Mobilitätsregion Das Fahrradfahren attraktiver machen

Die aus den Kommunen Achim, Ottersberg und Oyten gebildete Gesellschaft „AzweiO“ will mit dem Projekt „Die AzweiO-Mobilitätsregion“ neue Anreize für das Fahrradfahren schaffen. Geplant sind mehrere Treffpunkte.
17.12.2019, 16:50
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Das Fahrradfahren attraktiver machen
Von Lars Köppler

Mit dem Ziel, im Schulterschluss erneuerbare Energien zu fördern, haben die Stadt Achim, der Flecken Ottersberg und die Gemeinde Oyten im Juli 2012 die Gesellschaft „AzweiO“ gegründet. Doch obwohl jeder Gesellschafter je 100 000 Euro als Startkapital bereitgestellt hat, konnte das mittlerweile umstrittene Dreier-Bündnis bisher noch keine Ergebnisse liefern. Dies soll sich im kommenden Jahr mit dem Projekt „Die AzweiO-Mobilitätsregion“ grundlegend ändern. Die Kernpunkte dieses Projektes, das zu 60 Prozent aus dem Landesförderprogramm „Zukunftsräume Niedersachsen“ finanziert werden soll, haben Projektleiterin Stefanie Schleef sowie die Bürgermeister Rainer Ditzfeld (Achim), Horst Hofmann (Ottersberg) und Sandra Röse (Oyten) am Dienstag im Ottersberger Rathaus präsentiert.

Anreize für den Pendlerverkehr zum Umstieg auf das Fahrrad und andere CO2-neutrale Verkehrsmittel zu schaffen, das steht im Mittelpunkt des Konzeptes, an dem Stefanie Schleef von der Wirtschaftsförderung der Stadt Achim seit Monaten feilt und das nun mit der Annahme des offiziellen Zuwendungsbescheides die erste Hürde genommen hat. In den kommenden Monaten soll das Mobilitätsprojekt nunmehr Schritt für Schritt verwirklicht werden. Geplant ist der Bau von insgesamt drei bis vier Mobilitätshubs – also Umsteige- und Treffpunkte in möglichst zentraler Lage. „Wir wollen den Fahrradverkehr aufwerten, indem eine zukunftsorientierte Infrastruktur in der AzweiO-Region geschaffen wird“, erklärt Stefanie Schleef.

Digitales Serviceangebot

Die sogenannten Hubs mit dem Schwerpunkt E-Mobilität sollen mit ihrem digitalen Serviceangebot und der damit verbundenen Verbesserung der Infrastruktur das Fahrradfahren für alle Generationen interessant machen, auch um die Umwelt zu schonen und eine regionale Vernetzung herzustellen. An den Treffpunkten sollen die Nutzer digitale Informationen zu dem Standort erhalten. „Wir wollen eine App entwickeln, die man schon von zu Hause aus aufrufen und man von dort auch gleich buchen kann“, blickt Schleef voraus. Die Radabstellanlagen sollen indes abschließbar und in ihrer Größe ausbaubar sein.

Ziel des neuen intermodularen Mobilitätssystems sei es außerdem, möglichst viele gesellschaftliche Akteure aus der Region einzubinden. Geplant ist an den Treffpunkten auch die Installation von Versorgungseinrichtungen, an denen sich die Fahrradfahrer mit regionalen Produkten wie Eier und Milch versorgen können. Auch Werkstatt-Vorrichtungen für Notfall-Reparaturen am Fahrrad und Infos-Points, an denen Anrufe getätigt werden können, sollen in dem Konzept nicht fehlen. „Wir wollen das Projekt bis 2020 zu einem Ergebnis führen“, kündigt Stefanie Schleef an, die im Rahmen einer Studie nunmehr ausloten will, wo genau die Radabstellanlagen benötigt werden. Damit die professionelle Umsetzung gewährleistet ist, arbeitet die AzweiO mit einem Softwareunternehmen, einem Designbüro und einem weiteren Büro zusammen, das Experte für technische Abläufe ist.

Langfristiger Mehrwert

Von der Mobilitätsregion versprechen sich die Gesellschafter aus Achim, Ottersberg und Oyten derweil einen langfristigen Mehrwert, etwa die Reduzierung des individuellen Autoverkehrs und dadurch weniger Staubildung, was wiederum zu einer Steigerung der Lebensqualität und Zufriedenheit führen soll. „Für uns Oytener hat das Projekt einen großen Charme, weil wir an einer enorm verkehrsbelasteten Durchgangsstrecke leben“, betont Sandra Röse, deren Vorgänger Manfred Cordes einst zu den Befürwortern einer Gründung der AzweiO-Gesellschaft zählte.

Das Projekt „Die AzweiO Mobilitätsregion“ gehört derweil zu den ersten Projekten, die im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsräume Niedersachsen“ einen Zuwendungsbescheid erhalten haben. Insgesamt 200 000 Euro sind für den Bau der Mobilitätsknotenpunkte veranschlagt. 40 Prozent der Kosten steuert die A2O aus eigener Kasse bei. „Wir werden Vorreiter sein für andere Kommunen“, ist Horst Hofmann überzeugt. Auch weil Projektleiterin Stefanie Schleef „diese Idee lebt“, wie Rainer Ditzfeld anerkennend feststellt.

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