Live aus Weyher Studio für Bremen und umzu

Online-Sport beim Bündnis „Weser-Fitness“ wird zum Erfolgsprojekt

Seit Herbst 2020 bietet das Bündnis „Weser-Fitness“ per Videokonferenz kostenlose Live-Sportangebote an. Den Raum in einem Weyher Fitnessstudio wollen sie nun auch für andere, gemeinnützige Anbieter öffnen.
29.03.2021, 16:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek
Online-Sport beim Bündnis „Weser-Fitness“ wird zum Erfolgsprojekt

Für die Technik sorgt Alexander Bendkowsky (Mitte), die Übungen zeigen Lisa Klekottka und Jan Duneke.

Michael Galian

Erfolgsprojekt statt Notlösung: Als sich die Trainer-Teams der Fitnessanlagen Nautilus Training in Hastedt, von Topfit-Training und des Vereins Topfit Rehasport in Weyhe im Herbst vergangenen Jahres für das Online-Projekt „Weser Fitness“ zusammenschlossen, wollten sie eigentlich eine Alternative wegen der Corona-Beschränkungen im Sport schaffen. Doch daraus hat sich nun etwas Größeres entwickelt.

Mit einem Team von zehn Übungsleitern stemmten die Verantwortlichen zunächst das Programm, das per Livestream auf die Bildschirme übertragen wurde. Training für zu Hause, Übungen fürs Büro, Aerobic, Spinning, Stretching, Ausdauer, Yoga, Rückenübungen – die gesamte Palette der Fitness eben, führt Alexander Bendkowsky vom Topfit Rehasport aus.

Zu Beginn habe sich das Programm vor allem an die Mitglieder der Initiatoren gerichtet. „Aber wir waren nie abgeschottet“, sagt er und verweist auf die offenen Online-Räume. Wer von den Angeboten wusste, konnte sich also auch ohne Mitgliedschaft einklinken. „Das lief anfangs auch super“, betont Bendkowsky. Doch weil die Trainingsstunden anschließend auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht und auf der Internetseite verlinkt wurden, habe das Interesse an den Live-Kursen mit der Zeit nachgelassen.

Das beschreibt Bendkowsky gar nicht als den Fehler. Immerhin kommen die fast 80 Videos inzwischen auf 8000 Aufrufe und selbst Youtube sei bereits auf den Erfolg aufmerksam geworden. „Das ist eine Hausnummer“, findet er, da auch die Aufzeichnungen bislang nicht groß nach außen kommuniziert wurden. Knackpunkt war jedoch etwas anderes: „Wir haben den Leuten gesagt: Macht die Kamera aus.“ Denn die Videos waren später für jeden abrufbar und die Veranstalter wollten keinen Einblick in die privaten Räume ihrer Mitglieder ermöglichen. „Aber das finden die Teilnehmer langweilig. Sie finden es witzig, die Leute dabei zu sehen – Freunde, Kollegen oder die Nachbarschaft“, hat Bendkowsky festgestellt.

Diese anfängliche These habe sich erhärtet, als der Rehasport offiziell online stattfinden durfte – mit der Vorgabe, dass Trainer und Teilnehmer sichtbar sein müssen. „Die Kurse waren voll und alle sind bei der Stange geblieben“, erzählt Bendkowsky. Aus den Kursen habe er auch Rückmeldung bekommen, dass die Teilnehmer die Videokonferenzen mit anschließenden Privatgesprächen schätzten. Auch für die Übungsleiter sei es schöner, die Teilnehmer zu sehen und sich im Anschluss auszutauschen.

Mit den fast 80 Videos haben die Trainer nun bereits ein beachtliches Repertoire angesammelt und wollen den nächsten Schritt gehen. Insbesondere, da eine Öffnung der Fitnessstudios sowie andere Sport- und Freizeitangebote auf absehbare Zeit kaum möglich sein werden. „Es wird auch noch die dritte, vierte, fünfte Welle kommen“, vermutet Bendkowsky. Die Beschränkungen dürften sich also noch bis mindestens in den Sommer ziehen.

Aus diesem Grund wollen die Verantwortlichen des Weser-Fitness-Projekts nun den für rund 5000 Euro eingerichteten Raum für die Online-Kurse bei Topfit in Kirchweyhe für andere Kursleiter öffnen. „Das ist ein enormer Aufwand und geht nicht einfach mit dem Handy oder der Webcam“, weiß Bendkowsky. Zehn Tage habe die Vorbereitung gedauert. Für die Live-Angebote hätten die Übungsleiter deshalb auch immer Helfer für die Technik gehabt.

Bei externen Anbietern denkt er etwa an Betriebssport der Feuerwehr oder der Polizei. „Es wäre witzig, wenn alle mitmachen und wir dann eine Stunde Sport mit unseren Polizisten haben“, sagt er. Bei kleineren Wachen wie in Stuhr oder Leeste kenne die Bevölkerung schließlich die Beamten. Auch Privatpersonen könnten sich hier mit Angeboten ausprobieren. Eine Tanzschule und Sportlehrer hätten bereits Interesse angemeldet, aber in der Hoffnung auf Präsenzangebote zwischenzeitlich einen Rückzieher gemacht. Wichtig ist laut Bendkowsky nur: Die Live-Kurse müssen für jeden zugänglich und kostenlos sein. Auch Kindergärten, Berufssportler, andere Vereine oder Seniorengruppen seien willkommen und die Einladung gehe auch über die Gemeindegrenzen hinaus etwa nach Bremen und umzu.

Bendkowsky kann sich gut vorstellen, dass solche Online-Formate auf Abruf auch in Zukunft – ohne Pandemie – halten können. „Die Leute finden das cool. Trainer und Teilnehmer sind zeitlich nicht gebunden und so sehr flexibel“, sieht er einen Vorteil. Gleichzeitig sei beim Rehasport-Verein die Nachfrage nach Präsenzveranstaltungen in den vergangenen Jahren ungebrochen hoch gewesen. „Wir haben das Angebot immer mehr erweitert und aufgebaut“, sagt er. Der Verein expandiere nach wie vor und komme bei Topfit inzwischen an seine räumlichen Kapazitätsgrenzen. Daher sei auch eine physische Vergrößerung angedacht, wenn entsprechende Förderungen wieder möglich seien.

Wer den Raum für eigene, öffentlich zugängliche und kostenlose Angebote nutzen möchte, kann sich bei Alexander Bendkowsky unter der Telefonnummer 04 21 / 45 45 56 oder per E-Mail an info@weser-fitness.de wenden. Auf der Internetseite www.weser-fitness.de sind außerdem die aktuellen Kursangebote sowie die Raumnummern für das Videokonferenz-Programm Zoom abrufbar.

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