Protestierende Eltern in Thedinghausen enttarnen Kommunalpolitiker / "Grenzüberschreitung" Bürgermeister tritt zurück - als Nikolaus

Thedinghausen. Er schmeißt die Brocken hin: Und das ausgerechnet wenige Tage vor dem 6. Dezember. In Thedinghausen ist der Nikolaus von seinem Amt zurückgetreten. Auf dem Weihnachtsmarkt war Diethelm Ehlers noch als Nikolaus unterwegs und hatte die Kinder beschenkt. Nun hat Ehlers, der nebenbei auch noch Thedinghauser Bürgermeister ist, die Faxen dicke und will nicht mehr. Nein, nicht als Bürgermeister, sondern als Nikolaus. Schuld haben die Eltern der Kinderarche in Thedinghausen. "Sie haben mich in meiner Funktion als Nikolaus persönlich verletzt", schreibt Ehlers gekränkt in einer öffentlichen Erklärung und bezieht sich damit auf eine Protestveranstaltung der Eltern der Kinderarche Thedinghausen, die den Markt zum Anlass genommen hatten, gegen die Schließung ihrer Einrichtung zu protestieren.
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Bürgermeister tritt zurück - als Nikolaus
Von Uwe Dammann

Thedinghausen. Er schmeißt die Brocken hin: Und das ausgerechnet wenige Tage vor dem 6. Dezember. In Thedinghausen ist der Nikolaus von seinem Amt zurückgetreten. Auf dem Weihnachtsmarkt war Diethelm Ehlers noch als Nikolaus unterwegs und hatte die Kinder beschenkt. Nun hat Ehlers, der nebenbei auch noch Thedinghauser Bürgermeister ist, die Faxen dicke und will nicht mehr. Nein, nicht als Bürgermeister, sondern als Nikolaus. Schuld haben die Eltern der Kinderarche in Thedinghausen. "Sie haben mich in meiner Funktion als Nikolaus persönlich verletzt", schreibt Ehlers gekränkt in einer öffentlichen Erklärung und bezieht sich damit auf eine Protestveranstaltung der Eltern der Kinderarche Thedinghausen, die den Markt zum Anlass genommen hatten, gegen die Schließung ihrer Einrichtung zu protestieren.

Und das direkt und massiv beim Bürgermeister der Gemeinde. Das Problem ist nur, dass der Bürgermeister nicht als Bürgermeister auftrat, sondern als Nikolaus im roten Mantel und mit weißem Rauschebart. So verkleidet hatte Ehlers offensichtlich angenommen, dass er als Gemeindeoberhaupt gar nicht erkannt wird. Doch die Eltern waren eingeweiht und enttarnten den Nikolaus in aller Öffentlichkeit. "Von einem Vater der Kinderarche wurde ich nach Abschluss der kirchlichen Veranstaltung vom Kirchhof abgeführt und auf dem Rathausplatz von dort wartenden Eltern vor der Presse und anderen Anwesenden vorgeführt. Als ich den Rathausplatz verließ, habe ich mich wie ein verprügelter Hund gefühlt", klagt Kommunalpolitiker Ehlers und empfindet es als "Grenzüberschreitung", dass man den Nikolaus vor den anwesenden Kindern mit seinem richtigen Namen anspricht. "Als Ratsherr und Bürgermeister stelle ich mich gerne der Verantwortung. Aber als Nikolaus bin ich vor Tiefschlägen nicht geschützt", sagt Ehlers

und begründet so seinen Rücktritt.

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