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Getötetes Tier in Ganderkesee
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„Ein Wolf ist keine Überraschung“

Jochen Brünner 13.09.2019 0 Kommentare

Bei einem Wildunfall in Ganderkesee ist am Donnerstag vermutlich ein Wolf getötet worden. Für Wolfsberater Carsten Sauerwein ist das keine Überraschung.
Bei einem Wildunfall in Ganderkesee ist am Donnerstag vermutlich ein Wolf getötet worden. Für Wolfsberater Carsten Sauerwein ist das keine Überraschung. (Julian Stratenschulte /dpa)

Es war kein normaler Wildunfall, der sich am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr auf der Bundesstraße 212 zwischen Ganderkesee und Bookholzberg ereignet hat (wir berichteten). Denn das Tier, das dabei getötet worden ist, war mit ziemlicher Sicherheit ein Wolf – auch wenn die letzte Sicherheit erst im Labor ermittelt wird. Und es war eben der erste Wolf, der auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee starb.

Überrascht ist Carsten Sauerwein, Wolfsberater der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, deshalb nicht. „Man muss in Niedersachsen inzwischen überall und zu jeder Zeit mit Wölfen rechnen“, sagt er. „Die Population ist schon ziemlich weit fortgeschritten.“ Auch wenn weder die Experten der Landesjägerschaft noch die Behörden in diesem Fall konkrete Kenntnisse darüber hatten, dass ein Wolf durch den Landkreis streifen würde, wie auch Landkreis-Sprecher Oliver Galeotti bestätigte. Doch da die Tiere in der Lage seien, an einem Tag Entfernungen bis zu 70 Kilometer zurückzulegen, ist das Auftauchen eben auch schwer vorherzusagen.

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Noch am Unfallort haben die Experten DNA- und Stuhlproben genommen, die nun im Senckenberg-Institut in Gelnhausen untersucht werden. Der Kadaver wurde zunächst zum Kreisvetrinäramt transportiert, von wo aus er zeitnah zur weiteren Untersuchung ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht wird. „Von der DNA-Analyse erhoffen wir uns etwa Aufschlüsse darüber, welchem Rudel der Wolf angehört hat, ob er also irgendwo schon einmal in Erscheinung getreten ist, oder ob es sich nur um einen sogenannten Durchzügler handelte, der im Nordwesten auf Wanderschaft war“, sagt Sauerwein.

Ergebnisse erst in sechs Wochen

Der Wolfsberater rechnet allerdings mit einem Zeitraum von mindestens sechs Wochen, bis die Ergebnisse aus dem Labor vorliegen würden. „Da herrscht inzwischen ein Befundungsstau, das kann man sich so vielleicht gar nicht vorstellen“, erklärt er. So habe es allein am Donnerstag zwei getötete Wölfe in Niedersachsen gegeben. Der mutmaßliche Wolf, der auf der Grüppenbührener Landstraße ums Leben kam, ist landesweit bereits der zwanzigste getötete Wolf in diesem Jahr. Nummer 21 folgte am gleichen Tag im Landkreis Rotenburg. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2018 hat es laut des Wolfsmonitorings der Landesjägerschaft Niedersachsen nur 24 Totfunde in Niedersachsen gegeben.

Das Vorkommen von Wölfen in Niedersachsen ist über das Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft ziemlich gut dokumentiert. Demnach gibt es aktuell 24 Wolfsrudel, vier Wolfspaare und einen residenten Einzelwolf. „Die Karte gibt aber nur Aufschluss über das, was wir wissen“, schränkt Sauerwein ein. So sei etwa das Rudel, das die Experten vor einiger Zeit in der Nähe von Goldenstedt im Landkreis Vechta festgestellt hatten, inzwischen „wie vom Erdboden verschwunden“. Und im Landkreis Oldenburg gab es bislang noch überhaupt keine Hinweise auf ein Rudel: „Das hätten wir spitz gekriegt“, ist sich der Wolfsberater sicher.

Woran lässt sich ein Wolf erkennen? 
Wölfe sind ungefähr so groß wie Schäferhunde. Ihr Fell ist grau-braun und unterhalb der Schnauze weiß. Der Schwanz ist kurz und hat eine schwarze Spitze.
Nicht wegrennen.
Den Wolf beobachten und, wie zu anderen Wildtieren auch, respektvoll Abstand halten. Wer sich unwohl fühlt, kann sich langsam mit Blickrichtung zum Tier zurückziehen. 
Wer eine Kamera dabei hat, kann den Wolf fotografieren, das hilft den Experten bei der Identifizierung.
Ruhig bleiben.
Wenn das Tier den Menschen bemerkt, wird es sich in der Regel zurückziehen. Dazu muss man ihm Zeit und Raum lassen. Der Wolf flüchtet meistens nicht panisch, sondern trabt langsam davon und dreht sich dabei eventuell noch einige Male um.
Fotostrecke: Das ist zu tun, wenn Sie einem Wolf begegnen

Im Osten Niedersachsens seien bislang deutlich mehr Wolfsrudel nachgewiesen worden, als im Westen des Landes, berichtet Sauerwein und nennt unter anderem den Heidekreis, den Landkreis Lüchow-Dannenberg oder den Landkreis Celle als Beispiele. Aber auch im Landkreis Cuxhaven sei vor einiger Zeit ein Rudel Wölfe aufgetaucht.

Auch die Zahl der Nutztierrisse, die das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dokumentiert, weist für den Landkreis Oldenburg bislang nur geringe Schäden auf. Ausnahme ist einzig ein Vorkommnis aus dem Februar 2015, als ein Wolf in Wildeshausen offenbar vier Schafe gerissen hat.

Ob die nun anstehenden Untersuchungen aber die gewünschten Erkenntnisse liefern, ist keineswegs sicher. Bei der Fähe, die am 7. März auf der Autobahn 1 in der Nähe von Groß Ippener zu Tode gekommen ist, war die Mühe jedenfalls weitgehend vergebens. „Die können wir bis heute nirgendwo zuordnen“, sagt Sauerwein.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...