Wetter: Regenschauer, 10 bis 15 °C
Gildefest Wildeshausen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

110 neue Rekruten für die Gilde

Jochen Brünner 11.06.2019 0 Kommentare

Gilde-General Jens Kuraschinski (links) und Oberst Willi Meyer schritten die Front ab.
Gilde-General Jens Kuraschinski (links) und Oberst Willi Meyer schritten die Front ab. (Martina I. Meyer)

Wildeshausen. Wie alt die Wildeshauser Schützengilde wirklich ist, weiß zwar niemand so ganz genau, trotzdem gibt es offenbar keinen Zweifel daran, dass die Stadt in diesem Jahr ihr 616. Gildefest begeht. Tatsache ist aber auch, dass sich die Gilde immer noch großer Beliebtheit erfreut, was sich am Dienstagmorgen einmal mehr bei der Verpflichtung der neuen Rekruten gezeigt hat. 110 junge oder auch nicht mehr ganz so junge Männer hatten auf der Herrlichkeit Aufstellung genommen, um sich von Gilde-General Jens Kuraschinski vereidigen zu lassen. Das waren so viele wie lange nicht, weshalb das umstehende Publikum die Zahl auch mit spontanem Applaus bedachte.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte es 91 neue Rekruten gegeben, 2017 sogar nur 87. „Das ist euer zweitwichtigster Moment nach der Einschulung“, gab Kuraschinski den Novizen mit auf den Weg, ehe er sie beim Fahneneid unter anderem die Loyalität zur Gilde, die Pflege der Kameradschaft, die Wahrung der Sitten und Gebräuche sowie ihren Einsatz zum Wohl der Stadt Wildeshausen geloben ließ. Anschließend zogen die Rekruten zum Rathaus, um sich ins Protokollbuch einzutragen, was ebenfalls unabdingbarer Bestandteil der Aufnahmezeremonie ist.

Unter den Gilde-Novizen war auch Garten- und Landschaftsbauer sowie „Ex-Prinz“ Volker Kreye aus Ganderkesee, der selbstverständlich in Frack und Zylinder zur Zeremonie erschienen war. Er gehört zu einer Clique von zehn Freunden aus der Region, die künftig als „Gilde-Springer“ bei der Schützengilde mitmachen. „Wir hatten uns ein bisschen aus den Augen verloren und haben beschlossen, jetzt wieder mehr gemeinsam unternehmen zu wollen“, erklärte Kreye. „Also sind wir alle gemeinsam in die Gilde eingetreten.“ Der Name „Gilde-Springer“ verweist auf einen Weinbrand-Klassiker, der zu den bevorzugten Getränken der Gruppe gehöre. Beim Königsschießen am Nachmittag durften die Neulinge aber noch nicht mitmachen. „Um dort dabei sein zu dürfen, muss man mindestens fünf Jahre lang Mitglied sein“, erklärte Kreye, der nach eigenen Worten selbst noch nicht mit allen Traditionen vertraut ist.

Beim sogenannten Rock-Appell hatte Gilde-Oberst Willi Meyer „die Truppe in einem hervorragenden Zustand vorgefunden“, wie er dem General meldete. Nachdem die Musikzüge und die Wachkompanie aufmarschiert waren, hatte sich der Oberst persönlich vom Wohlbefinden der Akteure überzeugt. Und auch das Wetter hatte ein Einsehen: Pünktlich zum Aufmarsch der Kapellen hatte es aufgehört zu regnen.

Einen Verdienstorden der Gilde verlieh Kuraschinski an Rolf Klostermann, der unter anderem viele Jahre Vorsitzender des Inventarausschusses gewesen ist. Die gleiche Auszeichnung erhielt Rolf Desens, der seit über 50 Jahren Mitglied des Spielmannszugs ist und 2017 dort seinen zweitausendsten Einsatz feiern konnte. Einen weiteren Verdienstorden gab es für Rolf Tepe, Fourier der Wachkompanie, für seine langjährige Tätigkeit bei der Wache und im Offizierskorps. Gleich doppelt ausgezeichnet wurde der langjährige stellvertretende Stadtbrandmeister Kurt Hagelmann: Er bekam nicht nur den Verdienstorden der Gilde, sondern auch die Verdienstmedaille der Stadt – auch wenn die eher etwas für die Vitrine und nichts für den Anzug ist, wie Kuraschinski bemerkte.

Traditionell standen auch einige Beförderungen an: So wurde Oberstleutnant Hergen Stolle zum Hauptmann des Offizierskorps ernannt, Hauptmann Arthur Gabriel ist jetzt Major, die Majore Rolf Klostermann und Udo Leibscher stiegen in den Rang eines Oberstleutnants auf. Zu den Pflichten des Generals gehört es darüber hinaus, den scheidenden Schaffer zum Fähnrich zu ernennen. Wobei Fabian Reinke ein Schaffer mit einer besonders langen Amtszeit gewesen sei: Weil Pfingsten in diesem Jahr so spät liege, habe er diese Position fast 13 Monate lang bekleidet.

Am Nachmittag zogen die Gildebrüder dann zum Festplatz am Krandel, wo sie am Abend den neuen König ermittelten. Pünktlich um Mitternacht verpflichtete Kuraschinski dann auch den neuen Schaffer. An diesem Mittwoch stellen sich die beiden neuen Repräsentanten dann der Öffentlichkeit vor.


Ein Artikel von
Mein Delmenhorst
Ihr Portal für Delmenhorst

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für die Stadt Delmenhorst und das Gebiet des Landkreises Oldenburg. In diesem Portal informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrer Region.

Webcam Marktplatz Delmenhorst
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 10 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltung für Ihre Region
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
philidor am 19.10.2019 11:33
Genau. Ob Johnson für seinen "Deal" die nötige Mehrheit von 320 Stimmen erhält, darf bezweifelt werden. Und dann? Wird wahrscheinlich die nächste ...
peteris am 19.10.2019 10:57
Sondersitzung des britischen Parlaments
Johnson wirbt für seinen Brexit-Deal.

Die Brexit-Komödie geht heute in die nächste Folge. ...