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Büffeln in den Sommerferien

Ilias Subjanto 11.08.2019 0 Kommentare

Aleksandar Milchov (Hauptschule West), Roshin Azad (Oberschule Süd) und Alina Kandyba (Mosaikschule, von links) haben ihre Teilnahme an der
Aleksandar Milchov (Hauptschule West), Roshin Azad (Oberschule Süd) und Alina Kandyba (Mosaikschule, von links) haben ihre Teilnahme an der "Summer School" nicht bereut. (INGO MöLLERS)

Delmenhorst. Wenn draußen die Sonne strahlte und das Freibad rief, haben junge Delmenhorster in den Sommerferien freiwillig die Schulbank gedrückt. Mit der „Summer School“ und dem „Talentcampus“ sind am Freitag an der Delmenhorster Volkshochschule (VHS) zwei Ferienbildungsangebote für Schüler zu Ende gegangen.

In der „Summer School“ haben 16 Jugendliche von Mosaikschule, Hauptschule West, Oberschule Süd und Wilhelm-von-der-Heyde-Oberschule vom 31. Juli bis zum 9. August ein lern- und abwechslungsreiches Programm absolviert. „Das Angebot gibt es bereits seit acht Jahren“, berichtet Grit Fisser, Leiterin Fremdsprachen und kulturelle Bildung an der VHS. Es soll den Schülern der Abschlussklassen ermöglichen, ihre schulischen Leistungen zu stärken sowie sich auf den bevorstehenden Schulabschluss und ihre berufliche Zukunft vorzubereiten.

Dafür verbrachten die Teilnehmer täglich sieben Stunden in der „Summer School“. Vormittags standen Lernförderung und die Wiederholung grundlegender Lerninhalte in Deutsch, Mathematik und Englisch auf dem Programm. Nachmittags wurde kreativ gebastelt, und es gab Bewerbungs- und Vorstellungstrainings und Betriebsbesichtigungen. „Hier ist es nicht wie in der Schule zugegangen“, sagt Fisser. „Im Vordergrund stand, Lernerfolge zu erzielen und Selbstbewusstsein aufzubauen, damit die Jugendlichen mit Freude und neuen Erkenntnissen in das kommende Schuljahr starten können.“

Schulsozialarbeiter Ralf Kronhardt von der Jugendhilfestiftung ist seit Jahren bei der „Summer School“ dabei. Er ist ebenfalls vom Konzept überzeugt. „Obwohl das Angebot nur zehn Tage dauert, verbessern sich viele Teilnehmer anschließend in der Schule um eine ganze Note“, erzählt er von seinen Erfahrungen. Kronhardt begründet dies mit einer anderen Lernsituation und kleineren Lerngruppen. „Individuelle Stärken und Schwächen können so noch gezielter berücksichtigt werden“, sagt er. Der Sozialarbeiter verweist darauf, dass immer mehr Betriebe bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen nicht nur auf die Schulnoten schauen würden, sondern auch auf soziale Kompetenzen. Und dazu gehört zum Beispiel auch die Bereitschaft, sich freiwillig Wissen anzueignen.

Grundkenntnisse und Neugierde

Mathematik-Dozent Hans-Ulrich Glorius betont, dass in der „Summer School“ zwar Grundkenntnisse vermittelt würden, es jedoch nicht um das Pauken an sich gehe. „Wir möchten Neugierde auf den Unterrichtsstoff wecken“, erklärt er. Dass er auch noch nach Jahren auf der Straße von ehemaligen Teilnehmern herzlich angesprochen werde, zeige ihm, wie erfolgreich das Konzept sei.

Voll des Lobes über die zehn Tage an der VHS sind die Teilnehmer Roshin Azad, Alina Kandyba und Aleksandar Milchov. „Mir hat es viel Spaß gemacht, ohne Schule wäre mir auch langweilig geworden“, sagt Azad. Die 15-Jährige kommt in die 9. Klasse und möchte nach ihrem Schulabschluss eine Berufsausbildung zur Bankkauffrau machen. Kandyba und Milchov hingegen möchten beide Polizisten werden. Gut findet die 16 Jahre alte Hauptschülerin Kandyba, dass junge Leute an der „Summer School“ eine Chance bekommen würden, sich zu verbessern. Der 16-jährige Milchov habe viel lernen können, was er der entspannten Atmosphäre in den Lerngruppen zuschrieb.

In der Zeit vom 5. bis zum 9. August fand an der VHS außerdem bereits zum siebten Mal das Projekt „Talentcampus“ statt. An dem innovativen Ferienbildungsangebot beteiligten sich 24 Kinder und Jugendliche unter anderem aus dem Irak, der Türkei und Bulgarien im Alter von zehn bis 17 Jahren, die erst seit einigen Monaten in Deutschland leben und in Delmenhorster Schulen Sprachlernklassen besuchen. „Es gab eine rege Nachfrage, aber wir haben niemanden abgelehnt“, sagt Grit Fisser.

An den Vormittagen gab es Deutschunterricht, außerdem konnten die Schüler ihre Computer-Kenntnisse in Microsoft Word und Powerpoint erweitern. Nachmittags gab es für die Teilnehmenden die Gelegenheit, in Tanz- und Theaterworkshops ihre Kreativität zum Ausdruck zu bringen, den Umgang mit Lampenfieber zu trainieren und ihre Vortragskompetenz zu verbessern. „Tanz und Theater soll die Schüler stark machen, ihnen Selbstbewusstsein geben“, erklärt Fisser. Die Kombination aus kultureller Bildung und Sprachunterricht schaffe Raum für neue Erfahrungen und die damit verbundene Entfaltung eigener Stärken, sagt die VHS-Mitarbeiterin.

Am Freitagnachmittag erhielten die Schüler ihr Teilnahmezertifikat und präsentierten die gemeinsam erlernten kleinen Theater- und Tanzstücke. „Die Theaterübungen fördern das Zuhören und Zusammenarbeit“, sagt Frank Stuckenbrok. Der Theaterpädagoge leitete den Theaterworkshop. Die Teilnahme war für die Schüler kostenfrei, da das Projekt vom Bundesbildungsministerium und dem Programm „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ gefördert wurde. Auch im nächsten Jahr wolle die VHS Delmenhorst einen Förderantrag stellen. „Wir sind zuversichtlich, dass er wieder bewilligt wird“, sagt Fisser.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
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Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...