Lilienthal Business-Damen fordern mehr Frauenanteil in Aufsichtsräten

Lilienthal. Eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Jetzt wollen Business-Frauen den Druck erhöhen. "Wir setzen uns für mehr Frauen in den Führungsetagen der Wirtschaft ein", sagen Christiane Niebuhr-Redder und Petra Navel.
01.03.2010, 08:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Göckeritz

Lilienthal. Eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Jetzt wollen Business-Frauen den Druck erhöhen. "Wir setzen uns für mehr Frauen in den Führungsetagen der Wirtschaft ein", sagen Christiane Niebuhr-Redder und Petra Navel. In Bürgermeister Willy Hollatz haben sie einen prominenten Unterstützer gefunden.

Die Damen gehören zum deutschen Ableger einer internationalen Gesellschaft, die für mehr Teilhabe von Frauen in den Führungspositionen von Unternehmen eintritt. Der Business and Professional Women Club (BPW) hat auch in Bremen einen Ableger und mit der Lilienthaler Freiberuflerin Petra Navel eine Mitstreiterin, die im Umland für die Forderung wirbt. Dabei sollen gezielt Prominente und Führungskräfte mit ins Boot geholt werden.

Frauen sind immer noch unterrepräsentiert, deshalb unterstützt der BPW Forderungen, die in der im Oktober 2008 veröffentlichten Nürnberger Resolution festgehalten sind. Demnach soll gesetzlich verankert werden, dass Aufsichtsräte in deutschen Aktiengesellschaften innerhalb der nächsten drei Jahre jeweils mindestens zu 40 Prozent von Frauen und Männern zu besetzen sind. Christiane Niebuhr und Petra Navel fordern dazu eine Definition von Qualifikationsstandards für männliche und weibliche Aufsichtsratsmitglieder und eine entsprechende gesetzliche Verankerung.

Teil der Forderung ist der Aufbau und die Weitereentwicklung einer zentralen Datenbank, in die sich alle potenziellen Aufsichtsratsmitglieder eintragen können und nicht zuletzt wollen die Business-Damen ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, das eine Erhöhung der Frauenanteils in Führungspositionen der Wirtschaft vorschreibt. Für Christiane Niebuhr-Redder ist jetzt die Zeit für eine groß angelegte öffentliche

Initiative. Denn eine sich von der Wirtschaft auferlegte Selbstverpflichtung habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. 'Weiter abwarten bringt nichts, jetzt müssen wir fordern und uns engagieren', so die erste Vorsitzende des Bremer BPW-Clubs und Sprecherin von rund 80 Mitgliedern. Druck soll unter anderem über den Verband der Unternehmerinnen oder auch die Industrie-und Handelskammern erzeugt werden. Druck soll aber insbesondere über die Öffentlichkeit gemacht werden.

So sei die Resolution im Süden der Republik schon von vielen Bürgermeistern, Gleichstellungsbeauftragten und Abgeordneten unterschrieben worden. Im Norden sei die Bremer Projektgruppe die erste, die die mit Unterschriftenlisten und Onlinemeldungen Frauen und Männer dazu aufruft, ihre Stimme zu geben.

Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz unterstützte die Forderungen mit seiner Unterschrift. Er räumte im Gespräch mit den Business-Damen einen durchaus vorhandenen Nachholbedarf auch in unserer Region ein. Am Beispiel der Rathausmannschaft werde deutlich, dass Frauen zwar maßgeblich in der Verwaltung vertreten, aber nicht in den Führungspositionen zu finden sind.

Der BPW-Club Bremen informiert Mitglieder und Neueinsteigerinnen regelmäßig auf ihren Clubabenden im Bremer Schütting. Dazu treffen sich die Business-Damen neuerdings auch an 'neutraler Stelle'. Das Restaurant Delano in der Bremer Innenstadt ist der Ort, an dem sich die Mitstreiterinnen in vierwöchentlichem Rhythmus immer sonntags, beginnend am 7. März, austauschen. Beginn ist jeweils um 10 Uhr.

Petra Navel und Christiane Niebuhr-Redder wollen sich weiter einsetzen. Dass es geht, zeigt das Beispiel Norwegen. Dort ist die Frauenbeteiligung in Aufsichtsräten gesetzlich vorgeschrieben.

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