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100. Geburtstag des Bagger-Herstellers
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Atlas baut Demo-Gelände zum Jubiläum

Jochen Brünner 27.07.2018 0 Kommentare

Die Auftragsbücher von Bagger-Hersteller Atlas sind zurzeit prall gefüllt. Jede Maschine die fertig wird, wird sofort ausgeliefert.
Die Auftragsbücher von Bagger-Hersteller Atlas sind zurzeit prall gefüllt. Jede Maschine die fertig wird, wird sofort ausgeliefert. (fotos: Ingo Möllers)

2019 feiert die Atlas GmbH, renommierter Hersteller für Bagger und Krane und mit 230 Beschäftigten am Standort Ganderkesee einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde, ihren 100. Geburtstag. Und pünktlich zum Jubiläum will das Unternehmen am Standort Ganderkesee ein Demo-Zentrum eröffnen, bei denen Händler und Kunden Bagger, Krane und Radlader aktiv ausprobieren können. Dieses Vorhaben berichtete Atlas-Geschäftsführer Brahim Stitou am Freitag bei einem Besuch einer FDP-Delegation um den Bundestagsabgeordneten Christian Dürr und den Delmenhorster Fraktionschef Murat Kalmis.

Für das neue Testgelände hat die Atlas GmbH eine etwa 12 000 Quadratmeter große Fläche entlang des Feldwegs erworben. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ganderkesee lief völlig geräuschlos“, erklärte Stitou. Die Baugenehmigung liege bereits vor und auch eine erste Lärmschutzwand sei bereits errichtet. Bis April 2019 soll noch ein Bürogebäude mit Werkstattbereich gebaut werden. Die Vorführungen der Bagger, Radlader und Krane würden dann weitgehend unter freiem Himmel erfolgen.

Die Absprachen mit der Gemeinde Ganderkesee für das Erweiterungsprojekt waren sogar so geräuschlos, dass sie offenbar völlig an den politischen Gremien der Gemeinde Ganderkesee vorbei gelaufen sind. Christel Zießler, Vorsitzende des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, war das Bauvorhaben am Freitag auf Nachfrage jedenfalls „völlig neu“, und auch weitere Ratsmitglieder zeigten sich von der Entwicklung überrascht.

Der Schwerpunkt der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag soll laut Stitou in der Zeit vom 8. bis 14. April stattfinden. Dann findet in München die „bauma“, die Welt-Leitmesse für Baumaschinen statt, auf der sich die Atlas GmbH mit einem deutlich größeren Stand als in der Vergangenheit präsentieren wird. „Während der Messe werden wir von München mit unserem firmeneigenen Jet eine Luftbrücke nach Ganderkesee einrichten und Händler und Kunden über unser Werksgelände führen“, kündigte der Atlas-Chef an. Weiterhin sind unter anderem ein Galaabend für geladene Gäste sowie ein Tag der offenen Tür für Mitarbeiter und ihre Familien geplant.

Schwarze Zahlen seit 2011

Investor Fil Filipov hat das Werk 2010 von der Vorgängerfirma Terex übernommen und mit einem harten Spar- und Personalkurs wieder in die Gewinnzone gebracht. „2010 haben wir jeden Monat zwei Millionen Euro Verlust geschrieben. Seit 2011 arbeiten wir wieder profitabel“, erklärt Finanzchef Wolfgang John. Überdies befindet sich die Atlas GmbH inzwischen in der komfortablen Situation, kurzfristigen Konjunkturschwankungen nicht mehr mit einer Drosselung der Produktion begegnen zu müssen. „Den letzten Einbruch gab es 2014, da hatten wir hier zeitweise 130 Bagger auf dem Hof stehen“, erinnert sich John. Doch als die Nachfrage wieder angezogen habe, konnten sämtliche Maschinen innerhalb kurzer Zeit verkauft werden. Inzwischen sind die Auftragsbücher dank der guten Konjunktur so voll, dass die Kapazitäten der drei Werke in Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta voll ausgeschöpft sind. „Jeder Bagger, der fertig wird, wird sofort ausgeliefert“, sagt Stitou. Aber auch diese Situation beschert dem Atlas-Chef keine völlige Sorglosigkeit: „Wir sind ganz extrem auf die Zuverlässigkeit unserer Lieferanten angewiesen, und diese Kette ist gegenwärtig extrem angespannt. Wenn dann ein Kabelbaum-Hersteller kurz vor der Insolvenz steht oder eine Gussfirma für Motorblöcke über mehrere Wochen bestreikt wird, dann trifft uns das auch“, sagt der Atlas-Geschäftsführer. Dennoch ist die Unternehmensleitung stets bestrebt, möglichst unabhängig zu agieren. So hat Atlas in den vergangenen Jahren einige Zulieferfirmen aufgekauft. Und auf dem Werksgelände lagern Teile im Wert von rund 60 Millionen Euro, um gegebenenfalls schnell produzieren zu können. Der Ersatzteilservice hat etwa einen Bestand von zehn Millionen Teilen. Dennoch beträgt die Lieferzeit – je nach Ausstattungswunsch – mitunter bis zu einem Jahr.

200 Millionen Euro Umsatz

Etwa 900 bis 1000 Bagger und Radlader sowie rund 2000 Ladekrane für Lastwagen produziert die Atlas GmbH jedes Jahr. Großartige Steigerungen strebt das Unternehmen gegenwärtig nicht an. „Wir sind ein Nischen-Hersteller und bauen das, was die anderen nicht bauen wollen“, sagt Stitou. Von Werksschließungen, wie sie zuletzt 2014 für Delmenhorst diskutiert worden sind, ist derzeit überhaupt keine Rede mehr. „Wir haben die Produktivität in Delmenhorst gesteigert." Und auch der neue Firmenzweig „Atlas kompakt“, der auf den Vertrieb von Mini- und Midi-Baggern spezialisiert ist, wie sie etwa im Garten-Landschaftsbau zum Einsatz kommen, ist in einer Halle auf dem Gelände an der Stedinger Straße angesiedelt. Gegenwärtig beschäftigt Atlas etwa 600 Mitarbeiter und ist in 50 Ländern weltweit präsent. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Atlas-Gruppe einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Laut John seien die Zahlen „auf hohem Niveau stabil“.

Zu den strategisch wichtigen Märkten gehört etwa auch Großbritannien. Um sich auf den Brexit vorzubereiten, stellt sich die Atlas GmbH gerade darauf ein, alle Komponenten, die für die Fertigung in England benötigt werden, auch von britischen Firmen einzukaufen und so den Brexit zu umgehen. Eine große Herausforderung ist auch die Abgasgesetzgebung. „Für eine sehr kleine Stückzahl von Baggern müssen wir unsere Motoren dann immer völlig neu konzipieren. Das kostet uns zwei bis zweieinhalb Jahre Entwicklungsarbeit und zehn Millionen Euro Investition“, sagt Stitou. Der Atlas-Chef hofft hier, dass die Politik Erleichterungen in diesem Bereich beschließt, zumal es nicht zu vermitteln sei, dass Frachtschiffe in den Häfen mitunter überhaupt keine Abgasnormen zu erfüllen hätten, der Bagger, der die Ladung löscht, aber hundertprozentig sauber sein müsse.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...