Neben Trainer Klaus Gelsdorf werden sechs etablierte Stammkräfte den Fußball-Bremen-Ligisten Richtung Bremer SV verlassen Brinkumer SV schlittert in eine ungewisse Zukunft

Brinkum. Beim Brinkumer SV überschlagen sich derzeit die Ereignisse, die erste Herren-Mannschaft, die sich noch im vergangenen Sommer als überragender Meister der Fußball-Bremen-Liga feiern lassen durfte, zerfällt in ihre Bestandteile. Zur neuen Saison wird sie nicht mehr existent sein. Neben Trainer Klaus Gelsdorf, der zum Ligakonkurrenten Bremer SV wechselt, werden sechs etablierte Stammkräfte den Klub mit gleichem Ziel verlassen. Gelsdorf scharrt altbewährte Kräfte um sich, während in Brinkum zurzeit niemand so recht weiß, wie es weitergehen soll.
05.05.2010, 01:31
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Brinkumer SV schlittert in eine ungewisse Zukunft
Von Jens Hoffmann

Brinkum. Beim Brinkumer SV überschlagen sich derzeit die Ereignisse, die erste Herren-Mannschaft, die sich noch im vergangenen Sommer als überragender Meister der Fußball-Bremen-Liga feiern lassen durfte, zerfällt in ihre Bestandteile. Zur neuen Saison wird sie nicht mehr existent sein. Neben Trainer Klaus Gelsdorf, der zum Ligakonkurrenten Bremer SV wechselt, werden sechs etablierte Stammkräfte den Klub mit gleichem Ziel verlassen. Gelsdorf scharrt altbewährte Kräfte um sich, während in Brinkum zurzeit niemand so recht weiß, wie es weitergehen soll.

Fakt ist, dass Ontje Abendroth, Tobias Klemptner, Ole Laabs, Kolja Sternke, Storven Schlicker und Denis Spitzer in Kürze das blau-weiße Brinkum-Trikot gegen das blau-weiße Bremer tauschen werden. Die Beweggründe dürften bei allen Beteiligten ähnlich gelagert sein, stellvertretend sagt Kolja Sternke: 'Ich pflege ein sehr gutes Verhältnis zum Trainer Klaus Gelsdorf. Seine taktische Einstellung und der Ablauf der Übungseinheiten waren immer top.'

Darüber hinaus möchte er - mit mittlerweile 30 Jahren - gerne auch in Zukunft um die Meisterschaft in der Bremen-Liga mitspielen. Beim Bremer SV ist das möglich, beim Brinkumer SV demnächst wohl nicht mehr. Zudem seien die Trainingsbedingungen beim neuen Verein dank des Kunstrasenplatzes gänzlich andere als beim alten. 'In Brinkum war das immer sehr eingeschränkt', erklärt Sternke und denkt mit Unbehagen an den vergangenen harten Winter zurück.

Jetzt gehe es für ihn und seine Kollegen vor allem darum, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen. Gestern Abend mussten die Brinkumer bei der SG Aumund-Vegesack ran (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet, einen ausführlichen Spielbericht finden Sie in unser morgigen Ausgabe).

Dass die Strukturen beim Brinkumer SV - vorsichtig formuliert - nicht eben die besten sind, ist nichts Neues und sind nicht nur Christian Kudla seit langem ein Dorn im Auge. Etliche Gespräche seien in der Vergangenheit mit der Gemeinde geführt worden, um wenigstens einen Kunstrasenplatz installieren zu können - bis dato ohne Erfolg. 'Das ist wirklich frustrierend', klagt Kudla, dem die jüngste Entwicklung spürbar zugesetzt hat. Als Manager hat er nach vielen Jahren 'ehrenamtlicher Arbeit', wie er betont, nun einen Schlussstrich gezogen. Zukünftig fungiert Kudla nur noch als 2. Vorsitzender des Brinkumer SV.

Was bleibt? 'Jahre voller Arbeit, in denen ich mich Tag und Nacht mit Klaus Gelsdorf ausgetauscht habe, um hier etwas aufzubauen.' Sportlich ist das zweifelsfrei gelungen, Brinkum etablierte sich als das Spitzenteam in Bremens höchster Spielklasse. Doch das ist jetzt Vergangenheit.

Herkules-Aufgabe

Auf Kudla-Nachfolger Frank Kunzendorf wartet eine Herkules-Aufgabe. Zwar haben diverse A-Junioren ihre Zusage für eine weitere Zusammenarbeit im Herrenbereich gegeben, aber dennoch zeichnet sich das neue Gesicht der Mannschaft bislang nur in ganz schwachen Konturen ab, zumal sich weitere Etablierte des aktuellen Kaders noch nicht zu ihrer Zukunft äußerten. Beispiel: Güven Ayik. 'Güven sucht einen Arbeitsplatz, das ist seine Bedingung, aber für uns schwierig zu realisieren', sagt Kunzendorf. Deshalb bringe sich der Stürmer auch bei anderen Klubs ins Gespräch.

Tendenz: Güven Ayik wird den Brinkumer SV verlassen. 'Es ist aber klar: Nur mit unseren Talenten geht es nicht. Wir brauchen noch den einen oder anderen erfahrenen Spieler', betont Kunzendorf. Gespräche würden laufen, ob es aber zu Einigungen kommt, steht in den Sternen. Die Zukunft bleibt ungewiss.

So ist der angestammte Gelsdorf-Nachfolger Volker Hopp angesichts der aktuellen Entwicklung offenbar ins Grübeln geraten. Gestern Mittag erklärte der DFB-Stützpunkttrainer gegenüber unserer Zeitung nur, dass er sich 'derzeit nicht erklären' wolle. 'Ich bitte um Verständnis.' Für gestern Abend war ein weiteres Gespräch der Brinkumer Verantwortlichen mit Volker Hopp anberaumt. 'In den nächsten Tagen werden wir uns dann in dieser Angelegenheit äußern können', glaubt Frank Kunzendorf. Man dürfe jedoch nicht erwarten, dass sich alle Fragezeichen innerhalb von zwei, drei Wochen beseitigen ließen.

Brinkum braucht Zeit - und die richtigen Worte, um der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass es in der kommenden Saison wohl erst mal nur um den Klassenerhalt gehen wird. Der wäre schon eine ganze Menge wert.

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