TV Lilienthal bietet Kurse für die neue Trendsport Zumba an

Das Tanzfieber bricht aus

Lilienthal. 15 Minuten sind vorüber. Die gefühlte Körperinnentemperatur nähert sich karibischem Niveau. "Etwas mehr Feuer", ruft Zumba-Instructorin Verena Kaatsch mit einem gewinnenden Lächeln. Also alles noch schneller: Einen Schritt nach links, tep, tep, zwei Schritte hinterher, Hüfte kreisen und die Arme nicht vergessen. Latino-Pop treibt uns an und wir sind steigerungsfähig. Nach dem Lied grinst Kaatsch: "Salsa ist der ruhigste Tanz, den wir haben." 20 Frauen und ein Mann wollen beim Zumba-Workshop erfahren, was sich hinter dem Sport verbirgt, von dem der TV Lilienthal sagt: "Es fühlt sich an wie eine Party und ist doch ein Fitnesskurs."
30.11.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Das Tanzfieber bricht aus
Von Undine Zeidler

Lilienthal. 15 Minuten sind vorüber. Die gefühlte Körperinnentemperatur nähert sich karibischem Niveau. "Etwas mehr Feuer", ruft Zumba-Instructorin Verena Kaatsch mit einem gewinnenden Lächeln. Also alles noch schneller: Einen Schritt nach links, tep, tep, zwei Schritte hinterher, Hüfte kreisen und die Arme nicht vergessen. Latino-Pop treibt uns an und wir sind steigerungsfähig. Nach dem Lied grinst Kaatsch: "Salsa ist der ruhigste Tanz, den wir haben." 20 Frauen und ein Mann wollen beim Zumba-Workshop erfahren, was sich hinter dem Sport verbirgt, von dem der TV Lilienthal sagt: "Es fühlt sich an wie eine Party und ist doch ein Fitnesskurs."

7,5 Millionen Zumba-Fans lassen wöchentlich auf der ganzen Welt ihre Hüften kreisen, so die offizielle Web-Seite des Trendsports. Mitte der 90er Jahre erfand der kolumbianische Fitnesstrainer und Choreograf Alberto Perez diese Mischung aus Salsa, Merengue, Cumbia, Kalypso und Flamenco. Über die USA schwappte das Aerobic des 21. Jahrhunderts nach Europa.

In Grasberg kam es vor gut 1,5 Jahren bei Verena Kaatsch an und mit ihr holt es der TV Lilienthal, der gerne neue Sportarten anbietet, in sein Kursprogramm. Zumba ist spanische Umgangssprache und bedeutet: "Beweg dich schnell und habe Spaß." Das kündigte Tanzlehrerin Kaatsch den Workshopteilnehmern für die folgenden zwei Stunden an und versprach damit nicht zu viel.

"Arriba" dröhnte es aus der Box. Neues Lied, neue Grundschritte. Je nach Tanzart wurden Ballen oder Fersen vor und zurück auf den Boden getickt, gab es Seitwärtsschritte, wiegten sich die Hüften oder Arme wirbelten durch die Luft, mit einer imaginären Machete in der Hand. Und kaum hatten die Tänzerinnen eine Ahnung davon bekommen, wo Füße und Arme beim nächsten Tanz in etwa landen sollten, schaltete Kaatsch schon zwei Gänge höher. Kaatschs Zumba-Begeisterung steckte an.

"Man muss nicht tanzen können"

Auf angestrengte Gesichter zauberte Kaatsch immer wieder ein Lächeln. "Man muss nicht tanzen können", hatte sie über den Sport gesagt. Das tröstete, wenn die Füße dem Rhythmus nicht gehorchen wollten und wieder an einer anderen Stelle landeten als bei Kaatsch, die geschmeidig jede Choreografie vor- und mittanzte. Dabei hatte sie ihre Schüler im Blick, gab mit den Fingern Takte vor oder erklärte noch einmal die Schrittkombinationen.

Salsa, Merengue, Cumbia, Flamenco - mit jedem Lied kroch die Röte in den Gesichtern weiter nach oben und Schweiß begann seine großflächigen Bilder auf T-Shirts zu malen. Nach einer halben Stunde der schnaufende Griff nach den Wasserflaschen. Nach 30 Minuten und einer Pause verkündete Kaatsch: "Jetzt wird es erst warm, das waren ja nur die Grundschritte" und erklärte: "Die erste Zumba-Stunde ist die schwierigste", weil da die Knochen noch so steif sind. Sich in die Musik hineinfallen lassen, den eigenen Stil finden, das komme später. An diesem Morgen waren 21 Augenpaare auf Kaatsch geheftet und 21 Körper versuchten, deren Bewegungen zu kopieren. Bei den Frauen, die in ihrem Grasberger Studio seit einem Jahr Zumba tanzen, sehe das schon individueller aus, so Kaatsch.

"Motivierend" empfand der Lilienthaler Jens Ohlensehlen die Trainerin. Dann grinste der einzige Mann des Workshops: "Bis es so aussieht wie bei ihr, bedarf es noch sehr viel Übung." Seine Frau habe ihn kurzerhand mitgebracht, erzählte er und schwärmte über "gute Musik und tolle Bewegungen". Auch wenn ihm als Mann die Geschmeidigkeit etwas schwer falle. Das Ehepaar hatte nach den zwei Stunden offenbar eine neue gemeinsame Sportart gefunden, sie füllten ihre Anmeldescheine für einen der Zumba-Kursus des TV Lilienthal aus. Genau wie Irmtraud Nuske, die von ihrer Tochter aus Amerika den Zumba-Tipp bekommen hatte und die sich nun zu dem anmeldet, worüber sie sagt: "Der ganze Körper ist in Schwung."

"Man lernt lockerer zu werden", erzählte Kaatsch den neuen Zumbafans. Sie hatte mit dem Tanz alleine vor dem Fernseher angefangen, konnte davon nicht mehr lassen und machte die Instructoren-Ausbildung.

Zumba-Kurse beim TV Lilienthal mit Verena Kaatsch beginnen am 7. Januar 2011, jeweils freitags von 10.15 bis 11.15 Uhr und am 8. Januar jeweils sonnabends von 9.30 bis 10.30 Uhr oder von 10.30 bis 11.30 Uhr. Die acht Termine in der Gymnastikhalle Schoofmoor kosten je 40 Euro, für Vereinsmitglieder 24 Euro. Anmeldung unter der Telefonnummer 04298/915480 oder per E-Mail an die Adersse geschaeftsstelle@tvlilienthal.de.

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