Buchläden in Zeiten der Corona-Krise Stets genug Lesestoff

Buchläden im Landkreis Verden haben auf die Corona-Krise reagiert. Es gibt Lieferdienste, oder die Kunden holen sich die Bücher kontaktlos vor dem Laden ab.
13.04.2020, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Andrea Kreutzer

Die Welt um sich herum vergessen und Corona mal eine Weile Corona sein lassen – mit einem guten Buch in der Hand könnte das zumindest für eine kurze Zeit gelingen. Auch wenn die Buchhandlungen im Landkreis Verden, wie alle übrigen Geschäfte, die nicht den täglichen Bedarf sicherstellen, seit dem 17. März geschlossen sind, ist es dennoch weiterhin möglich, sich vor Ort mit Lesestoff einzudecken.

Bestellungen über Onlineshop

Weiterhin für ihre Kunden da ist beispielsweise Katrin Göstemeyer, Inhaberin der Bücherkiste in Riede. Die Ladentür sei zwar geschlossen, aber über ihren Onlineshop seien Bestellungen möglich. Kontakt aufnehmen könne man sowohl per E-Mail als auch telefonisch (0 42 94 / 16 18) und seit Neuestem auch via Facebook. „Anfangs hat mich erst einmal Panik erfasst, als ich von den Schließungen gehört habe“, sagt Göstemeyer. Umso erfreuter sei sie dann über die ihr zuteil gewordene und immer noch zuteil werdende Solidarität ihrer Kunden gewesen, die, „statt im Internet zu kaufen, weiterhin mir die Treue halten“. Bislang habe sie keine staatlichen Hilfen beantragen müssen. Wer bei ihr nun bestelle, der habe die Wahl zwischen einer kosten- und kontaktlosen Lieferung zu einem vereinbarten Zeitpunkt bis vor die Haustür, sofern die Bestelladresse im Umkreis von etwa zehn Kilometern liege, oder der ebenfalls kontaktlosen Abholung. „Einige kommen einfach auf ihrem Spaziergang beim mir vorbei und nehmen die vorbereitete Tüte mit, in der sich die Rechnung befindet.“ Eine Kundin habe sie im Anschluss an eine gerade unternommene Radtour kontaktiert und bestellt, was sie zuvor durch das Schaufenster habe sehen können.

Zu den gewohnten Ladenöffnungszeiten ist auch Sabine Freyer-Schulz, die Inhaberin des Bücherwurms in Achim, für ihre Kunden da – wenn auch nicht persönlich, so doch am Telefon (0 42 02 / 8 21 66) oder per E-Mail. Zettel mit Bestellwünschen im Briefkasten habe sie ebenfalls schon vorgefunden. Einen Onlineshop habe der Bücherwurm nicht, ebenso wenig würden andere soziale Medien genutzt. „Wer Kontakt zu mir aufnehmen möchte, der kommt einfach auf einem der vorhandenen Wege auf mich zu.“ Im näheren Umkreis werde die bestellt Ware ausgeliefert ohne dass dem Kunden Kosten entstünden, ansonsten erfolge die Zustellung per Post.

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Ihr persönlich fehle zur Zeit sehr der persönliche Kontakt und die vielen netten Gespräche über den Ladentisch hinweg, die für ihren Beruf sonst so wesentlich seien. Darüber hinaus fehlten die Einnahmen, wie es sie normalerweise gerade vor Ostern gebe, wenn die Kunden zwar mit einem bestimmten Ziel zu ihr kämen, bei ihr aber noch etwas anderes sähen und dann ebenfalls mitnehmen würden. Dies gelte insbesondere für den Kinderbuchbereich. Aus diesen Gründen habe sie einen Antrag auf staatliche Hilfen gestellt: „Was daraus wird, muss man sehen.“ Ihr sei jedoch bewusst, dass es viele noch um einiges härter treffe, denn „immerhin kann ich noch, wenn auch eingeschränkt, meinem Beruf nachgehen“.

Die Buchhandlung Hoffmann in Achim setzt wiederum auf Online-Shopping. Aber auch telefonisch können Bücher bestellt werden unter 0 42 02 / 52 33 92. Die bestellte Ware wird dann direkt nach Hause geliefert.

Kostenfreie Lieferungen

Kreativ werden musste auch Maria Mahnke, die in Verden die Buchhandlung und den Theaterverlag Mahnke führt. In den ersten Wochen nach der Schließung habe man zunächst im Geschäft gegenüber eine Abholstation eingerichtet, die sich jedoch inzwischen bei ihnen vor der Tür befinde. Alternativ zum Selbstabholen könnten Bestellungen innerhalb des Stadtgebiets auch kostenfrei geliefert werden. Sie sei dankbar für die Treue ihrer Kunden, „es läuft besser als befürchtet“. Dennoch fehlten für März im Bargeschäft etwa die halben Monatseinnahmen. Da niemand genau wisse, wie sich die Corona-Pandemie entwickeln werde und wie lange man mit den Einschränkungen leben müsse, „ist es die Unsicherheit, die mir und meinen sich in Kurzarbeit befindenden Mitarbeitern sehr zu schaffen macht“. Umso mehr freue sie sich über jeden Kunden, der sich an sie wende. Zu den gewohnten Ladungsöffnungszeiten sei sie unter der Nummer 0 42 31 / 30 11 20 erreichbar, auch eine Kontaktaufnahme per E-Mail sei jederzeit möglich.

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