Kinderheim „Kleine Strolche“

Ein Herz für Strolche

Wenn Babys und Kleinkinder bei einem Kinderheim abgegeben werden, sind sie oft sehr schwach. Es ist möglich, dass sie dann kollabieren. Hilfe brächten Defibrillatoren. Doch die kosten viel Geld.
23.03.2021, 17:56
Lesedauer: 2 Min
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Ein Herz für Strolche
Von Micha Bustian

Wenn Babys und Kleinkinder nach Misshandlungen oder Vernachlässigung in ein Kinderheim kommen, ist ihr Körper oft sehr schwach. Das ist auch bei den „Kleinen Strolchen“ in Asendorf so. Ein Defibrillator kann das Leben solcher Kinder retten, wissen die Bremer Herzchirurgen Samira Otto, Klaus Otto und Thorsten Schmidt aus dem Bremer Klinikum Links der Weser. Sie starteten nun gemeinsam eine private Charity-Aktion.

Samira Otto ist Fördermitglied des Kinderheim-Vereins Kleine Strolche. „Während viele Einrichtungen Kinder, die zum Beispiel nach einem Schütteltrauma monitorüberwacht werden müssen, nicht aufnehmen, verfügt das Kinderheim in Asendorf über medizinisches Fachpersonal, um den Kleinen die Zwischenstation im Krankenhaus zu ersparen“, weiß sie zu berichten. Dass dies auch mit einem Risiko verbunden ist, ist Kinderheim-Geschäftsführer Bernhard Schubert bewusst. „Viele Kinder sind bei der Inobhutnahme medizinisch instabil – aber auch ihre Seele ist schwer verletzt.„ Sie müssen schnellstmöglich emotional aufgefangen werden und brauchen feste Bezugspersonen. “Das kann ein Krankenhaus nicht leisten.“

Gerade in den vergangenen Wochen, in denen Kontrollinstanzen wie Kindergärten und Schulen geschlossen waren, seien die Fälle gravierender geworden, da Misshandlungen und Vernachlässigung erst auffallen, wenn sie massiv sind. „Wir hatten ein Mädchen bei uns, das völlig unterernährt war und während der ersten Woche gleich dreimal kollabiert ist“, so Bernhard Schubert. Defibrillatoren für die vier größeren Häuser seien schon immer ein Wunsch gewesen, so Pressesprecherin Sonja Risse. Durch die aktuelle Situation würden sie aber wichtiger denn je, würden aber eine hohe finanzielle Investition für die Einrichtung bedeuten.

Für die drei Bremer Herzchirurgen war es sofort klar, das Kinderheim mit einer Charity-Aktion zu unterstützen, damit die benötigten vier Defibrillatoren so schnell wie möglich zur Verfügung stehen. „Es ist für uns eine Herzenssache, damit Leben von Kindern zu retten, die unser Engagement mehr als verdient haben. Deshalb ist jede interne und externe Unterstützung wichtig“, so Thorsten Schmidt, kommissarischer Chefarzt der Herzchirurgie im Klinikum Links der Weser. Und eine Realisierung des Projekts scheint in greifbare zu rücken. „Die Firma Zoll hat bereits großzügige Unterstützung zugesagt“, freut sich Sonja Risse. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Medizinprodukte und Softwarelösungen und wird die Defibrillatoren für das Kinderheim liefern.

Wenn die Defibrillatoren zur Verfügung stehen, wird das Kinderheim damit nicht allein gelassen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Samira Otto wird nicht nur die Mitarbeiter des Kinderheims für den Umgang mit dem elektronischen Lebensretter ehrenamtlich schulen, sondern auch langfristig mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wer die Aktion „Herzenssache“ der Bremer Herzchirurgen unterstützen möchte, kann sich unter der Rufnummer 04251/9837055 bei Sonja Risse melden.

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