Corona-Folgen im Landkreis Verden

Ein Jahr ohne Volksfeststimmung

Die Liste der abgesagten Volksfeste im Landkreis Verden wächst weiter. Nun sind mit dem Thänhuser Markt und dem Ottersberger Herbstmarkt auch die letzten beiden noch offenen großen Sausen abgesagt worden.
17.07.2020, 19:04
Lesedauer: 3 Min
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Ein Jahr ohne Volksfeststimmung
Von Marius Merle

Lange Zeit hatten einige Organisatoren und die Schausteller im Landkreis Verden noch gehofft, dass im Spätsommer oder Herbst vielleicht wieder in irgendeiner Form Volksfeste gefeiert werden können. Doch die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen lassen solche Feierlichkeiten schlichtweg nicht zu. Und so trudelte zuletzt eine Absage nach der anderen ein. Kein Martinsfest in Oyten. Kein Langwedeler Markt. Kein Thänhuser Markt. Und seit einer Mitteilung vom Markt-Ausschuss am Freitag steht auch fest: kein Ottersberger Herbstmarkt 2020.

„Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir im Orga-Team häufiger zusammen gesprochen, um doch noch Möglichkeiten für einen wie auch immer gearteten Markt zu erörtern. Aber letztendlich mussten wir einsehen, dass aufgrund der derzeitigen Situation und der rechtlichen Lage keine Chance für ein derartiges Vorhaben bestehen.

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Letztendlich geht es auch um den Schutz der Markt-Besucher, aber auch um den der Markt-Beschicker“, erläuterte Hannah Schwarz-Kaschke als Sprecherin des Markt-Ausschusses. Letzte Klarheit brachte in dieser Woche das Gespräch der Markt-Verantwortlichen mit Bürgermeister Tim Weber. Auch er bedauert diese Absage außerordentlich, weil doch der Ottersberger Herbstmarkt ein Aushängeschild weit über die Gemeindegrenzen hinaus sei.

Lange gewartet

Mit der Entscheidung habe der zuständige Ausschuss bewusst lange gewartet, in der Hoffnung, dass sich an den Beschränkungen durch das Coronavirus eventuell noch etwas ändern werde. Dies habe auch im Zusammenhang mit der Sorge um die Schausteller und Marktbeschicker gestanden, die teilweise seit mehr als 50 Jahren ihre Karussells und Buden in Ottersberg aufbauen.

Wie sehr die aktuelle Lage die Schausteller und Beschicker in ihren Existenzen trifft, weiß auch Manfred Masanek. Als Marktmeister ist er federführend für die Organisation der drei Ortsfeste in Oyten und für das Frühlingserwachen sowie den Thänhuser Markt in Thedinghausen verantwortlich. „Wer kein zweites Standbein hat, der ist in dieser Situation einfach verloren“, sagt Masanek. Daher sei es auch verständlich, dass die Betroffenen zwar grundsätzliches Verständnis für die Absagen aufbringen, aber inzwischen auch langsam ungeduldig werden. Natürlich könne es passieren, dass einige der Schausteller, die bisher Stammgäste auf den regionalen Volksfesten waren, im kommenden Jahr dann vielleicht nicht mehr im Geschäft sind.

Suche nach Alternativen

„Aber wir haben nun einmal Vorschriften und Auflagen und müssen an die Gesundheit der Mitbürger denken“, betont Masanek, dass die Entscheidung für die Absagen in Oyten und Thedinghausen letztlich alternativlos waren. Ungerne wolle er mit einer Veranstaltung auch der Erste nach der Corona-Krise und somit Vorreiter sein.

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Die Absage der Großveranstaltungen haben bei einigen der Organisatoren aber nicht zur Folge, dass sie ihre Arbeit fürs erste einstellen. Denn vielleicht ist statt der gewohnte großen Sause ja ein Event im kleineren Rahmen möglich. Und so sucht etwa das Orga-Team des Ottersberger Herbstmarktes nach eigenen Angaben nach Möglichkeiten, wie man im letzten Quartal des Jahres oder im neuen Jahr noch etwas anbieten kann. „Wir denken dabei auch an unsere Schausteller, die sich in einer extrem schwierigen wirtschaftlichen Lage befinden. Aber die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und die Gesundheit aller Beteiligten stehen bei unseren Überlegungen und Ideen ganz vorn“, macht Geert Mehlhop vom Orga-Team des Marktes deutlich.

Und in Thedinghausen könnte am 20. September eventuell ein verkaufsoffener Sonntag mit einem gewissen Rahmenprogramm stattfinden. „Wenn es genehmigt wird, sind vielleicht so zehn bis zwölf Stände denkbar“, erläutert Masanek. Noch sei dies aber nur eine Idee, ob sie in Zeiten von Corona auch umsetzbar sein wird, werde sich in den kommenden Wochen zeigen.

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