Freilichtbühne Daverden Das Ende der heilen Dorfwelt droht

Auf der Freilichtbühne Daverden wird in diesem Jahr die plattdeutsche Komödie "Jümmer Arger mit Wotan" aufgeführt. Wotan werden die Zuschauer dabei jedoch nicht zu Gesicht bekommen.
03.08.2018, 15:48
Lesedauer: 2 Min
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Das Ende der heilen Dorfwelt droht
Von Marius Merle

"Kräftiger umarmen", "auf den anderen Stuhl setzen" oder "bitte hinter den Stühlen hergehen und nicht durchschlängeln" – ein paar Ansagen muss Regisseurin Brigitte Schönecker in dieser Probenwoche schon noch an die Akteure machen. Aber bis auf ein paar Kleinigkeiten sitzen Text und Schauspiel bei den sieben Akteuren, die auf der Freilichtbühne Daverden das diesjährige Stück präsentieren. Und das ist auch gut so: Schließlich steht am Sonnabend, 11. August, bereits die Premiere an.

Gespielt wird die plattdeutsche Komödie "Jümmer Arger mit Wotan". Wotan, das ist ein Schleswiger Kaltblutpferd. Und nein, ein lebendes Tier wird nicht auf der Bühne in Daverden stehen. Aber zu hören sein wird der Hengst schon. Wotan gehört Klara Epsen, Bestattungsunternehmerin und Antiquitätenhändlerin auf dem Lande, und ist ihr großer Liebling. Doch das Tier kann Männer nicht ausstehen, und greift jeden an, der sich auf die Weide wagt. Ansonsten aber herrscht eine heile Dorfwelt, die jedoch aus den Fugen gerät, als ein Investor in der Nähe ein Golf- und Erholungszentrum für Besserverdienende aus dem Boden stampfen will. Während die Würdenträger des Ortes – keineswegs uneigennützig – das Projekt unterstützen, stemmt sich Klara mit aller Macht dagegen. Unterstützt wird sie dabei lediglich von Hannes Mattson, einem ebenso gutmütigen wie schlitzohrigen Viehhändler, der über beide Ohren in Klara verliebt ist.

Eigentlich hatte das Regie-Duo Schönecker und Fritz Henken ein anderes Stück für dieses Jahr ausgesucht gehabt. Doch da man letztlich nicht genügend Darsteller dafür zusammenbekommen habe, sei die Wahl letztlich auf die Komödie von Kirsten Akanho aus dem Mahnke-Verlag gefallen. Als auch dafür ein eingeplanter Schauspieler kurzfristig absagen musste, sprang zum Glück Volker Penczek ein. Für den Vorsitzenden des Freilichtbühnenvereins eine Premiere, spielte er bisher nur beim Kinderstück mit. Doch als Not am Mann war, sei es für ihn keine Frage gewesen, einzuspringen. Und vonseiten der Regie gibt es für den Neuling des plattdeutschen Theaters auch nur lobende Worte.

Neben Penczek werden bei insgesamt zehn Aufführungen Heike Schmidt, Lars Lorenzen, Johann Krüger, Karin Sievers, Katrin Lange-Spreckels und Willem Gohde auf der Bühne stehen. Als Souffleur beziehungsweise Souffleuse wirken Peter Hellwinkel und Heike Stegmann, für die Licht- und Tontechnik sorgt Edelfried Hennig und Melanie Meyer ist für die Maske zuständig. Um den Bühnenbau gekümmert haben sich wieder einmal Rolf Rotermundt und Michael Jahn. Die Szenerie spielt im Zuhause von Klare Epsen, eingerichtet mit alten und auch ausgefallenen Möbeln, wie man es von einer Bestatterin und Antiquitätenhändlerin erwartet. Daneben hat auch der Stall, in dem Wotan haust, einen Platz auf der Bühne.

"Jümmer Arger mit Wotan" wird zwischen dem 11. und 26. August immer sonnabends, sonntags, mittwochs und freitags auf der Freilichtbühne Daverden aufgeführt. Bei den drei Terminen am Sonntag geht es jeweils um 16 Uhr los, an allen anderen Tagen beginnen die Aufführungen um 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht, für Kinder bis 15 Jahre drei Euro. Familienkarten (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder) gibt es für 22 Euro. Reservierungen werden unter der Nummer 01 76 / 78 68 22 59 entgegengenommen. Weitere Infos im Internet unter www.freilichtbuehne-daverden.de.

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