Fast 1,7 Tonnen Lebensmittel Bürgermeister Willy Hollatz gewinnt die Wette

Lilienthal. Bürgermeister Willy Hollatz hat die Wette gewonnen: Er war sich sicher, dass die Lilienthaler es schaffen, binnen drei Wochen eine Tonne haltbarer Lebensmittel für die Lilienthaler Tafel zu spenden. Das hat funktioniert.
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Bürgermeister Willy Hollatz gewinnt die Wette
Von Undine Zeidler

Lilienthal. '13,45; 20,25', diktiert Notar Enno Hartmann die Wiegeergebnisse. Ina Grotelüschen von der Lilienthaler Tafel tippt sie in den Computer ein. Gunther Meckmann und Willy Hollatz wuchten immer neue Kisten auf die Waage. Bei 1333 Kilogramm muss die Liste verlängert werden, bei 1696,050 Kilogramm ist erst Schluss. Es ist geschafft, die Wette gewonnen.

Begleitet vom Applaus der Umstehenden schüttelt Meckmann, Vorsitzender des Lilienthaler Tafelvereins, Bürgermeister Willy Hollatz die Hand. Das hatten die Männer schon einmal getan - Anfang Oktober, als sie per Handschlag die Wette abschlossen.

Hollatz war sich sicher, dass die Lilienthaler es schaffen, binnen drei Wochen eine Tonne haltbarer Lebensmittel für die Lilienthaler Tafel zu spenden. Das hat funktioniert und sowohl Tafelmitarbeiter als auch Bürgermeister waren sich am Sonntag einig: Der wahre Sieger der Aktion ist die Lilienthaler Tafel.

Seit September 2009 teilen 40 ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiter in wechselnden Schichten jeweils dienstags an rund 50 Bedarfsgemeinschaften Lebensmittel aus. Etwa 220 Menschen, davon 61 Kinder, sind bei der Tafel als Kunden eingetragen. Deren Altersdurchschnitt liegt um die 50, so Johanna Volkenborn-Gerds, Meckmanns Stellvertreterin. Gerne würden sie auch die Älteren erreichen, sagt sie.

Fast täglich kamen Spenden

Der Bürgermeister musste nicht lange überredet werden, als Johanna Volkenborn-Gerds ihm die Wettidee für den guten Zweck vortrug. Nur ein kurzer Moment des Zögerns und die stille Frage 'Wettet man über Lebensmittel?' - dann nickte er und ließ sich darauf ein.

Das Wettergebnis und und die Reaktionen der Lilienthaler haben Hollatz? Anfangszweifel im Nachhinein 'positiv revidiert'. Außerdem, so stellte er fest, habe das soziale Netzwerk im Ort funktioniert. Seit dem 4. Oktober warb der Tafelverein für die Wette. Fast täglich kamen Lilienthaler ins Rathaus, brachten, was sie tragen und spenden konnten: eine Tüte Nudeln, Mehl oder Zucker. Der Spendenturm im Flur wuchs und wuchs.

Auch an anderen Stellen wurde im Ort gesammelt. Bodo Aretz steuerte 250 Kilogramm Kartoffeln aus Trupe bei, Thomas Zeisner aus Grasberg spendete 408 Kilogramm Ketchup. Nach dem Erntedankfest brachten die Kirchengemeinden Sankt Marien und Guter Hirt Sankt Martin rund 150 Kilogramm Lebensmittel ins Rathaus. Die Kinder vom Evangelischen Kindergarten füllten einen Bollerwagen, und Hollatz freute sich darüber, dass schon ein Dreijähriger sagte: 'Wir können ja etwas abgeben, was andere gebrauchen können'.

Die Mitglieder des Octagon-Sportvereins sammelten ebenso sowie der Lilienthaler Ortsverein der DLRG und fuhren noch am Auswiegetag mit den Spenden vor: Octagon mit 182 Kilogramm Lebensmitteln und die DLRG mit dem Anfang ihrer Aktion und dem Versprechen des Vorsitzenden Ralf Müller: 'Wir sammeln weiter.' Und während Notar Hartmann die Mengen von der Waage ablas, packte ein Spender noch 9,4 Kilogramm Honig aus Seebergen auf den Tisch.

Alles, was lange haltbar ist, war gefragt - Nudeln, Reis, Kaffee, Konserven. Eines war Meckmann von Anfang an klar: 'Die Tafel kann nur gewinnen, selbst, wenn keine 1000 Spenden-Kilogramm zusammenkommen'. Beim Endstand von 1696,050 Kilogramm holte er tief Luft: 'Wow!' Mit diesem Ergebnis hatte er nicht gerechnet. Es berühre ihn, dass so viele Menschen sich an der Aktion beteiligt hätten. 'Menschen, die uns überhaupt nicht kennen, haben knapp 1,7 Tonnen Lebensmittel zusammengetragen.'

Ob er gewinnt, darum sei es letztlich nicht gegangen, sagte Hollatz. Wichtiger sei ihm, dass die Tafel so viel Zuspruch von den Lilienthalern erfahren habe. Und dann gestand er doch noch, dass ihm zu Beginn der letzten Wettwoche ein wenig bange war, weil laut Tafel bis dahin nur rund 500 Kilogramm Lebensmittel eingegangen waren.

Auch wenn Hollatz gewonnen hat: Einen symbolischen Scheck über 250 Euro brachte er trotzdem mit, und am 9. November will er ab 14.30 Uhr bei der Ausgab helfen - 'um die Arbeit der ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter besser wertschätzen zu können'.

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