Brandschutz in Corona-Zeiten

Stadtfeuerwehr erhält 320 Behelfsmasken

Die zehn Ortsfeuerwehren aus Osterholz-Scharmbeck erhalten 320 Behelfsmasken, die im Einsatz zu tragen sind. Gefertigt wird der Mund-Nasen-Schutz in Hagen; die Stadt übernimmt die Anschaffungskosten.
03.05.2020, 18:17
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Palme
Stadtfeuerwehr erhält 320 Behelfsmasken

Ulrike Tönjes und ihre "Kreativen Deerns" stellen derzeit Mund-und Nasenschutzmasken für die Stadtfeuerwehr Osterholz-Scharmbeck her.

A. Palme

Osterholz-Scharmbeck. Die Stadtfeuerwehr Osterholz-Scharmbeck erhält 320 Behelfs-Mund-und Nasen-Schutzmasken für die aktiven Mitglieder ihrer zehn Ortsfeuerwehren. „Wir wollen damit den Brandschutz in Corona-Zeiten sicherstellen und die Kameradinnen und Kameraden vor gegenseitiger Ansteckung schützen“, erklärt der Pressesprecher der Stadtfeuerwehr Osterholz, Marcus Zylka die Beschaffungsmaßnahme.

Die Teilnahme eines infizierten Feuerwehrmanns an einem Einsatz in der jüngsten Vergangenheit hatte zum Ausfall einer gesamten Fahrzeugbesatzung geführt, die quarantänebedingt nicht einsatzfähig war. Dieses Ereignis brachte Stadtbrandmeister Jörg Bernsdorf auf die Idee zur Beschaffung der Alltagschutzmasken, die im Einsatz getragen werden sollen. Im Rahmen des Arbeitsschutzes übernimmt die Stadtverwaltung Osterholz die Anschaffungskosten für die aktiven Brandschützer.

Bei der Herstellung der Masken zeigt sich die positive Wirkung von Netzwerken. Familiäre Kontakte zu den „Kreativen Deerns“, einer Gemeinschaft zur Umsetzung von Kreativität im Bereich der Nähkunst, in der Gemeinde Hagen im Bremischen eröffneten die Produktionsmöglichkeiten. „Als ich von der Hilfsanfrage hörte habe ich spontan zugesagt“, berichtet Ulrike Tönjes. Die Geschäftsführerin der kleinen Firma setzt bei der Fertigung der Masken auf Tragekomfort. „Die Feuerwehr möchte die Masken mittels Gummizug nicht an den Ohren sondern über den Hinterkopf festhalten“, erklärt Tönjes die spezielle Machart, „denn so kann man die Schutzmasken auch unter dem Helm tragen“. Die Fertigung dieser größeren Stückzahl in heller und dunkelgrauer Farbgebung sei schon ein großer Auftrag, der Kapazitäten binde.

Die „Kreativen Deerns“ an der L 135 in Dorfhagen bieten auf etwa 250 Quadratmetern Verkaufsfläche eine Vielzahl von Stoffen und Näh-Accessoires an. Neben Nähkursen für Erwachsene und Kinder veranstaltet Tönjes auch themenbezogene Workshops; diese bieten Raum zur kreativen Entfaltung, bei der ein Austausch unter Gleichgesinnten nicht zu kurz kommt. „Derzeit hat die Maskenfertigung Konjunktur“, bestätigt die 45-jährige Wittstedterin. Ob ein- oder mehrfarbige Stoffe zu Behelfs-Mund-und Nasen-Schutzmasken verarbeitet werden liegt im Ermessen des Nutzers, zusätzliche Applikationen lassen jede Maske zu einem Unikat werden. Die Gestaltung lässt viel Raum für Kreativität und wird oft allenfalls durch das handwerkliche Geschick der Näherin und die Erfordernisse des Tragkomforts begrenzt.

„Wir bieten fünf Nähvorlagen für die Fertigung von Schutzmasken“, so die Betreiberin der „Kreativen Deerns“, die mit ihren vier Mitarbeiterinnen die Hersteller der Corona-Masken nach Kräften unterstützt. „Einige unserer Kundinnen nähen zu Hause schon fast professionell“, weiß Tönjes, und berichtet von Exporten aus Norddeutschland nach Österreich und in die Schweiz. Die Schutzmasken für die Stadtfeierwehr sollen den Brandschutz ab dieser nächsten Woche unterstützen und die Einsatzkräfte bei unerkannter Infektion vor gegenseitiger Ansteckung schützen.

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