Bundestagskandidatur „Nun möchte ich auch nach Berlin“

Michael Harjes (SPD) aus Ritterhude will Andreas Mattfeldt (CDU) aus Völkersen das Direktmandat abnehmen. Der Verdener Sozialdemokrat Benedikt Pape war bei der Delegiertenwahl unterlegen.
08.02.2021, 17:04
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
„Nun möchte ich auch nach Berlin“
Von Jörn Dirk Zweibrock

Nun ist es amtlich: Michael Harjes (SPD) fordert Andreas Mattfeldt (CDU) bei der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, heraus. Der 56-Jährige Verwaltungsbetriebswirt aus Ritterhude hat sich bei der Delegiertenwahl mit 58 zu 49 Stimmen gegenüber dem zweiten Bewerber für die Bundestagskandidatur im Wahlkreis Osterholz-Verden, Benedikt Pape, durchgesetzt. Die Stimmen wurden am Montagnachmittag vom Verdener Kreisvorsitzenden Bernd Michallik und dem stellvertretenden Osterholzer Kreisvorsitzenden Jürgen Kuck ausgezählt. Obwohl die Verdener mit insgesamt 63 Stimmen über eine Delegiertenstimme mehr verfügen, hat sich im Endeffekt doch der Bewerber aus dem Landkreis Osterholz durchgesetzt. „Nun möchte ich auch nach Berlin“, verkündete Harjes nach der Bekanntgabe des Briefwahl-Ergebnisses.

108 Stimmen – bei einer Enthaltung – wurden nach Aussage von SPD-Kreisgeschäftsführer Roland Güttler abgegeben. Die pro forma notwendige Aufstellungskonferenz mit dem siegreichen Bewerber wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Nachdem die ursprünglich für Mitte Januar angesetzte Vorstellungsrunde der beiden Bewerber im Achimer Kasch pandemiebedingt ausfallen musste, haben sich die beiden Sozialdemokraten den 125 Delegierten Ende Januar bei einer Videokonferenz präsentiert. Im Anschluss daran konnten sich die Delegierten dann per Briefwahl für einen der beiden entscheiden.

„Beide Bewerber um die Bundestagskandidatur haben sich im Vorfeld dazu verpflichtet, das Ergebnis anzuerkennen“, sagte Güttler. Nach der Auszählung der Briefwahlstimmen bedankte sich Harjes auch prompt bei Benedikt Pape für den „fairen Wettkampf“. „Es ist doch toll, dass wir gleich zwei gute und junge Bewerber für die Bundestagskandidatur hatten“, zeigte sich der Verdener SPD-Kreisvorsitzende Bernd Michallik nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zuversichtlich, mit Harjes erfolgreich in den Wahlkampf ziehen zu können.

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Ritterhude ist 46 Jahre alt, ledig und arbeitet in der Bremer Senatskanzlei. Dort ist der diplomierte Verwaltungsbetriebswirt für die Ortsämter und Beiräte zuständig. Außerdem lotst er als Standesbeamter immer wieder Heiratswillige in den Hafen der Ehe. Vor seinem Wechsel ins Rathaus hat er bereits in der Baubehörde und unter Finanzsenatorin Karoline Linnert gearbeitet. Außerdem hat er in der Bremischen Bürgerschaft zwei Untersuchungsausschüssen beigewohnt (Fall Kevin und Klinikskandal).

In seiner Freizeit engagiert sich der passionierte Werder-Fan als Ausbilder bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Auch die Kultur zählt zu seinen Steckenpferden, denn Harjes ist der Organisator des Hammefestes, das natürlich im vergangenen Jahr coronabedingt ins Wasser fallen musste. 2001 ist er in den Ritterhuder Gemeinderat eingezogen, fünf Jahre später wurde er dann stellvertretender Vorsitzender der Ratsfraktion seiner Heimatgemeinde. Außerdem ist er in Osterholz als Kreiskassierer seiner Partei tätig.

Für die Genossen tritt Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidat an. „Regierungserfahren, durchsetzungsstark, überlegt und verbindlich“ – so charakterisiert Harjes den früheren Hamburger Bürgermeister. Im von der Pandemie überschatteten Wahlkampf will der Ritterhuder neben Online-Aktivitäten auch verstärkt auf den persönlichen Kontakt zu den Wählern setzen, beispielsweise in Form von Telefonkonferenzen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+