Umwelt Bürgeranhörung zum Biomassekraftwerk

Ottersberg. Die Firma Buss hat offensichtlich einen Vorvertrag mit der Investorenfirma La Mont abgeschlossen, und auch der im Vorfeld kritische Naturschutzbund (NABU) stimmt dem Großprojekt auf Ottersberger Boden zu. Das sind die wesentlichen Neuigkeiten am so genannten „Runden Tisch“ zum geplanten Biomassekraftwerk in Ottersberg.
23.01.2010, 14:39
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Bürgeranhörung zum Biomassekraftwerk
Von Uwe Dammann

Ottersberg. Die Firma Buss hat offensichtlich einen Vorvertrag mit der Investorenfirma La Mont abgeschlossen, und auch der im Vorfeld kritische Naturschutzbund (NABU) stimmt dem Großprojekt auf Ottersberger Boden zu. Das sind die wesentlichen Neuigkeiten am so genannten „Runden Tisch“ zum geplanten Biomassekraftwerk in Ottersberg.

Zum Hintergrund: Rund 32 Millionen Euro will die Berliner Firma La Mont in das Vorhaben in Ottersberg investieren. Durch die Verbrennung von 50000 bis 60000 Tonnen naturbelassener Holzabfälle (Grünabfälle, Holz, Holzschnitzel) soll Dampf erzeugt werden, der wiederum als Wärme von der benachbarten Firma Buss genutzt oder auch in ein privates Wärmenetzwerk eingespeist werden kann.

Seit etwa einem Jahr wird im Flecken Ottersberg intensiv und kontrovers über die Ansiedlung des Kraftwerkes diskutiert. Der jetzt einberufene „Runde Tisch“ war bereits die dritte Bürgeranhörung zum Thema. Doch diesmal in einer völlig neuen Form.

An der Runde in der Aula der Wümmeschule nahmen die beiden Projektleiter der Firma La Mont, Fred Fröhlich und René Koht, teil, das Gewerbeaufsichtsamt hatte eine Mitarbeiterin entsandt, vom Kreisbauamt, Straßenbauamt, Naturschutzbund, von der Bürgerinitiative Lebensqualität, vom Verein der Selbstständigen und von allen Ottersberger Ratsfraktionen saßen Vertreter am Tisch.

Moderiert von Jörg Rainals wurden in der ersten Runde Fragen und Antworten zum geplanten Projekt ausgetauscht, ehe im Anschluss die Bürger zu Wort kamen. Das neue Diskussionsforum hatte für die rund 130 Besucher der Versammlung den Vorteil, dass das Ganze in einem sachlichen und informativen Rahmen über die Bühne ging.

Die Zuhörer erfuhren von Projektleiter Koht, dass der Ottersberger Lebensmittelhersteller Buss einen Vorvertrag mit La Mont über einen längeren Zeitraum – 10 bis 15 Jahre – abgeschlossen habe. Das bestätigte Buss-Geschäftsführer Manfred Petersen. Der NABU erwartet nun nicht mehr – wie noch vor einigen Monaten – eine großflächige Ausräumung des Waldbodens wegen des Kraftwerkes, das nach dem Rohstoff Holz lechzt.

Juckepunkt ist und bleibt aber die Verkehrsbelastung des Ortskerns durch Schwerlasttransporter, die das Holz zum Kraftwerk liefern. Die müssen weitgehend durch die Ortsmitte fahren und belasten die Große und die Grüne Straße.

Rund 12 Lkw mit einer Last von 20 Tonnen werden dann täglich zusätzlich auf der Hauptverkehrsstraße erwartet. „Das kann für die Anlieger das Fass zum Überlaufen bringen“, sagte SPD-Vertreter Bachmann und kündigte an, dass die SPD dem Projekt nur zustimmen werde, wenn Am Damm/Grüne Straße ein Kreisel gebaut wird. Den Kreisel befürwortet auch der Sprecher des Straßenbauamtes.

Sein Amt hatte dort eine Verkehrsbelastung von über 12000 Fahrzeugen täglich gezählt. Nur, wer den Kreisel bezahlen soll, bleibt unklar. Das Land hat kein Geld, so der Sprecher, und der Flecken Ottersberg bekanntlich auch nicht. Ungeklärt blieb auch die Frage, wie und wo die Asche entsorgt werden soll, die in dem Kraftwerk anfällt.

Wolfgang Schliesznus von der Bürgerinitiative konnte außerdem nicht nachvollziehen, dass die Investoren bis heute keine Referenz über einen Kraftwerkbau vorgelegt haben, der von La Mont realisiert worden ist. La Mont-Sprecher Fröhlich verwies zwar auf Projekte in Uruguay und Spanien, die seien aber aus unterschiedlichen Gründen zurzeit nicht zu kontaktieren.

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