Ausbau der Gartenstraße in Osterholz-Scharmbeck

Das Land zahlt 70 Prozent

Osterholz-Scharmbeck. Auf reges Interesse ist die Sitzung des städtischen Bau- und Umweltausschusses gestoßen: Gut 15 Anwohner der Gartenstraße und der Straße An der Handloge wollten wissen, wie der seit langem geplante Ausbau des Straßenzuges vonstatten gehen soll.
25.08.2010, 04:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. Auf reges Interesse ist am Montagnachmittag die Sitzung des städtischen Bau- und Umweltausschusses gestoßen: Gut 15 Anwohner der Gartenstraße und der Straße An der Handloge wollten wissen, wie der seit langem geplante Ausbau des Straßenzuges vonstatten gehen soll. Ein Thema waren die alten Kastanien, die entlang der Gartenstraße stehen und so von Pilzen befallen sind, dass sie komplett gefällt werden sollen. Aber auch über die Frage der Anliegerbeiträge wurde gesprochen.

Im Rathaus möchte man die Planungen zur Erneuerung der maroden Straße voranbringen, weil die letzte Chance besteht, dass das Land Niedersachsen im kommenden Jahr gut 70 Prozent der Kosten dafür übernimmt. Um diese Chance zu wahren, war ein klares Signal der Politik gefordert. Und das Signal kam: Einstimmig unterstützten die Ratsleute im Bau- und Umweltausschuss am Ende der Debatte die Planungen. Die Zeit drängt, weil die Stadt bis zum 1. September dem Land darlegen muss, inwieweit die Baureife des Vorhabens erreicht ist - ein deutliches Indiz dafür, dass das Land die Zuschüsse tatsächlich für das kommende Jahr bereithält.

Die Verwaltung geht davon aus, dass die Grundstückseigentümer beim anstehenden Ausbau einen Anteil zwischen 800 und 2000 Euro zahlen müssen. Details dazu werden sicherlich auch bei einer Anwohnerversammlung zu erfahren sein, die für Anfang 2011 angedacht ist.

Was die Kastanien in der Gartenstraße betrifft, so sieht die Stadt keine andere Lösung, als sie komplett zu fällen. Von ursprünglich 33 Bäumen stehen derzeit noch 25, die im Zuge der Baumaßnahme abgesägt werden sollen, weil ein übler Pilz an ihnen nagt. Als die Bäume 2003 untersucht wurden, war ein Befall noch nicht festgestellt worden. Doch der sehr anpassungsfähige Pilz hat sich in den vergangenen Jahren in unseren Gefilden extrem breit gemacht, berichtete Stadtplaner Ulrich Schmidt. Seine Prognose: Ließe man beim Ausbau die Bäume stehen, dürften sie spätestens in vier Jahren komplett weg sein, weil ihnen der Pilz den Garaus bereitet hat.

Die Stadtverwaltung will daher Nägel mit Köpfen machen, die Bäume in einem Zug fällen, den mit Pilzsporen durchsetzten Boden austauschen und neue Bäume pflanzen. Als Ersatzpflanzung ist an Spitz-Ahorn gedacht, der nicht anfällig für den agressiven Pilz ist. Zudem handelt es sich um einen Tiefwurzler, bei dem nicht die Gefahr besteht, dass die neue Straße in wenigen Jahren wieder nach oben gedrückt wird. Nach Auskunft der Verwaltung gibt es als Alternative zum Spitzahorn auch andere Bäume, die ähnliche Eigenschaften aufweisen und die für eine Bepflanzung ebenfalls in Frage kommen könnten.

Dass die Grundstückseigentümer im Falle des Ausbaus zur Kasse gebeten werden, daran ließ Stadtbaurat Jörg Fanelli-Falcke keinen Zweifel aufkommen. 'Das ist wie beim Monopoly. Da gibt es eine Ereigniskarte, und da sind sie dran', erklärte er einem Anwohner, der eine zu hohe finanzielle Belastung auf sich zukommen sieht. Gezahlt werden müsse, über die Modalitäten müsse man sich im einzelnen verständigen, sagte Fanelli-Falcke.

Nach Darstellung der Stadt soll der Großteil des Schwerlastverkehrs für den Bau der Mensa und des Medienzentrums verschwunden sein, wenn mit dem Ausbau der Gartenstraße begonnen wird. Die neue Straße soll aber einen Unterbau erhalten, der auch schwere Lasten tragen kann.

Ob im kommenden Jahr tatsächlich die Baumaschinen anrollen, wird nicht nur von der Bewilligung durch das Land, sondern auch davon abhängen, ob die Stadt ihren Eigenanteil von 516 500 Euro in den Haushalt für 2011 einstellt.

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