Verein Arco aus Osterholz ermöglicht das Erlernen eines Streichinstruments / Schüleraustausch mit Izmir

Brücken zwischen den Kulturen sollen geschlagen werden

Osterholz.Im Oktober begegnen sich rund 40 Schüler aus Bremen und Izmir in der türkischen Stadt in einem interkulturellen Austausch. Der Verein Arco aus Osterholz bietet Kindern unterschiedlicher Herkunft sowie aus sozialem Umfeld die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen.
02.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sandy Bradtke

Im Oktober begegnen sich rund 40 Schüler aus Bremen und Izmir in der türkischen Stadt in einem interkulturellen Austausch. Der Verein Arco aus Osterholz bietet Kindern unterschiedlicher Herkunft sowie aus sozialem Umfeld die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen. Der Ausschuss für Soziales, Jugend und Nachbesserung des Beirates Osterholz unterstützt den geplanten Jugendmusikaustausch des Vereins. Die Mittel müssen jedoch noch vom Beirat bewilligt werden.

Als an der Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) vor einigen Jahren Streicherklassen eingerichtet wurden, habe Musiklehrerin Sylvia Klingler schnell gemerkt, dass nicht für jede Familie solch ein Instrument erschwinglich ist. „Vor vier Jahren riefen wir deshalb einen Förderverein für Kinder, die ein Musikinstrument lernen wollen, ins Leben“, erzählte Klingler den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales, Jugend und Nachbesserung in Osterholz bei der jüngsten Sitzung.

„Es gibt in Bremen ganz wenig Projekte dieser Art“, betonte Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter. Sylvia Klingler ist Musiklehrerin an der GSO und in der Waldorfschule Osterholz. Die Oberneulanderin gründete ein schulübergreifendes Orchester mit diesen beiden Schulen. „Wir haben jetzt sogar schon ein zweites Orchester“, berichtete Klingler. Mehr als 70 Schülerinnen und Schüler würden derzeit den beiden Streichorchestern angehören.

„Im Moment sind wir noch sehr stark auf Streichinstrumente ausgelegt. Bei den türkisch- und russischstämmigen Kindern sind das vertraute Klänge. Das Instrument ist sehr beliebt“, erzählte die Musiklehrerin. Das Ziel des Fördervereins ist laut Klingler nicht die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend musiziert“. Es sollen vielmehr Brücken zwischen den Kulturen geschlagen werden. Im Orchester musizieren Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren aus Osterholz, die sehr unterschiedliche soziale wie kulturelle Hintergründe haben.

Für den Austausch verfolgt Klingler die Pädagogik der Waldorfschule und verbindet Musik und Theater miteinander. „Diese beiden Elemente zusammen bedeutet nonverbale Kommunikation erster Klasse“, unterstrich Klingler. Durch den Austausch können nach ihrer Aussage Ängste überwunden werden. „Es ist eine Chance, die Kultur des jeweils anderen kennenzu- lernen“.

Der Jugendmusikaustausch wird unterstützt von Tabea, der Diakonischen Stiftung der Evangelischen Kirchengemeinde Oberneuland, sowie von privaten Spendern sowie der Waldemar-Koch-Stiftung. Der Beirat Osterholz könnte das Projekt mit 2000 Euro fördern. „Das Zusammenführen der Kinder ist wichtig“, sagte dazu Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter. Jede Musikgruppe wird acht Tage in dem jeweils anderen Land verbringen und gemeinsam für Aufführungen proben. Einige der Bremer Jugendlichen sprechen Türkisch und geben den deutschsprachigen Jugendlichen einen Einführungskursus in die türkische Sprache als Vorbereitung auf den Austausch. „Der Türkischkurs hat bereits in der Gruppe viel bewegt und die Jugendlichen zusammengeschweißt“, sagte Klingler.

Im Frühjahr 2015 findet der Gegenbesuch der Schüler aus Izmir statt. Das Konzert soll mit zweisprachigen Schauspieleinlagen der Inklusionsklasse mit Schauspielprofil der GSO belebt werden. Die Gäste aus Izmir erwartet dann ebenso eine zweisprachige, szenische Stadtführung durch Bremen.

Weitere Informationen über den Verein Arco gibt es im Internet unter www.arco-bremen.de.

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