Pläne für den letzten Ausbau-Abschnitt der Harpstedter Ortsdurchfahrt verändern auch das Erscheinungsbild Das Grün am Straßenrand wird kleiner

Harpstedt. Eigentlich ging es um eine Straße. Doch geredet wurde am Mittwochabend im Bau- und Wegeausschuss des Fleckens Harpstedt auch ziemlich viel über Bäume und Hecken. Denn mit dem dritten und letzten Abschnitt des Ausbaus der Landesstraße 338 werden sich nicht nur Fahrbahn und Gehweg, sondern auch das optische Erscheinungsbild der Ortsdurchfahrt in ihrem westlichen Teil spürbar verändern.
08.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Harpstedt. Eigentlich ging es um eine Straße. Doch geredet wurde am Mittwochabend im Bau- und Wegeausschuss des Fleckens Harpstedt auch ziemlich viel über Bäume und Hecken. Denn mit dem dritten und letzten Abschnitt des Ausbaus der Landesstraße 338 werden sich nicht nur Fahrbahn und Gehweg, sondern auch das optische Erscheinungsbild der Ortsdurchfahrt in ihrem westlichen Teil spürbar verändern.

Noch säumen zwei Dutzend große Bäume die Burgstraße zwischen Freistraße und Großer Eßmerstraße. Doch sie sollen überwiegend weichen, wie Planerin Silke Baehr von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg auf Nachfrage von Hermann Schnakenberg (SPD) ausführte. Gerade einmal drei Bäume könnten "mit hohem Aufwand" erhalten werden.

Ersatzbäume auf Privatgrundstücken

Zwar soll es Ersatz geben. Doch sei für den im Straßenraum kein Platz mehr, erläuterte Baehr. Also sind die Planer auf die Bereitschaft der Anlieger angewiesen, Bäume auf ihren Privatgrundstücken anzupflanzen. 33 solcher neuen Bäume stehen derzeit im Plan. Zunächst habe es noch mehr Zuspruch gegeben, doch nach und nach hätten immer mehr Anlieger das Ansinnen abgelehnt, sagte Baehr. Denn wenn die Bäume Teil des Planfeststellungsbeschlusses werden, stehen sie als Dienstbarkeit im Grundbuch. Und das heißt, dass sie dauerhaft erhalten werden müssen und nötigenfalls auch ersetzt werden müssen. Mal eben fällen, weil man an der Stelle lieber niedrigere Sträucher oder gar Auto-Stellplätze hätte, geht dann nicht mehr. Derartigen Einschränkungen bei der künftigen Gestaltung ihrer Grundstücke wollten sich eben nicht alle Eigentümer unterwerfen, meinte Baehr. Sie hofft aber, dass der eine oder die andere trotzdem freiwillig weitere, rechtlich dann nicht geschützte Bäume zur Straße

hin pflanzt.

Auch wenn die Bäume zurückweichen, soll der Fahrbahnrand möglichst grün bleiben. Die Planer haben zwischen der asphaltierten Straße samt einem Seitenstreifen aus Naturstein und dem mit Betonsteinen gepflasterten Gehweg Hecken vorgesehen. Überwiegend beidseitig, nur wo der Platz nicht reicht oder Parkstreifen geplant sind, sind sie auf eine Seite beschränkt. Und im östlichsten Stück zwischen Mühlenweg und Großer Eßmerstraße passen sie einfach nicht mehr hin, dort rückt der Gehweg näher an die Fahrbahn.

Außer einem schönen Erscheinungsbild mit eher dörflichem Charakter haben die Hecken laut Baehr eine weitere Funktion: Mit ihnen lasse sich zumindest teilweise steuern, wo Fußgänger die Fahrbahn queren und wo eben nicht, weil auf einer oder beiden Seiten Grün im Weg steht.

Außerdem sind im Verlauf des 550 Meter langen Abschnitts zwei Mittelinseln als Querungshilfen vorgesehen - die nebenbei noch geeignet sind, den Verkehrsfluss "nicht gefährlich , aber erheblich" zu verlangsamen, wie Baehr erklärte. Das dürfte vor allem gleich hinter dem Ortseingang interessant sein, wo Fußgänger zwischen einseitigem und beidseitigen Geh- und Radwegen wechseln können sollen. Eine zweite Mittelinsel soll an der Kreuzung mit dem Junkernkamp entstehen. Durch die nötige Fahrbahnverbreiterung wird so außerdem auf der gegenüberliegenden Seite Platz für eine "Abbiegehilfe" - eine Art verkürzte Abbiegespur - für Linksabbieger geschaffen.

Wenn es nach den Planern geht, könnte "rein theoretisch", wie Baehr betonte, im nächsten Jahr mit dem Ausbau begonnen werden. Zu den Plänen können die Bürger noch zwei Wochen lang Stellungnahmen abgeben. Deren Bearbeitung dürfte in etwa drei Monaten erledigt sein, schätzte Baehr, sodass der Beschluss zum Jahresende rechtskräftig sein könnte. Das wäre dann wohl auch noch rechtzeitig für die Haushaltsberatungen. Welche Chancen die L L 338 hat, dabei für 2012 berücksichtigt zu werden, dazu konnte und wollte die Planerin sich nicht äußern.

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