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Viele Katzen verschwunden
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Eine quälende Ungewissheit

Björn Struß 14.02.2019 0 Kommentare

Gesucht! In der Nachbarschaft von Hildegard Günther, ihrer Schwiegertochter Marion Tatje und Micaela Pressberger (v.l.) verschwand seit Jahresbeginn im Schnitt jede Woche eine Katze.
Gesucht! In der Nachbarschaft von Hildegard Günther, ihrer Schwiegertochter Marion Tatje und Micaela Pressberger (v.l.) verschwand seit Jahresbeginn im Schnitt jede Woche eine Katze. (INGO MÖLLERS)

Im Wohngebiet zwischen Hasporter Damm und Berliner Straße müssen sich Katzenbesitzer derzeit große Sorgen machen. Denn seit Jahresbeginn sind hier schon sieben Katzen verschwunden – und das sind nur die Fälle, bei denen die Besitzer einen Suchaufruf gestartet haben. Neben dem Verlust der vierbeinigen Familienmitglieder macht den Besitzern auch die Ungewissheit über das Schicksal der Tiere zu schaffen. „Der Gedanke, dass eventuell jemand die Katzen fängt und quält, ist unerträglich“, sagt Micaela Pressberger.

Sie wohnt an der Kneippstraße und vermisst seit dem 12. Januar ihren Kater Heinrich. „Er wird bald sieben Jahre alt, ist also im besten Alter“, berichtet Pressberger. Sie hatte den Kater geschenkt bekommen, als er gerade einmal sechs Wochen alt war. Neben ihr selbst ist es insbesondere die vierjährige Enkelin, die ihren Spielgefährten nun schmerzlich vermisst. Heinrich ist eine europäische Kurzhaarkatze, sein Fell hat einen rötlichen Stich. Er war es von Anfang an gewohnt, nachts sein Revier zu erkunden. Manchmal habe er kleine Verletzungen erlitten, er sei aber immer wieder zurück gekommen, beteuert Pressberger.

Auch die am Klosterdamm wohnende Marion Tatje vermisst einen Kater. In diesem Fall ist es das Haustier ihrer Schwiegermutter, die 86 Jahre alt ist. „In diesem Alter wird sie sich kein neues Haustier mehr kaufen, deshalb ist das besonders traurig“, sagt Tatje. Wie auch bei Micaela Pressberger sei der Kater von keiner Rasse gewesen, mit der man Geld verdienen könnte. „Die Tierheime sind voll“, betont Tatje. Wenn also jemand die Tiere fängt, tut er dies nicht, um diese dann teuer zu verkaufen.

Auch Brigitte Kall, Vorsitzende des Tierschutzvereins Delmenhorst, kommt es ungewöhnlich vor, dass binnen sechs Wochen sieben Katzen in der Nachbarschaft verschwinden. „Es gibt leider Katzenhasser, die es stört, dass die Tiere auch auf kleine Vögel Jagd machen“, sagt sie. Dies sei aber ein Teil der Natur. Zudem müsse man bedenken, dass Katzen auch unliebsame Mäuse und Ratten erlegen. Zu einem Streit zwischen den Nachbarn käme es auch immer wieder, weil die Katzen ihr Geschäft in fremden Gärten verrichten. Dies hat Kall bereits selbst erlebt, denn auch sie hat eine Katze. Allerdings habe sie es noch nie erlebt, dass in Delmenhorst Katzen gezielt gefangen oder getötet worden wären.

Laut Kall sei es für Katzenbesitzer sehr wichtig, die Tiere mit einem Chip zu versehen. Der Chip ist knapp elf Millimeter lang und wiegt weniger als ein Gramm. Das Implantat ist ein Datenträger mit einer Nummer. Wenn sich die Katze dann verirrt und in einem fremden Stadtteil gefunden wird, ist diese Nummer der direkte Weg zurück zu dem Besitzer. Der Verein Tasso führt ein Tierregister und hat online ein Portal für Vermisstenanzeigen eingerichtet. Auch die Polizei ist laut Kall inzwischen mit Lesegeräten ausgestattet, um im Straßenverkehr getötete Tiere zu identifizieren. In Delmenhorst besteht seit 2010 zudem die Pflicht, frei laufende Katzen mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung zu versehen. Auch die Kastration schreibt die Verordnung vor. Bei Missachten droht eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

Die Polizei Delmenhorst sieht derzeit noch keinen Grund, aktiv zu werden. „Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in dieser Jahreszeit bei der Ermittlung von Einbrüchen“, erklärt Lorena Lemke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Delmenhorst. Bei frei laufenden Katzen sei es auch immer möglich, dass sie zum Beispiel von einem Auto überfahren werden. Deshalb sei das Verschwinden aus Sicht der Polizei zunächst nichts ungewöhnliches. „Das Strafrecht betrachtet Haustiere als Sachen. Die Besitzer könnten es also als Diebstahl anzeigen“, erklärt Lemke. Aber auch Tierquälerei sei strafbar. Ermittlungsarbeiten der Polizei würden aber erst dann Sinn machen, wenn ein konkreter Verdacht gegen eine Person bestünde.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...