Heinz Cymontkowski zeigt in einer Sonderausstellung seine Ansichten von der Moorlandschaft Das Teufelsmoor als Landschaftsatelier

Sie hat schon ihren besonderen Reiz, die weite Landschaft des Teufelsmoores abseits der bewohnten Gebiete. Grüne Weiden und braune Moorflächen, ausgefahrene Sandwege und von Birken gesäumte Pfade, dunkle Gräben und finstere Teiche, dies alles atmet Einsamkeit und Stille.
18.04.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Otto

Sie hat schon ihren besonderen Reiz, die weite Landschaft des Teufelsmoores abseits der bewohnten Gebiete. Grüne Weiden und braune Moorflächen, ausgefahrene Sandwege und von Birken gesäumte Pfade, dunkle Gräben und finstere Teiche, dies alles atmet Einsamkeit und Stille.

Teufelsmoor. Ins Teufelsmoor zieht sich der Maler Heinz Cymontkowski regelmäßig zurück, wenn er der Unrast und dem hektischen Treiben in seiner Heimatstadt Lünen entkommen will. An den Wochenenden wohnt er in einer einfachen Kate am Ende der Kleinen Reihe, wo er sich seit Jahren ein Atelier eingerichtet hat. Und so nennt er auch seine neue Sonderausstellung "Landschaftsatelier Teufelsmoor". Sie dauert bis zum 30. Juni.

Unmittelbares Naturerlebnis

Sein "Landschaftsatelier" ist ein einfacher Fachwerkbau, der sich unter hohen Bäumen versteckt. Die Kate hat weder Strom- noch Wasseranschluss. Das Mauerwerk wird teilweise von Efeu überwuchert, auf dem Reetdach breitet sich grünes Moos aus. "Hier endet der Weg im Nichts", erklärt der Künstler. "Aber die Landschaft eröffnet einen nahezu unbegrenzten, zeitlosen Freiraum." Hier draußen, wo er die Natur unmittelbar erlebe, empfinde er den Spannungsbogen zwischen der ungeordneten Landschaft und der bis ins kleinste Planquadrat berechneten Ordnung der Stadt.

In der Öde des Teufelsmoores, wo Wildschweine im Acker wühlen und Rehe auf den Wiesen äsen, wo der Zaunkönig sein Nest baut und der Habicht seinen Horst, schafft Heinz Cymontkowski an einem schmalen Trampelpfad kleine Orte, an denen er gleichsam seine Spur hinterlässt. Da stellt er Holzskulpturen in die Landschaft, ordnet Findlinge aus Granit zu Gruppen oder verlegt Klinker im Boden. So schafft er Ordnung im natürlich gewachsenen Raum.

"Ich will Kunst und Landschaft zueinander in Beziehung setzen", erläutert der Künstler. Dazu müsse er sich auf die Natur einlassen, auf ihre Strukturen und Wachstumsformen. "Ich will die Landschaft verstehen, nur so kann ich sie im Kunstwerk einfangen." So stellt er Landschaft in seiner Malerei dar, indem er natürliche Elemente wie Sand, Torf oder grobe Asche als Malgrund in seine Bilder einfügt. Zum Malen verwendet er Pinsel und Spachtel, Bürste und Stift. Einen lichten Birkenhain hat er mit Ölfarben auf Leinwand gemalt. Die hellen Stämme wurzeln im braunen Sand. Auf dunklem Moorboden aus Torf steht eine trutzige Baumgruppe, deren grünes Laub sich gegen den bleichen Himmel abhebt. Ein Windstoß faucht in einem weiteren Gemälde durch einen Birkenhaag, die gebeugten weißen Stämme spiegeln sich im düsteren Tümpel wieder. "Ich bin kein Landschaftsmaler", bekennt Heinz Cymontkowski. Im Malprozess spüre er dem Wachstum nach. Indem er sich in die Landschaft einfüge, verändere er sich,

verwandle sich seine Sichtweise auf die Welt, und er begreife die Natur in ihrer unmittelbaren Wirklichkeit.

Andererseits offenbart sich bei ihm geradezu eine Sehnsucht nach grenzenloser Weite. Routiniert breitet er einen hohen Wolkenhimmel über der smaragdgrünen Ebene aus, der Blick des Betrachters löst sich vom festen Boden und verliert sich in der Unendlichkeit des Alls. Cymontkowski ist ein umtriebiger Mensch, der ständig in Bewegung ist. Das zeigt sich auch in seinen Bildern, besonders in seinen grafischen Arbeiten, den Tuschezeichnungen. Hier wirbeln Tänzerinnen und drehen Pirouetten, Figuren gestikulieren aus dem freien Schwung der Linienführung heraus. Die figürliche Darstellung schließt aber nicht aus, dass bei ihm aus begrenzten Beobachtungen des Mikrokosmos auch abstrakte Bilder entstehen wie beispielsweise eine "Moorwiesen-Pfütze".

Der Maler deckt ein breites Spektrum an Motiven und Techniken ab. Sein Atelier ist angefüllt mit Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen. Man kann sie an den Wochenenden, sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr, besichtigen.

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