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Niederdeutsches Theater Delmenhorst
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Eine Erinnerungsreise auf der Bühne

Heide Rethschulte 09.10.2019 0 Kommentare

Berufsregisseur Philip Lüsebrink war auch bereits beim Niederdeutschen Theater für die Inszenierung von
Berufsregisseur Philip Lüsebrink war auch bereits beim Niederdeutschen Theater für die Inszenierung von "My Fair Lady" verantwortlich. Auch bei dem nun aktuellen Stück "Ein Festival der Liebe" hat er wieder Regie geführt. (INGO MÖLLERS)

„Für die Älteren soll es eine Erinnerungsreise werden, für die Jüngeren eine Entdeckungsreise. Das gilt nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Akteure“. Nicht nur in diesem Punkt sind sich Berufsregisseur Philip Lüsebrink und seine Regieassistentin Christine Petershagen einig. „Wir sind beide dafür, dass Dinge klappen“, sagen sie und erzählen mit strahlenden Gesichtern von der neusten Produktion des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst (NTD). Wenn am Sonnabend, 12. Oktober, ab 20 Uhr im Kleinen Haus die Uraufführung von „Ein Festival der Liebe – eine Musikrevue der 70er Jahre“ über die Bühne geht, hoffen die Beiden, dass das Publikum richtig mitgeht.

Aus diesem Grund wurden die 36 Musiktitel auch nicht ins Plattdeutsche übersetzt. Die Lieder werden von den Akteuren mit Playbackmusik live – “Und das auch mehrstimmig“, so Lüsebrink stolz – und mit dem Originaltext gesungen. „Das ist eine bewusste Entscheidung. Das Publikum soll mitsingen können“, wünscht sich das Regie-Duo. Die Zwischentexte dagegen werden auf Platt vorgetragen. Dabei geht es chronologisch durch das ganze Jahrzehnt.

Auch politische Themen aufgegriffen

„Aber es wird in viele Richtungen abgebogen“, verrät Philip Lüsebrink, der die 70er hinsichtlich Musik und Mode als ein ganz buntes, politisch dagegen als ein düsteres Jahrzehnt beschreibt. Es sei nicht ganz einfach gewesen, Dinge wie zum Beispiel die ersten Drogentoten, den Terror oder das Olympiaattentat von München einzuarbeiten. „Das gehört aber einfach dazu. Man muss aber den Grat finden, es zu erwähnen, ohne die Leute traurig nach Hause zu schicken“, sagt der ausgebildete Opernsänger. „In die fröhlichen 70er-Jahre-Shows, die es derzeit gibt, will ich mich nicht einreihen, dafür gibt es zu viele wichtige Dinge, wie auch die Volljährigkeit mit 18 oder den Vorstoß des damaligen Innenministers Hans-Dietrich Genscher, die Anrede Fräulein abzuschaffen.“

Um die Revue zu schreiben, hat der 1977 geborene Bremer viel Recherche betrieben. „Ich habe Chroniken gelesen, mir die Tagesschauen von 1970 bis 79 angesehen und auch meine Eltern befragt, die 1971 geheiratet haben“, erzählt der 42-Jährige, der mit seinem eigenen Spaß an der Sache ein ganzes Ensemble problemlos mitziehen kann.

Eine bunte Show mit so vielen Aspekten stellt auch an das Bühnenbild besondere Ansprüche. Philip Lüsebrink hat sich mit dem im Ruhestand befindenden Profibühnenbildner Roland Wehner zusammengesetzt. Der fühlt sich mittlerweile bei den Amateuren so wohl, dass er dem NTD beigetreten ist. Der Regisseur erzählte, was er alles gerne hätte, hatte dabei selbst aber keine zündende Idee, wie das alles umzusetzen sei. Ganz anders Wehner. „Der guckte mich an und sagte: „Das ist alles ganz einfach, wir machen eine Drehbühne“, erzählt Lüsebrink grinsend und weist daraufhin, dass die Drehbühne eine Investition in die NTD-Zukunft ist. „Sie eröffnet bisher ungeahnte Spielmöglichkeiten.“

Die Drehbühne besteht aus drei Zimmern: Einem Wohnzimmer, einem Fernsehstudio und einem freien Zimmer, das je nach Bedarf umdekoriert wird. Eine Herkules-Aufgabe für die fleißigen Hände im Hintergrund. Da muss im Verborgenen schnell und leise gearbeitet werden, während im Vordergrund die Show weitergeht. Dafür werden auf jeden Fall die beiden Inspizientinnen Ingrid und Gerda Brackhahn verantwortlich sein, die von Leuten aus dem Bühnenbauteam (Axel Uhlhorn, Dieter Beppler, Detlef Hense, Hans Ellebrecht, Harald Blech, Helmut Alers, Jens Neumann, Steffen Braune, Wilfried Meyer, Yvonne Friese, Thorsten Heise) unterstützt werden. Die Bühnenbauer übernehmen auch das Drehen der Bühne vor den Augen des Publikums. „Ein offener Vorhang zeigt die Kreativität des Bühnenbildners“, findet Philip Lüsebrink. Für die Bühnentechnik, unter anderem die Aussteuerung der Headsets, sind Tobias Sachtje und Steffen Braune verantwortlich.

Bis der Profi die gesamte Show fertig geschrieben hatte, dauerte es seine Zeit. Die ersten Gespräche darüber fanden bereits vor zwei Jahren statt. Da stellte der Vorsitzende Dirk Wieting, ein großer Abba-Fan, die Bedingung, dass auf jeden Fall Musik der Schweden dabei sein müsse. Im vergangenen Jahr gab es dann ein weiteres Brainstorming zwischen Lüsebrink, Wieting und Christine Petershagen. Die Endfassung hat der Profi dann dem altersmäßig sehr breit gefächerten Ensemble bestehend aus Petra Witte, die in dieser Produktion (wie berichtet) ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert, Tammo Albers, Dirk Wieting, Heike Petershagen, Dieter und Heino Brackhahn, den aus dem NTD-Nachwuchs „Jungs un Deerns“ kommenden Franz Pache, Jule Petershagen, Fentke und Tomke Stolle sowie den beiden NTD-Neuzugängen Till Cordes und Auten Dobrin-Stein angepasst.

Begonnen wurde mit den Gesangsproben, für die Lüsebrink ebenso wie die Tanzsequenzen gemäß seinem Motto „Vorbereitung ist alles“ Videos aufnahm, damit die Akteure zuhause üben konnten. Die Texte kamen später dazu. Die Proben, die im Juli begannen, gestalten sich so gut, dass es schon seit einiger Zeit Durchlaufproben gibt. Um das Ensemble und die Helfer im Hintergrund an die Arbeit mit der Drehbühne zu gewöhnen, gibt es diesmal allerdings „ungewöhnlich viele Proben im Kleinen Haus“, so Lüsebrink. Dann muss auch der Kostümwechsel problemlos klappen. Die Beschaffung der Plateauschuhe, Hot Pants und Co. gestaltete sich komplikationslos. Zum einen besorgte Lüsebrink viel aus Hamburg, zum anderen „gibt es jede Menge aus dieser Zeit im Internet“, erzählt Petershagen. Unterstützt wird das Ensemble in der Maske durch Heike Lohse, Petra Siegel und Stephanie Janoschka. Im Soufflierkasten wechseln sich Katja Hasselberg und Irma Deters ab.

Nun hoffen die NTDler, dass sich die gute Stimmung bei den Proben, die Fentke Stolle auf eine „richtige Party im Kleinen Haus hoffen lässt“, auf das Publikum überträgt.

Karten für die zum Teil schon gut ausgebuchten zwölf Vorstellungen, die bis zum 8. Dezember im Kleinen Haus geplant sind, gibt es bei der Konzert- und Theaterdirektion im Kleinen Haus, Telefonnummer 0 42 21 / 1 65 65; bei allen Nordwest-Ticket-Vorverkaufsstellen, also auch beim DELMENHORSTER KURIER, Lange Straße 41, und unter www.ntd-del.de. Im Kleinen Haus können auch Reservierungen für Kaffee und Kuchen für die drei Sonntagsveranstaltungen (20. Oktober, 10. November, 8. Dezember) vorgenommen werden.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...