Debatte im Stuhrer Ausschuss Prüfung der GAR-Pläne

Auf der Ausschusssitzung für Gemeindeentwicklung und Umwelt in Stuhr ging es am Donnerstag auch um die Erweiterungspläne der GAR. Anwohner hatten das Thema angesprochen.
29.01.2021, 18:09
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Prüfung der GAR-Pläne
Von Alexandra Penth

Stuhr/Bassum. Eigentlich standen die Erweiterungspläne der Gesellschaft für Abfall und Recycling (GAR) in Bassum gar nicht zur Debatte in der jüngsten Sitzung des Stuhrer Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt. Doch einige Bürger hatten in dieser Sache offenkundig Redebedarf. Im Namen eines verhinderten Fahrenhorster Anwohners las Alfred Krüger aus Kätingen einen Brief vor. „Die GAR hat ihre Glaubwürdigkeit mit ihrer Wachstumsstrategie längst verloren“, hieß es darin. Der Fahrenhorster Wald sei einst „ein gewachsener Bürgerpark“ gewesen, was jedoch jegliche Gültigkeit verloren habe. Weitere Anwohner der nahegelegenen Fahrenhorster Waldsiedlung meldeten sich in der digitalen Sitzung zu Wort. In Bassum schreitet die Bauleitplanung voran, die Stuhrer aber bekommen die Emissionen durch die Verarbeitung von Kunststoff und die Häufung von Bränden derweil deutlich zu spüren, hieß es von den Anwohnern, die angaben, etwa 750 Meter Luftlinie vom Betrieb entfernt zu leben. Auch Jürgen Schierholz von der Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst ergriff das Wort. Das Landschaftsschutzgebiet an betreffender Stelle sei „über Nacht zum Industriegebiet“ geworden. Einen „Etikettenschwindel“ nannte er das. Er begrüßte den aus Richtung der SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Bassumer Ausschusses für Stadtentwicklung geäußerten Gedanken, den Recyclingbetrieb nahe der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) Bassum anzusiedeln. Dass er als Bassumer in einer politischen Sitzung in Stuhr sprechen durfte, freute Alfred Krüger. Umgekehrt sei den Stuhrern einst in Bassum „der Mund verboten“ worden.

Die Erweiterungspläne des Betriebes in Richtung jetziger Ausgleichsfläche sind seit Jahren bekannt, sagte Stadtplaner Christian Strauß. Vor fünf, sechs Jahren waren erste Absichten geäußert worden, 2019 war das Thema dann wieder auf die Agenda genommen worden. Bereits vor der Bauleitplanung habe die Gemeinde Stuhr auf entsprechende Umweltprüfungen und Fragen des Emissionsschutzes hingewiesen, sagte Strauß. Im Bauleitverfahren werde die Gemeinde erneut zur Stellungnahme aufgefordert und will ihr Anliegen noch einmal bekräftigen. Bettina Scharrelmann, Erste Gemeinderätin, wies auf die Bemühungen von Bürgermeister Stephan Korte hin, den Brandschutz bei der GAR zu verbessern. „Wir werden aus Sicht der Verwaltung alles tun, um kritisch zu überprüfen“, so Scharrelmann.

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