Eberhard Schumann stellt bis zum 23. Mai Bilder von Fluss- und Talquerungen im Rathaus von Bruchhausen-Vilsen aus

Brücken, wohin das Auge blickt

Bruchhausen-Vilsen. Nein, es sind nicht irgendwelche Brücken, die derzeit im Rathaus von Bruchhausen-Vilsen auf Fotoleinwänden zu bewundern sind. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind aus Stein.
24.02.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Nein, es sind nicht irgendwelche Brücken, die derzeit im Rathaus von Bruchhausen-Vilsen auf Fotoleinwänden zu bewundern sind. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind aus Stein. Und sie sind fotografiert vom ortsansässigen Fotografen Eberhard Schumann. Bereits im vergangenen Herbst konnte man die Ausstellung im Syker Kreismuseum bewundern (wir berichteten), nun also auch in Schumanns Heimatgemeinde, im Rathaus von Bruchhausen-Vilsen.

Gestern eröffnete Fleckenbürgermeister Peter Schmitz die Ausstellung mit rund 40 großen Bildern und noch einmal rund 25 Postern von Steinbrücken. Es ist eine Auswahl der rund 150 Brückenbilder, die Schumann im Laufe der vergangenen Jahre zusammengetragen hat. Historische Objektfotografie sei seine Leidenschaft, so Schumann. Historische Rathäuser, alte Wind- und Wassermühlen hat er bereits auf Zelluloid gebannt, „mein jüngstes Projekt ist die Firma Borgward“. Und dazwischen eben die Steinbrücken, für deren Fotos Schumann quer durch ganz Deutschland reiste.

„Und zwar nicht mittels eines Navigationssystems, sondern nur anhand von Karten“, erzählte der Fotograf. „Man verfährt sich dabei auch schon mal – und was glauben Sie, was man dabei alles entdecken kann.“ Seine Routen plant er anhand von topografischen Karten. Aber Schumann gibt sich nicht alleine mit dem Ablichten der Brücken zufrieden, er recherchiert auch ihre Geschichte. Diese ist in Kurzfassung unter den Postern nachzulesen – oder später dann in einem ausführlichen Bildband.

Fasziniert von Brücken

Die kleinste Brücke, die Schumann fand, ist eine Brücke in einem Berliner Park, mit einem Meter Durchlass, 50 Zentimetern Höhe und einer Länge von fünf Metern. „Die größte Brücke ist die Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtland, „die größte Ziegelsteinbrücke der Welt“, wie Schumann herausfand. „26 Millionen Steine wurden verbaut. 1851 wurde sie mit 78 Metern Höhe und 584 Metern Länge fertiggestellt.“ Fasziniert ist Schumann auch von der Zollbrücke in Magdeburg, einer seiner Lieblingsbrücken, die 2008 alte historische Figuren neu aufgesetzt bekam. Auch eine alte Steinbrücke, die demnächst nicht mehr zu sehen ist, hat Schumann vor die Linse genommen: Die Eisenbahnbrücke in Verden. „Die Brücke stammt aus dem Jahr 1847, 224 Züge fahren täglich darüber, jetzt wird sie bald abgerissen, die neue Brücke ist schon im Bau“, weiß Schumann zu berichten. Neue Brücken aus Spannbeton, das habe ihm eine Bahnmitarbeiter bestätigt, hielten zwar lange nicht so gut wie die alten Steinbrücken, dennoch würden heute keine Brücken mehr aus Stein errichtet. „Zu teuer“, habe ihm der Bahnmitarbeiter erklärt. Eine kleine Weserbrücke in der Nähe von Minden, die Schumann 1992 schon fotografierte, gebe es mittlerweile nicht mehr. „Keiner weiß, was damit passiert ist“, so der Fotograf. Somit dokumentieren seine Fotos auch steinerne Zeugen der Vergangenheit. Die älteste, aber noch vorhandene Brücke, die der Autodidakt Schumann ablichtete, ist die 1135 gebaute Römerbrücke in Trier, die jüngste Brücke stammt aus dem Jahr 1930.

Die Ausstellung über historische deutsche Steinbrücken ist im Rathaus der Samtgemeinde noch bis zum 23. Mai zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

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