Kontroverse Diskussion im Rathaus Bürgerunmut über das Verkehrskonzept

Oyten. Die Gemeinde Oyten hat ein Verkehrsproblem - das ist bei Bürgern, Verwaltung und Politik völlig unstrittig. Der Verkehr quält sich in der Rush-Hour durch die Ortsmitte, weil die Kommune für Pendler in Richtung Bremen eine Art Durchgangsstation ist.
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Bürgerunmut über das Verkehrskonzept
Von Uwe Dammann

Oyten. Die Gemeinde Oyten hat ein Verkehrsproblem - das ist bei Bürgern, Verwaltung und Politik völlig unstrittig. Der Verkehr quält sich in der Rush-Hour morgens und abends durch die Ortsmitte, weil die Kommune für viele Pendler aus den Kreisen Rotenburg und Osterholz in Richtung Bremen eine Art Durchgangsstation auf dem Weg in die Hansestadt ist. Und auch innerörtlich steigt der individuelle Autoverkehr durch die Ausweisung neuer Baugebiete überdurchschnittlich an.

Das sind im Wesentlichen die Gründe, warum die Gemeinde sich schon seit Jahren mit einem umfassenden Verkehrskonzept beschäftigt, das jetzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung vorgestellt wurde. Ob es jemals umgesetzt werden kann, steht aber noch völlig in den Sternen. Der Bürgerprotest von Anliegern gegen eine mögliche neue Verkehrsführung ist groß.

Zum Hintergrund: Das Thema ist nicht neu in Oyten. Bereits seit 2004 diskutiert der Gemeinderat über das Verkehrskonzept, dessen Zwischenergebnisse stets von starker Kritik der Anlieger begleitet wurde. Das war diesmal auch nicht anders: Im proppenvollen Ratssaal machten die Bürger nach der Vorstellung des Konzeptes durch das Planungsbüro ihrem Unmut in der Bürgerfragestunde Luft und lehnten das "neue" Konzept so gut wie unisono ab.

Verlegung der K 2 soll nicht weiter verfolgt werden

Juckepunkt für die Anlieger der Straßen sind gleich verschiedene Bereiche: Die Anwohner wünschen sich eine Verlegung der K 2, doch die ist nach dem Konzept vom Tisch und soll nicht weiter verfolgt werden. Weiter in der Kritik steht die geplante neue Entlastungsstraße zwischen der K 2 am Sagehorner Denkmal und der L 168 im Bereich der Kreuzung "Im Deepen Bund" mit der Anbindung an die Sportanlagen. Auch die geplanten Kreisverkehre in dem Gesamtkonzept - insgesamt sechs - sind vielen Anliegern wegen des großen Flächenverbrauchs ein Dorn im Auge.

Eltern von Schulkindern, die das Schulzentrum an der Pestalozzistraße besuchen, fürchten weiter um die Sicherheit ihrer Kinder, wenn in der Nähe ein Kreisel gebaut wird, den die Schüler auf dem Weg zur Schule passieren müssten. "Es ist doch jetzt schon abzusehen, dass hier etwas passieren wird", rief eine Mutter aufgebracht in den Saal.

Schwerer Stand für Ratsmitglieder

Andere Anlieger betonten, dass sie vor zehn oder 15 Jahren nach Oyten gezogen seien, um in verkehrsberuhigten Tempo-30-Zonen zu wohnen: Jetzt sollen sie zur Entlastungsstraße ausgebaut werden. Die Emotionen gingen hoch in der Bürgerfragestunde und Ausschussvorsitzender Wolfgang Brühl (SPD) war sichtlich bemüht, die Wogen ein wenig zu glätten. Dass die Kommunalpolitiker in dieser Debatte keinen leichten Stand haben, machte CDU-Ratsherr Bodo Becker deutlich: "Wir wissen alle, dass es sich bei diesem Konzept um ein Kompromisspapier handelt", sagte Becker. Doch Fakt sei, dass Oyten ohne eine Veränderung irgendwann den "Verkehrskollaps erleidet". "Wir müssen den starken Verkehr aus dem Ortskern herausbekommen", so Becker. Und eine neue Kreisstraße sei definitiv vom Tisch, weil der Landkreis die nicht bezahlen werde. "Man kann es bei so einer Planung nicht allen recht machen", betonte auch SPD-Ratsherr Ralf Großklaus. Das Vorhaben stehe noch ganz am Anfang. Auch Großklaus

ist der Meinung, dass eine Verlegung der Kreisstraße derzeit nicht bezahlbar sei und obendrein verkehrspolitisch nicht "viel bringt". Bei einer Gegenstimme votierte der Ausschuss zwar nicht für den Bau der neuen Straße, aber dafür, dass die Gemeinde einen Antrag auf Förderung des Vorhabens beim Land Niedersachsen stellen wird. Das Land bezuschusst derzeit solche Entlastungsstraßen mit 75 Prozent der Baukosten. Voraussichtlich wird die Förderung aber demnächst auslaufen, so dass der Antrag spätestens bis zum 15. Februar 2011 eingereicht werden muss.

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