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Onair im Kleinen Haus
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A-cappella-Gesang in Perfektion

Ilias Subjanto 19.05.2019 0 Kommentare

Onair im Kleinen Haus: André Bachmann, Patrick Oliver, Jennifer Kothe, Kristofer Benn und Marta Helmin (v.l.).
Onair im Kleinen Haus: André Bachmann, Patrick Oliver, Jennifer Kothe, Kristofer Benn und Marta Helmin (v.l.). (INGO MOELLERS)

Im Kleinen Haus gab es am Freitag einen Abend voller Kuriositäten zu bestaunen. Angekündigt hatte sich das Vokalensemble Onair mit seinem Programm „Vocal Legends“, doch schon beim ersten Song – „Radio Gaga“ von Queen – streikte das Mikrofon des Baritons Patrick Oliver. „Wir haben im Internet nach Kuriosem in Delmenhorst geschaut und nichts gefunden. Da wollten wir für ein bisschen Material sorgen“, scherzte Kristofer Benn, der in der Band die Bassstimme übernahm. Die Mikrofonpanne war schnell behoben, und das A-cappella-Quintett löste das Versprechen nach weiteren Kuriositäten und Besonderheiten auch ein – im positiven Sinne, wohlgemerkt.

Bemerkenswerte Songauswahl

Grundsätzlich sieht die Combo in ihrer sympathisch unkomplizierten Art aus wie eine illustre Schar von Sängern aus der Nachbarschaft. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um professionelle Musiker, die fast alle an der der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ studiert haben. In ihrer „Vocal-Legends“-Show trug die Gruppe Lieder vor mit „ganz persönlicher Bedeutung“, von Künstlern, „die uns dazu gebracht haben, auf der Bühne zu singen“, wie es Tenor André Bachmann ausdrückte. Die Songauswahl war bemerkenswert, mit Coldplay, Linkin Park, „Superstitious“ von Stevie Wonder und „Bang Bang“ von Jessie J, Ariana Grande und Nicki Minaj gab es einen musikalischen Streifzug durch die Jahrzehnte mit durchweg populären Songs.

Der Auftritt von Onair war durchchoreografiert wie bei einer Dance-Pop-Group; die Tanzeinlagen waren charmant, aber nicht exzessiv – der Schwerpunkt lag eindeutig auf dem Gesang. Aufmerksamen Zuschauern mag es aufgefallen sein, dass Schlagzeug- und Perkussionsrhythmen zu hören waren, obwohl sich alle Bandmitglieder dem Harmoniegesang widmeten. Schummelte die Gruppe hier etwa und lies sich von einer Tonspur begleiten? Das Geheimnis, das die Band selber auflöste: Eine sogenannte Loop-Maschine, die der Tontechniker Nicolai Plier im Hintergrund bediente. Mit dieser wurden die vom „Beatboxer“ Patrick Oliver mit dem Mund, der Nase und dem Rachen imitierten Rhythmen aufgenommen und in Dauerschleife wiederholt. Alle Töne wurden also live erzeugt und dann erneut abgespielt – dieses Zusammenspiel funktionierte einfach grandios.

Überhaupt sorgte die raffinierte Anwendung moderner Technik für großes Staunen, wie etwa bei Led Zeppelins „Stairway to Heaven“. Mit einem Verzerreffekt sang Marta Helmin das Gitarrensolo von Jimmy Page so authentisch nach, dass das Publikum mit Jubelstürmen reagierte. Daneben bewies die Band mit ihren Arrangements immer wieder ein Händchen für die richtige Stimmung in den Songs, wenn es etwa sentimentaler wurde wie bei Herbert Grönemeyers „Der Weg“, oder wenn es mit „I Have Nothing“ von Whitney Houston in Richtung R&B ging. Großes Kino war auch „Rolling in the Deep“ von Adele, bei dem die Sopranistin Jennifer Kothe ihr Können zeigte. Zudem sorgte die famose Lichtshow für viel Atmosphäre.

Beatboxing-Percussion-Solo

Ein weiteres kurioses Highlight war Patrick Olivers formidables Beatboxing-Percussion-Solo, das man so nicht alle Tage erlebt und das auch das große Finale des Abends einleitete: Mit „24K Magic“ von Bruno Mars und „Don't Stop the Music“ von Rihanna riss Onair das Publikum von den Sitzen.

Letztes Kuriosum dieses Abends: Ein nur zu knapp zwei Dritteln gefüllter Saal. Onair boten so viel musikalische Kreativität und Qualität, dass es nicht verw–underlich wäre, wenn sie die Karriereleiter weiter erklimmen und in absehbarer Zeit auch größere Auftrittsorte als das Delmenhorster Kleine Haus komplett füllen würden.


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