Von Austritt benzolverseuchten Wassers nicht informiert worden / Auch Kritik an Behörden

Bürgermeister ärgert sich über RWE Dea

Dass auf der RWE Dea-Erdgasförderstelle Z1 in der Völkerser Feldmark mit Benzol verseuchtes Wasser ausgetreten ist, hat auch der Bürgermeister des Fleckens Langwedel nicht gewusst. Andreas Brandt erfuhr davon erst am Mittwoch dieser Woche, zwei Monate nach dem Vorfall, und war nicht amüsiert.
11.11.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bürgermeister ärgert sich über RWE Dea
Von Anke Landwehr

Dass auf der RWE Dea-Erdgasförderstelle Z1 in der Völkerser Feldmark mit Benzol verseuchtes Wasser ausgetreten ist, hat auch der Bürgermeister des Fleckens Langwedel nicht gewusst. Andreas Brandt erfuhr davon erst am Mittwoch dieser Woche, zwei Monate nach dem Vorfall, und war nicht amüsiert.

Langwedel. Es war gegen 17 Uhr, als Andreas Brandt am Mittwoch seine digitale Post öffnete. Darunter als Kopie die Anfrage der BUND-Kreisgruppe an den Landkreis Verden mit dem angefügten anonymen Hinweis auf die durch einen technischen Defekt verursachte Panne.

Die Mail lesen und zum Telefonhörer greifen, war eins. Brandt beschwerte sich bei Sven Burmester, dem Leiter des Förderbetriebs Niedersachsen der RWE Dea in Schülingen, dass man ihn über den Zwischenfall in Unkenntnis gelassen habe.

"Auf unserem Gebiet passiert"

Der Bürgermeister ist auch über die zuständigen Behörden verärgert. Weder das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), noch der Landkreis Verden hätten es für nötig gehalten, die Gemeinde zu informieren. Brandt: "Das wäre doch wohl angebracht gewesen, schließlich ist das auf unserem Gebiet passiert."

Wie berichtet, begründet Burmester das Stillschweigen damit, dass von dem kontaminierten "Lagerstättenwasser" keine Gefahr für die Bevölkerung ausgehe. Ein Argument, das auch der Bürgermeister hörte. Verständnis hatte er dafür nicht. "Beim letzten Erdbeben im Raum Langwedel hat uns die RWE sofort angerufen. Warum also diesmal nicht - zudem wir sonst einen guten Kontakt zu dem Unternehmen haben."

Brandt bat Burmester um eine schriftliche Schilderung des Vorfalls und seiner Auswirkungen, um gestern Abend bei der Sitzung des Ortsrates Völkersen Bericht erstatten zu können. "Das hat er zugesagt", so der Bürgermeister, der im Nachhinein auch mit der Verwunderung eines Völkersers etwas anfangen kann. Der hatte von ihm wissen wollen, was es mit dem von ihm beobachteten vermehrten Lkw-Verkehr in Völkersen auf sich habe. Wie berichtet, werden laut Burmester jeden Tag rund 60 Kubikmeter verseuchtes Wasser abgefahren. Weil die Förderstelle weit außerhalb des Dorfes liegt, war das aber kaum jemandem aufgefallen. Nicht einmal Ortsbürgermeister Hermann Heimsoth wusste Bescheid. "Ich habe das erst vom Bürgermeister erfahren."

Andreas Brandt will der RWE Dea in Schülingen jetzt alle seine Verbindungsdaten schicken. "Damit die mich jederzeit und immer erreichen können. Falls ein Schadensfall eintritt, möchte ich künftig unverzüglich informiert werden." In den Vorgang eingeweiht war der Trinkwasserverband Verden. Geschäftsführer Marcel Meggeneder: "Wir sind vom Landkreis informiert worden."

Weil die Förderstelle Z1 außerhalb von Wasserschutzgebieten liege, sei eine Kontamination von Trinkwasser nicht zu befürchten, sagt Meggeneder.

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