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Kloster Hude
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Ein Masterplan für das Klosterareal

Ilias Subjanto 06.08.2019 0 Kommentare

Der Landesminister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (im Vordergrund links), besuchte die Klosterruine in Hude. Der Vorsitzende der Klosterfreunde, Klaus Rademacher (rechts), stellte bei dieser Gelegenheit den
Der Landesminister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (im Vordergrund links), besuchte die Klosterruine in Hude. Der Vorsitzende der Klosterfreunde, Klaus Rademacher (rechts), stellte bei dieser Gelegenheit den "Masterplan" für das Klosterareal vor. (INGO MöLLERS)

Hude. „In diesen alten Orten der geistigen Sammlung öffnet sich der Mensch, es geschieht etwas mit ihm. Ruhe und Erholung stellen sich ein“, rezitierte der Vorsitzende des Vereins „Freunde des Klosters Hude“, Klaus Rademacher, den Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux. Wohl gewählte Worte, um die Huder Klosterbauten zu beschreiben. Anlass für seinen Vortrag war der Kurzbesuch des niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, und der Bundestagsabgeordneten Astrid Grötelüschen (beide CDU).

Die beiden Politiker brachten frohe Kunde mit: Bund und Land haben für die Bezuschussung der Sanierung der Klosterruine grünes Licht gegeben. Die Fördergelder aus dem Denkmalpflegeprogramm des Bundes in Höhe von 260 000 Euro stehen laut Grotelüschen zum Abruf bereit, der ebenso hohe Anteil des Landes soll nach Angaben von Thümler noch im August freigegeben werden. Sobald die Gelder vollständig bereitstehen, können Bauunternehmen mit der Einrüstung des Gemäuers und der aufwendigen Handsanierung beauftragt werden. Dann werden die vielen losen Steine aus dem knapp 800 Jahre alten Backsteinbau einzeln bearbeitet. Derzeit hat die Gemeinde Hude aus Sicherheitsgründen den öffentlichen Zugang zum Ruinengelände durch einen Zaun gesperrt. Die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen am Mauerwerk werden laut Rademacher etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Die Klosterruine stellt nicht das einzige Sanierungsobjekt auf dem Klosterareal dar. Der Vereinsvorsitzende Rademacher stellte Thümler und Grotelüschen auch einen Masterplan vor, das Gelände mit seinen mehr als 20 Bau- und Kulturdenkmälern weiterzuentwickeln. Zu den Ideen gehören beispielsweise die Anlage eines Terrassengartens und eines Kinderspielplatzes. Mit glänzenden Augen berichtete Architekt Rademacher von einer 3D-Lichtinstallation, um die Größe des Klostergebäudes über ein Hologramm erlebbar zu machen. Sehr konkrete Vorstellungen hatte er von der Verlegung des Museumseingangs von der Seite zur Gebäudefront. An der Stelle möchten die Klosterfreunde beim „Investitionsprogramm für kleine Kultureinrichtungen“ einen Antrag auf Förderung in Höhe von insgesamt 40 000 Euro stellen, auch um im Klostermuseum eine digitale Infrastruktur mit einem EDV-Kassensystem und einer Zugangskontrolle zu installieren. Auch solle das Museumskonzept behutsam modernisiert werden, um es etwa für Schulklassen attraktiver zu machen.

Mittelfristig sieht der Masterplan eine Komplettsanierung des gut 300 Quadratmeter großen Museumsgebäudes vor, wofür Rademacher Kosten von 400 000 Euro veranschlagt. Hierzu wolle man eine Förderung beim Landschaftsverband „Oldenburgische Landschaft“ beantragen. Zudem regte Minister Thümler an, den Fördertopf für die energetische Sanierung historischer Gebäude in Anspruch zu nehmen.

Der Huder Bürgermeister Holger Lebedinzew schlug die zeitnahe Gründung eines Arbeitskreises bestehend aus Landkreis, Gemeinde und der Eigentümerfamilie von Witzleben vor, um die anstehenden Aufgaben gemeinsam und effizient anzugehen. Rademacher belegte die touristische Bedeutung des Klosterareals für Hude mit Zahlen: Hatten 2013 noch 3377 Menschen das Klostermuseum besucht, waren es im Jahr 2018 ganze 5576 Besucher. Von 50 000 Personen, die 2017/18 die Gemeinde Hude besuchten und dort 4,5 Millionen Euro ausgaben, besuchten 22 000 das Klostergelände.

Für die Festveranstaltung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Klostervereins im Juni 2020 plante Rademacher die Anwesenheit von Grotelüschen und Thümler bereits ein, was die beiden Politiker wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

In seinem Vortrag erwähnte der Vereinsvorsitzende noch den Ziegelhof, in dessen Brennöfen die Ziegel für die Klosterbauten hergestellt wurden. Dieser sei nach der Entdeckung und der Dokumentation wieder zugeschüttet, da kein museales Konzept vorgelegen habe, bemängelte er. „Der Torpedo hätte hier liegen müssen“, sagte Lebedinzew scherzhaft mit Bezug auf die Weltkriegsbombe, die vorige Woche in der Bremer Straße kontrolliert gesprengt worden war. „Dann hätten wir bei den Ausgrabungen bestimmt noch viel mehr verborgene Schätze gefunden.“


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...