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Inklusives Theaterprojekt
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Ein Fest für die Begabungen

Alexandra Wolff 12.05.2019 0 Kommentare

Rund 20 Teilnehmer aus den Wohngruppen der Norle sowie Tanzgruppen der Tanzschule Wessels haben am Freitag das inklusive Theaterprojekt „Die Falkenburger Dorfmusikanten“ auf die Bühne gebracht.
Rund 20 Teilnehmer aus den Wohngruppen der Norle sowie Tanzgruppen der Tanzschule Wessels haben am Freitag das inklusive Theaterprojekt „Die Falkenburger Dorfmusikanten“ auf die Bühne gebracht. (INGO MöLLERS)

Der Esel brüllt, der Hund bellt, die Katze miaut und der Hahn kräht. So wie die Bremer Stadtmusikanten verschiedene Begabungen haben, gibt es auch Menschen, die anders begabt sind. Ute Wessels, Inhaberin der gleichnamigen Tanzschule im Dorfpark Falkenburg, hat in ihrem inklusiven Theaterprojekt diese Menschen unter einen Hut gebracht: Tänzer der Hip-Hop-Gruppe und „First Try“-Tänzerinnen der Tanzschule Wessels mit Mitgliedern der Norle-Wohngruppen. Am Freitag feierte das Theaterprojekt „Die Falkenburger Dorfmusikanten“ im Kleinen Haus eine erfolgreiche Premiere, die die rund 230 Zuschauer am Ende mit stehenden Ovationen feierten.

„Norle“ steht für Normales Leben und die gemeinnützige Gesellschaft in Falkenburg bietet in ihren Wohngemeinschaften individuelle Hilfen für individuelle Menschen. So waren unter den Darstellern beispielsweise Menschen mit Trisomie 21. Da sowohl die Tanzschule als auch die Norle in Falkenburg ansässig sind, war es folgerichtig, dass es sich bei diesem Theaterstück um die Falkenburger Dorfmusikanten handelt, die die Räuber im Hasbruch-Wald vertreiben.

Schirmherr Dr. Johann Böhmann, ehemaliger Leiter der Delmenhorster Kinderklinik, verriet in seiner Begrüßungsrede, dass die Gruppe mehr als zwölf Monate „sehr intensiv und mit sehr viel Herzblut“ geprobt und gewerkelt habe. Wessels begrüßte die Premierenbesucher, indem sie erzählte, wie sie seit dem 9. April mit 20 Teilnehmern die Falkenburger Scheune in eine Probebühne verwandelt haben: „Wir hätten Sie damals schon einladen sollen“, beteuerte sie und beschrieb, wie sich die Teilnehmer in zwei Gruppen aufteilten: „Es gab eine Gruppe der Kreativen und eine der Darsteller.“

Das Stück begann mit einem Making-of-Film. Er verdeutlichte das, was Wessels schon in ihrer Rede verraten hat: Fotos und kurze Filmaufnahmen gaben einen Eindruck davon, wie die Kreativen die Ausstattung gebastelt und gemalt und die Darsteller für das Stück improvisiert und geprobt haben. Und wie schließlich alle zusammen eine Führung durch das Kleine Haus bekamen.

Nach diesem Film schloss sich Vorhang, und als er den Blick auf die Bühne wieder freigab, war die Leinwand verschwunden und stattdessen zeigte das selbstgemalte Bühnenbild eine Landschaft. Zu Katja Ebsteins „Theater, Theater“ liefen alle Darsteller und Tänzer hintereinander auf die Bühne. Schließlich trat auch Wessels auf – in einem karierten Schlafanzug. „Ich mache es mir gerne gemütlich“, lautete ihr Text. „Flezen Sie sich auch ruhig bequem in ihren Sessel.“ Und dann las sie die Geschichte der Bremer Stadt – pardon, der Falkenburger Dorfmusikanten vor.

Die Zeilen mit wörtlicher Rede sprachen die jeweiligen Darsteller selbst. So klagte zuerst der Esel sein Leid. Wie beim Hund haben die Kreativen das verfilzte Fell mithilfe von leeren Klopapierrollen dargestellt, die in großer Zahl in verschiedenen Grautönen am Esel, beziehungsweise in verschiedenen Brauntönen am Hund herunterbaumelten. Als Esel und Hund zu einander gefunden hatten, wurde Rolf Zuckowskis „Tiere brauchen Freunde“ abgespielt, während Esel und Hund auf der Stelle liefen. Hinter ihnen wurde ein sehr langes Banner entlang geführt, auf das die Kreativen verschiedene Landschaften gemalt hatten. So zeigten sie, was für einen weiten Weg die Tiere liefen. Als Esel und Hund schließlich auf die Katze im Leoparden-T-Shirt und Katzenpuschen sowie auf den Hahn mit einem riesigen Kamm auf der roten Mütze gestoßen sind, sangen alle zusammen „Wir sind eins“ – nicht nur die Dorfmusikanten, sondern alle, die auf der Bühne waren: die Bäume mit ihrem grünen Tüll in den Haaren und die Räuber mit ihren Gürteln über den Holzfällerhemden.

Da es aber noch ein weiter Weg bis Falkenburg war, beschlossen die Vier, im Hasbruch-Wald zu übernachten. Und dort spielen sich ganz merkwürdige Dinge ab. Bei diesem Stichwort liefen sieben schwarzgekleidete Kinder der Hip-Hop-Gruppe der Tanzschule Wessel auf die Bühne. Unter der Leitung von Miriam Ramig hatten sie zu einer Partyversion von „Im Wald, da sind die Räuber“ eine Choreografie einstudiert. Nachdem die Tiere die Räuber vertrieben hatten und eingeschlafen waren, führten elf jungen Frauen von „First Try“ einen Gute-Nacht-Tanz im Contamporary-Stil auf, den sie unter der Leitung von Pia Bornemann gelernt haben, während im Hintergrund St.-Martins-Laternen aus Papier mit Mond- und Sternmotiven auftauchten.

Mitten in der Nacht kehrten die Räuber zurück, aber den Tieren gelang es abermals, die Bösewichte zu vertreiben. Dass ihnen das Haus der Räuber nun endgültig gehörte, feierten die Tiere zu Andreas Bouranis Hit „Auf uns“. Alle Darsteller tanzten ausgelassen zu dem Lied, warfen Konfetti und pusteten Luftschlangen über die Bühne. Und schließlich sagten alle gleichzeitig: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?