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Landrat stellt „Zielkonzept 2022+“ vor
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30-Minuten-Takt kommt

Kerstin Bendix-Karsten 22.11.2017 0 Kommentare

Bahnhof Hoykenkamp
Ab Dezember 2022 soll die RS4 in Hoykenkamp halten. Zusätzliche Haltepunkte sind auch in Bookholzberg und Schierbrook geplant. (Janina Rahn)

Landkreis Oldenburg. Jahrelang haben die Kommunen im Landkreis Oldenburg für eine bessere Anbindung an die Regio-S-Bahn gekämpft. Dieser Kampf war nun von Erfolg gekrönt, wie Landrat Carsten Harings dem Struktur- und Wirtschaftsausschuss des Landkreises Oldenburg am Dienstag berichtete: „Man kann von einem Tag der Freude sprechen.“ Es sei gelungen, gemeinsam mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) ein Modell zu kreieren, das alle Interessen unter einen Hut bringt. „Es gibt nur Gewinner“, ist Harings überzeugt.

Die LNVG als Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) hatte im Fahrplangespräch Anfang 2017 angekündigt, alle betroffenen Kommunen bei der Angebotskonzeption im Zuge der 2018 bevorstehenden Ausschreibung der Regio-S-Bahn-Leistungen einzubeziehen. Das sei geschehen. Entstanden ist daraus das sogenannte „Zielkonzept 2022+“, mit dem die Attraktivität des SPNV-Angebots im Bremer Raum gesteigert werden soll. Auch der Landkreis Oldenburg ist in dem Konzept berücksichtigt, und zwar in den Teilbereichen für die RS3 (Bremen – Oldenburg) und RS4 (Bremen – Nordenham).

Für die Linie 4 ist geplant, die Fahrten zwischen Hude und Bremen zeitlich besser zu verteilen sowie eine echte 30-Minuten-Taktung einzurichten. „Es werden künftig die zusätzlichen Haltepunkte Bookholzberg, Schierbrok, Hoykenkamp, Heidkrug und Bremen-Neustadt eingerichtet, wodurch sich die Gesamtfahrzeit um acht Minuten erhöht und die Zeitlage der Fahrten angepasst werden muss“, erläutert die Kreisverwaltung in der Sitzungsvorlage für den Ausschuss. Zwischen Hude und Nordenham bleibe indes alles beim Alten. Wichtige Anschlüsse, insbesondere im Fernverkehr, würden bis auf wenige Ausnahmen gehalten werden können. „Durch diese Anpassung entsteht ein echter Halbstundentakt für alle Halte zwischen Hude und Bremen“, schreibt die Kreisverwaltung.

Weiter heißt es in der Vorlage, dass künftig die RS3 in einer anderen Zeitlage, 30 Minuten versetzt zur RS4, verkehren und wie bisher alle Halte zwischen Oldenburg und Bremen bedienen wird. Gegebenenfalls werde außerdem die Möglichkeit bestehen, die RS3 in Zukunft bis Wilhelmshaven weiterzuführen. Darüber hinaus soll zusätzlich eine neue, schnelle Verstärker-Linie RS3X von Bremen nach Bad Zwischenahn eingerichtet werden, die im Stundentakt fährt und nur in Delmenhorst, Hude und Oldenburg stoppt.

Leise Zweifel am Gelingen

Die Freude des Landrates über die geplanten Änderungen im SPNV-Angebot teilten auch die Mitglieder des Struktur- und Wirtschaftsausschusses. Allerdings mit Einschränkungen. „So weit waren wir noch nie“, merkte beispielsweise Marion Daniel (FDP) an. Sorge bereiten ihr allerdings die Infrastrukturmaßnahmen, deren Umsetzung bei der DB-Netz liegt und Voraussetzung dafür sind, dass die geplanten Änderungen an der RS3 und RS4 auch Realität werden. Zwar sei die LNVG und das Land Bremen als Aufgabenträger mit der DB-Netz hierzu bereits im Dialog. Trotzdem hat Daniel „leise Zweifel“ am Gelingen: „Wir sind von der DB-Netz abhängig. Das ist ein Knackpunkt.“

Auch Reinhold Schütte (Grüne) zeigte sich erfreut: „Das ist ein großer Wurf.“ Seines Erachtens nach gibt es jedoch zwei Wermutstropfen. Der eine sei, dass es noch fünf Jahre dauert, bis es endlich soweit ist. Denn die Umsetzung ist erst für Dezember 2022 geplant. „Das ist eine lange Periode für Pendler, die auf die Bahn umsteigen wollen“, meinte Schütte. Der zweite Wermutstropfen ist in seinen Augen, dass der Bahnhof in Wüsting bei den Planungen außen vor bleibt: „Dort sollte man nacharbeiten.“

Mit dem Zeithorizont von fünf Jahren ist auch Kreszentia Flauger (Linke) nicht besonders glücklich. Aus Erfahrung weiß sie jedoch: „Alles, was mit Verkehrsvernetzung zu tun hat, ist immer sehr zäh, speziell wenn die Deutsche Bahn beteiligt ist.“ Ein Tag der Freude werde es erst dann sein, wenn es wirklich auch soweit ist. Der Landrat zeigte für diese Sicht durchaus Verständnis. Leicht scherzhaft relativierte er entsprechend seine vorherige Aussage: „Es ist ein Tag der Freude und Vorfreude.“


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Leserkommentare
Bevenser am 22.10.2019 17:47
Man muss sich nicht künstlich blöd stellen. Wie es geht sieht man z.B. in Österreich - und nicht nur da.
peteris am 22.10.2019 17:39
Werden diese Menschen "losgelassen", dann gibt es erst wieder einen Stop in Deutschland.

Bereiten" wir " uns schon einmal darauf vor. ...