Mitgliederversammlung spricht sich einstimmig für den Ersten Gemeinderat als Nachfolger von Cord Bockhop aus CDU: Thomsen soll Bürgermeister werden

Stuhr. Jetzt ist es offiziell: Niels Thomsen soll Bürgermeister von Stuhr werden - zumindest wenn es nach der CDU geht. Der Ortsverband sprach sich am Donnerstagabend im Hotel Bremer Tor bei einer Mitgliederversammlung einstimmig dafür aus, den parteilosen Ersten Gemeinderat als Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen. Zuvor hatte Thomsen sich den rund 50 Christdemokraten ausführlich vorgestellt und dabei auch gleich seinen Wahlspruch verkündet: "Kurs halten".
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CDU: Thomsen soll Bürgermeister werden
Von Claudia Ihmels

Stuhr. Jetzt ist es offiziell: Niels Thomsen soll Bürgermeister von Stuhr werden - zumindest wenn es nach der CDU geht. Der Ortsverband sprach sich am Donnerstagabend im Hotel Bremer Tor bei einer Mitgliederversammlung einstimmig dafür aus, den parteilosen Ersten Gemeinderat als Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen. Zuvor hatte Thomsen sich den rund 50 Christdemokraten ausführlich vorgestellt und dabei auch gleich seinen Wahlspruch verkündet: "Kurs halten".

Damit wolle er deutlich machen, dass er für einen klaren Kurs stehe. Die Infrastruktur in den Bereichen Gebäude, Straßen und Bildung erhalten, eine für die Wirtschaft berechenbare Steuerpolitik und die weitere Reduzierung der Stuhrer Schulden waren die Stichpunkte, die Thomsen nannte. "Mein Traum wäre, dass wir in acht oder neun Jahren keine Schulden mehr haben", sagt der 50-Jährige. Zuverlässigkeit und sich aufeinander verlassen zu können seien für ihn die Voraussetzung, damit eine Gesellschaft funktioniert.

Ebenso möchte er als Bürgermeister dafür sorgen, dass die politischen Entscheidungen in Stuhr weiterhin weitgehend in großem Einvernehmen fallen. Deshalb sei es ihm immer wichtig gewesen, dass die Vorlagen für eine Entscheidung von der Verwaltung so vorbereitet werden, dass die Politik auf fundierter Grundlage diskutieren kann.

Die Verwaltung ist dabei ein Geschäft, dass Thomsen von der Pike auf gelernt hat, wie er den CDU-Mitgliedern berichtete. Aufgewachsen auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Husum in Schleswig-Holstein, entschied er sich nach Abitur und zwei Jahren bei der Bundeswehr für eine Ausbildung beim Landkreis Nordfriesland. Dort war er auch nach seiner Ausbildung weiter tätig und lernte zunächst das Miteinander von Politik und Verwaltung kennen.

"Die Sitzungen und der politische Austausch, das waren prägende Jahre", sagte er. Nach weiteren zwei Jahren in der Führerscheinstelle arbeitete Thomsen auch in der Wirtschaftsförderung. Das bedeute im Landkreis Nordfriesland, zu dem auch die Insel Sylt gehört, vor allem Tourismus. Weitere fünf Jahre war er in der Kämmerei des Landkreises tätig, bevor er zum Leiter des Amtes für Zentrale Dienste befördert wurde. Für 60 Mitarbeiter sei er zuständig gewesen, und die Stelle habe ihm sehr zugesagt. Gleichzeitig sei ihm klar geworden, dass er noch ein Stück weiter wollte. "Das ging aber in Nordfriesland nicht", sagte Thomsen.

Anzeige am Hochzeitstag entdeckt

Dann habe er ausgerechnet an seinem Hochzeitstag die Stellenanzeige der Gemeinde Stuhr in einer Zeitung entdeckt. Beide hätten nicht gewusst, wo Stuhr liegt, aber "Das kannst Du" hätte seine Frau zu der Stellenbeschreibung gesagt. Thomsen erinnerte sich auch noch gut an die Ratssitzung am 1. September 2005, an der er vom Rat zum Ersten Gemeinderat gewählt wurde. Seine Frau und seine drei Söhne seien auch dabei gewesen. "Wir fühlten uns gleich gut aufgenommen", sagt er. Mittlerweile lebt die Familie in Fahrenhorst. Thomsen betonte, wie wichtig ihm die Familie ist. "Sie gibt mir einen Ausblick auf die Welt."

Das Thema Bürgermeister sei vor zwei Jahren aktuell geworden. Cord Bockhop habe ihn zur Seite genommen und ihm eröffnet, dass er als Landrat kandidieren möchte. "Du kannst das", hätte seine Frau wieder gesagt, und er habe ihr Recht gegeben. Er wolle den Bürgern jetzt zeigen, dass da seit sechs Jahren einer ist, der das kann. "Ich stehe für Professionalität."

Zumindest die CDU hat Thomsen schon überzeugt. Sogar stehenden Beifall gab es für seine Rede. Dementsprechend positiv fielen auch die Kommentare der Christdemokraten aus. "Das Kurshalten traue ich Dir zu", sagte Helmut Künning, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Diepholz. Er sei von der ersten Minute an von Thomsen überzeugt gewesen. Frank Schröder, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stuhrer Rat, versprach: "Wir werden gemeinsam mit Dir Kurs halten". Zwischen ihm und Thomsen habe die Chemie von Anfang an gestimmt. Und der Ortsverbandsvorsitzende Frank Mindermann fügte kurz und knapp hinzu: "Wir stehen voll hinter Dir."

Der neue Stuhrer Bürgermeister wird am 12. Februar direkt von den Bürgern gewählt. Bislang gibt es zwei Kandidaten. Neben Niels Thomsen wird für die SPD der Bremer Jurist Johannes Schwitters ins Rennen gehen. Die Stuhrer SPD hatte Schwitters bereits vor einigen Monaten nominiert (wir berichteten). Dazu hat auch die FDP angekündigt, einen eigenen Kandidaten aufzustellen.

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