Bäckereien im Landkreis Diepholz

Aufatmen auch bei den Bäckereien

Cafés sowie Restaurants, Gaststätten und Biergärten dürfen in Niedersachsen seit diesem Montag wieder öffnen. Von dieser Lockerung der Corona-Regelungen profitieren auch die Bäckereien.
10.05.2020, 16:32
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto
Aufatmen auch bei den Bäckereien

Stefanie Deiermann von der Bäckerei und Konditorei Deiermann in Bassum bereitet nun auch wieder belegte Brötchen für den Verzehr im eigenen Hause vor.

Vasil Dinev

Bäckereien gehören zu den Geschäften, die während des Lockdowns geöffnet bleiben durften. Trotzdem sind in der Branche die Umsätze drastisch eingebrochen. Der Grund: Viele Bäckereigeschäfte leben inzwischen auch vom Café-Bereich, der aber wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen bleiben musste. Nun sorgt eine Lockerung der Regelungen für ein Aufatmen bei den Bäckerei-Inhabern der Region. In Niedersachsen dürfen Cafés, Restaurants und Co. seit diesem Montag wieder öffnen.

Freuen kann sich auch Susanne Meyer, Inhaberin der Bäckerei Meyer. 30 bis 50 Prozent weniger Umsatz hätten ihre Filialen in Bassum, Syke und Bruchhausen-Vilsen erwirtschaftet, berichtet Meyer. „Gerade in Bassum und Bruchhausen-Visen haben wir große Außenbereiche, die wir schließen mussten. Das hat sich finanziell sehr bemerkbar gemacht“, sagt die Inhaberin.

Der reine Verkauf von Backwaren habe die Verluste nicht ausgleichen können. „Zuerst haben die Kunden gehamstert, dann waren sie immer weniger unterwegs und haben auch weniger eingekauft“, erzählt Meyer. Um die Abstandsregelungen in ihrem Betrieb einzuhalten, wurden aus der Mannschaft in der Backstube zwei Teams gebildet, die jetzt in unterschiedlichen Schichten arbeiten. „Daher haben wir auch unser Sortiment zusammengestrichen“, erklärt Meyer, die auch Soforthilfe für ihr Unternehmen beantragt hat.

Angesichts ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation wünscht sie sich mehr staatliche Unterstützung. „Wenn die Autoindustrie nach Hilfe ruft, ist der Staat sofort da. Wo bleiben die Hilfen für das Handwerk?“, moniert Meyer und erinnert daran, dass auch im Mittelstand Arbeitsplätze in Gefahr seien. Die Wiedereröffnung der Café-Bereiche lässt die Inhaberin aber erst einmal aufatmen. „Wir freuen uns darauf – die Kunden hoffentlich auch“, sagt sie.

Ganze 50 Prozent Umsatzeinbruch zu verzeichnen hatte nach eigenen Angaben auch Martin Deiermann, Inhaber der gleichnamigen Bassumer Bäckerei und Konditorei an der Bremer Straße und des Lindencafés an der Bahnhofstraße. Soforthilfe habe er keine beantragt: „In den geforderten Umsatzbereich sind wir nicht reingekommen“, erläutert er. Auch habe er keine Kurzarbeit angemeldet, konnte das Minus noch einigermaßen durch den Backwaren-Verkauf ausgleichen. Deiermann hat die Hoffnung, dass es langsam wieder bergauf geht: „Ich habe schon einige Reservierungen für das Café vorliegen“, sagt er.

Von einem Umsatzminus von 40 Prozent berichtet außerdem Henrik Weymann. Ganze 17 Bäckerei-Filialen betreibt er in Bremen und Niedersachsen – viele auch mit großzügigem Sitzbereich, wie er betont. Nachdem er zu Beginn der Corona-Krise sein Sortiment stark zurückgefahren habe, gebe es bei Weymann mittlerweile wieder eine größere Auswahl, vor allem an Snacks, sagt er.

Im April habe er seine 220 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, ansonsten habe er keine staatliche Hilfe in Anspruch genommen. „Wir machen noch 60 Prozent des Umsatzes“, sagt er, anderen Branchen gehe es da noch viel schlechter, etwa der Gastronomie und der Hotellerie. So gesehen seien die Bäckereibetriebe noch „mit einem blauem Auge davongekommen“. Dies gilt auch für ihn persönlich: Der Bäckermeister wurde nach eigener Aussage nach seinem Skiurlaub positiv auf das Coronavirus getestet und musste sich in Quarantäne begeben. „Aber außer einem Kratzen im Hals sind bei mir keine weiteren Symptome aufgetreten“, sagt Weymann erleichtert.

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