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Ehrenamtliches Engagement geehrt
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Brummkreisel für Anneliese Tepe

Jacqueline Schultz 12.05.2019 0 Kommentare

Heinrich Boning, Altmeister des Brummkreiselvereins, ehrte Anneliese Tepe am Sonnabend mit dem Goldenen Brummkreisel.
Heinrich Boning, Altmeister des Brummkreiselvereins, ehrte Anneliese Tepe am Sonnabend mit dem Goldenen Brummkreisel. (INGO MöLLERS)

Für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement hat der Brummkreiselverein Wildeshausen am Wochenende Anneliese Tepe mit dem „Goldenen Brummkreisel“ geehrt, den er alle fünf Jahre verleiht. Anneliese Tepe ist die achte Trägerin in der 55-jährigen Geschichte des Vereins. Bei den Ausgezeichneten handele es sich stets „um schlichte Mitmenschen, die ihre Verdienste im Stillen und nicht im Lichte der Öffentlichkeit erwarben“, wie „Altmeister“ Heinrich Boning in seiner Laudatio betonte.

Um die Preisträgerin Anneliese Tepe habe es zunächst einige Diskussionen gegeben, weil sie selbst Mitglied des Brummkreiselvereins ist, erklärte Boning. Schließlich habe sich aber die Meinung durch, „dass niemand nur deshalb ausgeschlossen werden könne, weil er uns besonders nahe steht.“ Dementsprechend leicht falle ihm auch die Laudatio, meinte der Almeister.

Anneliese Tepe trat 1982 als dritte Frau in den Brummkreiselverein ein. Damals hatte sie schon ein volles Leben hinter sich: 1948, als sie gut 13 Jahre alt war, starb die Mutter und  der schwer kriegsverletzte Vater msste vier Kinder versorgen, von denen Anneliese die älteste war. Nach Abschluss der Volksschule war sie zunächst zwei Jahre im „Haus Sonneck" tätig, ehe sie in den Bäckereien Wellbrock und Muhle sowie im Hotel Wipperfeld an der Huntestraße arbeitete. Von 1969 bis 1989, also 20 Jahre stand sie im Laden und im Café Frye hinterm Tresen. "Man hatte ihre kommunikativen Talente entdeckt", sagte Boning. Aber auch auf einem ganz anderen Berufsfeld hat sie ihr Brot verdient, nämlich als Mitarbeiterin in der Näherei Tünnerhoff. Die letzten zehn Jahre ihres Arbeitslebens, von 1995 bis 2005, war sie beim Textilhändler Dieler in Vechta tätig.

„Wellbrock, Muhle, Frye, Haushalt, Gastronomie, Textilproduktion – wer in solch „meinungsbildenden“ Institutionen tätig war und über eine breit gestreute Verwandtschaft verfügt, weiß fast alles über unsere Kleinstadt. Und Anneliese gab und gibt ihr Wissen bereitwillig weiter. Aber nicht als Geschwätz, Klatsch und Tratsch-Tante, sondern immer positiv“, erklärte Boning.

1956 lernte sie ihren Ehemann Alfons Tepe kennen, zwei Jahr später wurde geheiratet. Im vergangenen Jahr feierten beide ihre Diamantene Hochzeit. Das Geheimnis ihrer langen Ehe? „Es ist nicht jeden Tag Honig schlecken. Aber Aufeinander hocken geht gar nicht“, hatte sie damals erklärt. Der Ehe entsprangen vier Kinder. Acht Enkel und ein Urenkel runden das Bild inzwischen ab. Mit Fleiß und gemeinsamer Zeit habe die Familie ihre Kinder großgezogen, 1972 reichte es für ein Eigenheim an der Goldenstedter Straße.

Den „Goldenen Brummkreisel“ – der in Wahrheit aus Messing mit einer ledernen Kette ist – habe sich Anneliese Tepe aber mit der Tätigkeit verdient, die sie nach ihrem Arbeitsleben ausgefüllt habe. So ist sie seit inzwischen 15 Jahren ehrenamtlich tätig und macht sich im Kreisaltenheim und im Alexanderstift auf vielfältige Weise nützlich. „Sie leitet Singkreise, bereitet Kaffeetafeln und Gottesdienste vor, zeigt Gehbehinderten per Rollstuhl die große, weite Welt, oder besser gesagt Teile davon, wie die Heemstraße, Westerstraße, Huntestraße. Vor allem: Sie unterhält ihre Klientel und hört ihnen zu. Und da hilft eben auch das Wissen um örtliche Geheimnisse, Netzwerke und sonstige Errungenschaften“, erklärte Boning und resümmierte: „Anneliese Tepe leistet durch ihre stille und bescheidene ehrenamtliche Tätigkeit mehr als die manchmal allzu vollmundigen Rufe von Politikern nach sozialer Gerechtigkeit.“ Wobei er andere ehrenamtliche Helfer, die in Wildeshausen unterwegs sind, nicht ausgeschlossen wissen wollte: „Ihnen sei bei dieser Gelegenheit dankbar und ehrenvoll gedacht“, sprach der Altmeister.

Anneliese Tepes Engagement habe seine Quelle in ihrer tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben. Es sei die unbekümmerte Munterheit einer in sich ruhenden Persönlichkeit, bei der die 200 Jahre alte frohe Botschaft der Evangelisten angekommen ist. Nicht von ungefähr sei die älteste Tochter Iris als Hospizdame ebenfalls Trägerin des „Goldenen Brummkreisels“. Und Zwillingsbruder Rolf sei bekannt als großzügiger und warmherziger Fourier der Wachkompanie der Wildeshauser Schützengilde.

Im Abstand von fünf Jahren hatte der Verein bisher die Schriftstellerin und Schauspielerin Irmapia Bahrenburg, den Richter der Schützengilde Hans Auffarth, den Küster Erich Siemer, den Musiker Carl-Heinz Meyer, den Heimatforscher und Autor Peter Hahn, die Hospizdamen vom Johanneum sowie den Fotografen und Sammler Alfred Panschar geehrt.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?