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Ansprachen zu Weihnachten
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Die wichtigste Predigt des Jahres

Björn Struß 24.12.2018 0 Kommentare

Die klassische Weihnachtsgeschichte rund um die Geburt von Jesus Christus in einem Stall, wie sie in zahlreichen Krippen dargestellt wird, ist oftmals immer noch Teil der Predigten, die zu Heiligabend in den Kirchen gehalten werden. Inzwischen
Die klassische Weihnachtsgeschichte rund um die Geburt von Jesus Christus in einem Stall, wie sie in zahlreichen Krippen dargestellt wird, ist oftmals immer noch Teil der Predigten, die zu Heiligabend in den Kirchen gehalten werden. Inzwischen nehmen die Pastoren in ihren Ansprachen aber auch gern Bezug zu aktuellen Themen oder Ereignissen. (INGO MÖLLERS)

Ob es nun der Glaube an Jesus Christus ist, man die Stimmung genießen möchte, oder einfach nur der Familie folgt: Am Heiligabend strömen die Menschen in die Kirchen der Stadt. An keinem anderen Tag des Jahres erreicht das Wort des Pastors so viele offene Ohren. Doch darf es dabei auch politisch werden, oder bleibt man lieber bei einem „Lasst uns froh und munter sein“? Wir haben die Pastoren in Delmenhorst gefragt, wie sie die wichtigste Predigt des Jahres gestalten.

Sabine Lueg, Stadtkirche

Für Sabine Lueg begannen die Vorbereitungen bereits vor drei Wochen, als die Liederzettel für den Posaunenchor in den Druck gingen. „Ich schreibe mir zwischendurch immer wieder Gedanken auf. Natürlich muss man sich gut vorbereiten“, sagt Lueg. Hilfreich seien für sie auch die vorgeschlagenen Bibeltexte der evangelischen Kirche. „Das hilft, nicht immer nur die eigenen Ideen zu wiederholen“, erklärt Lueg. Sie möchte die Besucher in der Kirche mit einem aktuellen Thema abholen. „Auf unseren Smartphones erscheinen Eilmeldungen im Minutentakt und machen die vorherigen Nachrichten zu alten Kamellen. Wie kann da eine Botschaft von vor über 2000 Jahren noch aktuell sein?“

Christoph Martsch-Grunau, Heilig-Geist

In Deichhorst tritt in diesem Jahr ein besonders junger Pastor an die Kanzel. Der 30-jährige Christoph Martsch-Grunau absolviert seit Januar den Probedienst in der Heilig-Geist Kirche. „Viele werden mich zum ersten Mal kennenlernen. Ich hoffe nicht, dass sie es als Bewährungsprobe sehen“, sagt der Pastor. Einen aktuellen politischen Bezug werde das moderne Krippenspiel bringen, welches Jugendliche eigenständig vorbereitet hätten. Es trägt den Titel „Der Weise aus Aleppo“ und thematisiert den Krieg in Syrien. „Das greife ich dann auch in der Predigt auf. Ich werde den Menschen aber keine politischen Parolen an den Kopf knallen“, sagt Martsch-Grunau. Der Gottesdienst an Heiligabend sei ein Spagat. Denn ältere Menschen legten viel Wert auf Rituale und bekannte Lieder, Jüngere wollten hingegen auch persönlich berührt werden. „Ich muss hinter dem stehen, was ich predige. Und ich bin erst Anfang 30“, sagt Martsch-Grunau. 

Guido Wachtel, St. Marien

In der katholischen Kirche an der Louisenstraße ist die Botschaft der Engel ein wichtiger Teil der Predigt. „Es geht mir nicht darum, die Menschen einzulullen“, betont Pfarrer Guido Wachtel. Er hat erst im September begonnen, in der Gemeinde zu arbeiten. Schon seit Wochen kreisten seine Gedanken um den Gottesdienst am Heiligabend. „Ich werde auch von einer Pilgerreise erzählen, die mich mit meiner vorherigen Gemeinde nach Jerusalem führte“, verrät Wachtel. Auf einem Hirtenfeld sei es dort zu einer besonderen Begegnung mit einem arabischen Christen gekommen. In seiner Zeit als Pfarrer habe er auch schon einmal eine Predigt am Heiligabend gehalten, die auf heftige Reaktionen stieß. „Ich habe über Gammelfleisch gesprochen und damit offenbar Einigen den Geschmack auf den Weihnachtsbraten verdorben“, erinnert sich Wachtel.

Nele Schomakers, St. Stephanus

In der Familienkirche am Stickgraser Damm gestaltet Nele Schomakers den Gottesdienst mit Krippenspiel. Diesen besuchen viele Kinder, weshalb die Pastorin anstelle einer Predigt nur wenige Worte an die Gemeinde richten wird. „Wichtig ist mir, dass wir einen Traum vom Frieden entwickeln. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern auch eine Gesellschaft, in der jeder gut leben kann“, sagt Schomakers. Sie habe das Gefühl, dass die Welt in diesem Jahr unruhiger geworden sei. Besonders glücklich ist sie, dass sich am Krippenspiel viele Generationen beteiligen. „Es beginnt bei einer Fünfjährigen und endet bei Senioren. Schon das ist eine schöne Botschaft.“

Stephan Meyer-Schürg, St. Laurentius

„Ich maße mir nicht an, dass meine Predigt überragend wichtig ist“, sagt Stephan Meyer-Schürg, der in Hasbergen den Gottesdienst vorbereitet. Für die Menschen seien die Lieder und eine festlich geschmückte Kirche viel wichtiger, um die Weihnachtsstimmung zu genießen. Die Predigt werde an zwei besondere Lieder anknüpfen, für die Meyer-Schürg eine Sängerin in die Kirche eingeladen hat. „Was ich sage, muss etwas mit dem Leben der Menschen zu tun haben. Ich will sie aber nicht verärgert oder traurig nach Hause schicken“, erklärt der Pastor. Eine zu politische Predigt stoße oft auf Ablehnung. „Ich bin nicht der verlängerte Arm der Tagesschau“, betont Meyer-Schürg.

Rudi Grützke, Methodisten

Die evangelisch-methodistische Kirche hat in Delmenhorst nur eine kleine Gemeinde. „Es sind etwa 100, die sind aber umso engagierter“, sagt Pastor Rudi Grützke. Der Ursprung des methodistischen Glaubens entstand durch eine Bewegung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England bei einer Studentengruppe um John und Charles Wesley. Ihr intensives Bibelstudium und ihren konsequenten Glauben verspotteten andere Studenten als „methodistisch“.

Für den Gottesdienst am Heiligabend rechnet Grützke mit bis zu 70 Gästen. Für die Predigt werde er eine Geschichte aus Indien aufgreifen, bei der in einer Dorfgemeinschaft ein Licht geteilt und so für ein harmonisches Zusammenleben gesorgt wird. „Auch arme Menschen müssen Teil der Gemeinschaft sein“, sagt Grützke. Er wird auch über Denis Mukwege sprechen, der im Kongo mit seiner Klinik vergewaltigten Frauen hilft und in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhielt.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...