Autor Marten Steppat

Das neueste Kunststück des „Zauberers“

In der Vergangenheit hat Marten Steppat vor allem an großen Romanen gearbeitet. Seit Anfang des Jahres hat sich der Autor an Kurzgeschichten versucht – und das Ergebnis nun veröffentlicht.
08.10.2018, 16:19
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Von Stephen Kraut
Das neueste Kunststück des „Zauberers“

"Der Zauberer erzählt" heißt Marten Steppats erster Kurzgeschichten-Band. Den Spitznamen "Zauberer" hat er von Fans seiner Arbeit erhalten.

Braunschädel

Weyhe-Sudweyhe. Schon von klein auf hat der Sudweyher Marten Steppat gerne geschrieben. „Als ich ein Kind war, habe ich angefangen, einen Roman zu schreiben. Sechs oder sieben Seiten habe ich zusammenbekommen, damals noch mit dem Füller“, erinnert er sich. Später dann folgten die ersten großen Geschichten: die Kumono-Reihe. Und aktuell arbeitet Steppat bereits an einem weiteren Roman. Zwischendurch allerdings, da versucht sich der 42-Jährige seit diesem Jahr auch an Kurzgeschichten. Wobei er einschränkt: „Als Spielleiter bei Rollenspielen habe ich im Prinzip auch Kurzgeschichten entworfen. Sie wurden nur nie aufgeschrieben.“ Das ist nun anders. Wie gut das funktioniert, davon können sich Interessierte jetzt selbst überzeugen. „Der Zauberer erzählt“ beinhaltet mehr als 30 Kurzgeschichten von Steppat. Darin enthalten sind laut dem Autor ganz verschiedene Genres: zum Beispiel Fantasy, Paranormales, Science-Fiction und Business-Geschichten. Und sogar eine Erzählung, die nur aus einem Satz besteht.

„Ich bin in eine Story-Telling-Gruppe bei Facebook geraten“, berichtet Steppat von den Anfängen des Schreibens kurzer Geschichten. Dort gehe es darum, das Erzählen zu üben und selbst Beispiele zu bekommen, wie eine Handlung spannend aufgeschrieben werden kann. „Die Gruppe hat mich ermutigt“, sagt Steppat bescheiden zur Reaktion der Kollegen und berichtet, dass er inzwischen den Spitznamen „Zauberer“ trage, weil er laut allgemeinem Tenor der Gruppe ein Zauberer mit Worten sei. „Daher kommt auch der Titel für das neue Buch“, erklärt der Sudweyher, der unter anderem auch als Hypnotiseur und als Werbetexter arbeitet.

Alle Geschichten in dem neu erschienenen Werk sind laut Steppat auch in der Gruppe erprobt. Die Themen sind dabei durchaus vielfältig, teilweise auch autobiografisch. „Eine Geschichte handelt auch von der Story-Telling-Gruppe“, nennt er ein Beispiel. Dabei stellt er das virtuelle Konstrukt als Dorf dar, in das man gehen kann, um die Technik des Erzählens zu lernen. „Ich schreibe über mich, der eben dieses Dorf besucht“, so Steppat. Aber auch Geschichten über Unternehmer oder eine Dystopie sind darin zu finden. Und eben die Erzählung, die nur aus einem Satz besteht. „Die Anregung dafür habe ich aus einer anderen Facebook-Gruppe“, berichtet Steppat. Dort werde regelmäßig geübt, vorgegebene Wörter in nicht mehr als drei Sätzen unterzubringen. „In dem Fall meiner Geschichte hatte ich keine Vorgaben“, erklärt der Autor. Wieder wanderte das Werk in die Story-Telling-Gruppe, der Zuspruch sei auch dieses Mal groß gewesen. „So kam sie auch ins Buch“, sagt Steppat. Abgesehen von dieser Geschichte soll es auch in allen Texten eine Botschaft geben. „Ich versuche, die Welt zu verbessern. Und da meine Ideen aufgenommen werden, ist es eine sehr lohnende Aufgabe“, erklärt er.

Am 1. Januar diesen Jahres hat der Sudweyher seine erste Kurzgeschichte geschrieben, Mitte September ist bereits das Buch erschienen. Ein sportliches Tempo, aber der Schreiber erklärt schmunzelnd: „Eigentlich will ich die Geschwindigkeit noch erhöhen.“ Damit steht auch fest, dass es nicht bei nur einem Band mit kurzen Werken bleiben soll. „Es erfrischt die Kreativität, zwischendurch in völlig andere Welten einzutauchen“, verrät Steppat von der Arbeit an den Kurzgeschichten, während er noch an seinem nächsten großen Roman schreibt.

Dabei wird es wahrscheinlich auch für eine der aktuellen Kurzgeschichten noch eine Entwicklung hin zum Roman geben. Für welche, das sollen die Leser entscheiden. „Am Ende des Buches rufe ich die Leser dazu auf, dass sie mir mitteilen, welche Geschichte größer werden soll“, sagt Steppat. Einen persönlichen Favoriten habe er zwar, „aber das sollen die Leser entscheiden“, betont er.

Aber Marten Steppat war in den vergangenen Monaten an noch weiteren Projekten aktiv. So möchte er etwa einen Blog fürs Story Telling aufbauen, in dem er Tipps und Infos zu dem Thema liefert. „In der Gruppe ist es viel Lernen durch Schreiben, es bringt einem niemand so richtig bei“, sagt er zu dem Bedarf eines solchen Blogs. Und auch ein anderes Projekt könnte sich anbahnen: „Meine Kumono-Bücher liegen gerade beim zweiten Regisseur“, verrät er. Der erste sei nicht abgeneigt gewesen, hielt die Idee laut Steppat allerdings für nicht geeignet für sich. „Ich rechne noch mit vielen Neins“, stellt der Sudweyher seine Sicht der baldigen Erfolgsaussichten aber klar. Trotzdem will er am Ball bleiben. „Ich habe innerlich immer schon einen Film zu den Geschichten gesehen, es wäre super, wenn er tatsächlich gedreht wird.“ Und noch eine andere Idee will Steppat umsetzen – früher oder später: „Den Roman, den ich als Kind begonnen habe, würde ich gerne irgendwann fertigstellen“, erklärt er. Aber bis dahin wird es sicherlich auch noch einige Kurzgeschichten vom „Zauberer“ geben.


Der Blog von Marten Steppat ist unter www.storyrudel.de zu finden. Noch ist dort laut dem Autor nicht viel zu sehen, in einen Newsletter könne man sich aber schon einmal eintragen. Weitere Informationen zu Steppat und seinen Büchern gibt es unter www.martensteppat.de.

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