischen Universalhäfen erfolgreich behauptet."

Silo steht auf 360 Betonpfählen

47000 Tonnen Getreide und Futtermittel fasst das neue Braker Silo. Bereits Anfang Oktober haben die Bauarbeiten begonnen. Der Speicher wird auf 360 Betonpfählen gegründet. Sie reichen bis zu 19 Meter tief in den Boden. Mit dem neuen Großspeicher steigt die Lagerkapazität von J. Müller-Agri auf mehr als 500000 Tonnen. Brake gehört damit neben dem belgischen Gent zu den führenden Agrar-Logistikstandorten in Europa.

Die Umschlagsmengen im Agrarbereich sind nach Angaben des Unternehmens in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. In Spitzenzeiten hätten die Silokapazitäten in Brake nicht mehr ausgereicht. Mit dem neuen Speicher könnten die Löschvorgänge jetzt verschlankt und die Umschlagsgeschwindigkeit erhöht werden. Die Investition sei auch notwendig geworden, um den Kundenanforderungen nach mehr separatem Lagerraum zu genügen, sagt Vorstandschef Jan Müller. Ein weiterer Grund für den Neubau seien die steigenden Qualitätsanforderungen der Lebensmittelindustrie.

Durch den Großspeicher werden nach Angaben des Unternehmens unmittelbar keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Die Investition helfe jedoch, die bestehenden 110 Arbeitsplätze der Müller-Agri zu sichern. Insgesamt hat die Müller-Gruppe an ihren beiden Standorten Brake und Bremen 400 Mitarbeiter. Sie erwirtschaften einen Bruttoumsatz von knapp 100 Millionen Euro.

Parallel zum Bau des neuen Silos müsse nun die Südpier des Braker Hafens ausgebaut werden, fordert Firmenchef Müller, damit dort künftig zwei Großschiffe gleichzeitig abgefertigt werden können. Bislang gebe es dafür von der landeseigenen Hafengesellschaft Niedersachsenports jedoch noch keine Zusage.

Müller hofft außerdem darauf, dass es bald mit der Weservertiefung weitergeht. "Nur 90 Zentimeter mehr Tiefgang und die großen Frachter mit einer Länge von bis zu 270 Metern könnten voll beladen den Braker Hafen anlaufen", sagt er. Das bedeute pro Schiff 10000 Tonnen mehr Ladung. Momentan sind die Arbeiten an der Weservertiefung ausgesetzt. Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt noch wegen einer Klage des Naturschutzbundes.

Das neue Silo ist nicht die einzige Investition der Müller-Gruppe in Brake. Bereits Anfang Oktober hat das Unternehmen neue Lagerflächen am Niedersachsenkai in Betrieb genommen. Rund zwei Millionen Euro flossen in den Bau des 45000 Quadratmeter großen Areals, auf dem schwere Anlagenteile unter anderem aus dem Windenergiebereich gelagert werden sollen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+