Seelsorge im Achimer Krankenhaus

Eine Hilfe in schwierigen Zeiten

Pastorin Anja Sievers aus Lunsen ist seit Kurzem Seelsorgerin an der Klinik in Achim. Momentan kann sie dort wegen des Coronavirus aber nur eingeschränkt arbeiten
19.03.2020, 14:12
Lesedauer: 2 Min
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Eine Hilfe in schwierigen Zeiten
Von Onno Kutscher
Eine Hilfe in schwierigen Zeiten

Pastorin Anja Sievers ist zusätzlich zu ihrem Amt in der Kirchengemeinde Lunsen jetzt einmal einmal in der Woche als Seelsorgerin an der Klinik Achim im Einsatz.

Jonas Kako

Seit Februar dieses Jahres ist Anja Sievers jeden Freitag zu Besuch in der Aller-Weser-Klinik in Achim. Das hat einen ganz bestimmten Grund, denn die Pastorin der Kirchengemeinde Lunsen ist die neue Krankenhausseelsorgerin in der Achimer Klinik. Sie hat damit die Nachfolge ihres Kollegen Dietrich Hoffmann angetreten, der im Herbst in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Eine Entscheidung, die sich die 35-Jährige nicht leicht gemacht hat. „Ich bin Pastorin in Lunsen, habe zwei Kinder. Als Seelsorgerin zu arbeiten braucht viel Energie“, sagt sie. „Dennoch. Der Beistand im Krankenhaus ist sehr wichtig, deswegen habe ich letztlich auch Ja gesagt.“ Ausschlaggebend bei ihrer Entscheidung war dabei auch ein Anruf aus der Achimer Klinik. „Ein Patient bat um einen Seelsorger. Ich sagte mein Kommen zu. Das Gespräch war dann so gut, dass ich dann schließlich zugesagt habe.“ Sie bekleidet nun offiziell eine viertel Stelle im Krankenhaus, zusätzlich zu ihrem Amt in Lunsen.

Besondere Umstände

Gerade erst an der AWK in Achim im Einsatz, muss sich die Pastorin auch gleich mit ganz besonderen Umständen auseinandersetzen. Grund ist das Coronavirus. „Es ist jetzt so, dass ich vorerst nicht ,einfach so' ins Krankenhaus fahren werde, um das Risiko zu minimieren. Alle im Krankenhaus wissen Bescheid, dass und wie sich mich erreichen können und wenn ich gebraucht werde, fahre ich hin und besuche die konkrete Person“, verrät die Pastorin.

Anja Sievers ist dabei auch ganz wichtig, zu betonen, dass sie nicht nur für die Patienten zuständig ist. „Auch für die Mitarbeiter in de AKW bin ich da“, sagt sie. „Ich gehe bei meinen Besuchen auf die Stationen und frage konkret nach, ob ich gebraucht werde. Egal ob Patient oder Mitarbeiter.“ Und natürlich war in den zurückliegenden Wochen auch Corona Thema. „Allerdings weniger bei den Patienten in der Klinik, sondern mehr bei den Mitarbeitern.“

Bei den Menschen, die als Patienten in der AWK Achim sind, gibt es immer wieder unterschiedliche Gründe, warum sie das Gespräch mit der Seelsorgerin suchen, das hätten die vergangenen Wochen gezeigt. „Das sind unter anderem Ängste vor der Ungewissheit“, sagt Anja Sievers. „Oder die Sorge, nicht wieder nach Hause zu können. Oft ist es auch so, dass mir die Menschen auch einfach nur von ihrem Leben erzählen und wir gemeinsam zurückschauen.“ Neben dem festen Termin am Freitag, sobald Anja Sievers wieder regelmäßig in die Klinik darf, kommt sie auch bei Notfällen ins Achimer Krankenhaus.

Ein elementares Feld

Seelsorge ist für Anja Sievers ein elementares Feld in der Arbeit als Pastorin. Deswegen absolviert die 35-Jährige seit 2019 eine Zusatzausbildung zur Systemischen Beraterin. Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

Verheiratet ist Anja Sievers mit Sebastian Sievers. Der wiederum ist auch Pastor. Er ist für die BIO-Kirchengemeinden (Blender-Intschede-Oiste) zuständig. Zusammen haben sie zwei kleine Kinder.

Pastorin wollte Anja Sievers übrigens schon als junges Mädchen werden. Und so folgte nach dem Abitur auch prompt ein Theologie-Studium in Göttingen. Das reichte der in der Nähe von Wolfenbüttel aufgewachsenen Frau aber nicht. Also packte sie auch noch ein Studium der Agrarwissenschaften und der Pferdewissenschaften mit drauf. Nach dem Studium folgte das Vikariat, das ist die praktische Vorbereitung auf den Beruf der evangelischen Pastorin, und schließlich wurde sie dann 2014 in die Kirchengemeinde Lunsen entsandt.

Beerdigungen, Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Seelsorge – all das sind die Dinge, um die sich Anja Sievers in ihrer Kirchengemeinde kümmert. Es ist aber wohl vor allem Letzteres, was sie besonders umtreibt. Deswegen hat sie sich nun auch für die zusätzliche Herausforderung an der AWK in Achim entschieden.

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