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Fridays for Future in Delmenhorst
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Für die Zukunft auf die Straße

Esther Nöggerath 17.09.2019 0 Kommentare

Marc Wiedemann (14, links) und Alena Wefer (17) gehören der Friday-for-Future-Bewegung in Delmenhorst an und haben den Streik, der am kommenden Freitag in Delmenhorst geplant ist, mitorganisiert.
Marc Wiedemann (14, links) und Alena Wefer (17) gehören der Friday-for-Future-Bewegung in Delmenhorst an und haben den Streik, der am kommenden Freitag in Delmenhorst geplant ist, mitorganisiert. (INGO MÖLLERS)
Seit vielen Monaten gibt es inzwischen immer wieder freitags Demonstrationen von Schülern und jungen Menschen für den Klimaschutz. Auch in Delmenhorst ist die Bewegung Fridays For Future inzwischen angekommen und für den 20. September ist ein großer Streik in der Innenstadt geplant, den ihr mitorganisiert. Wie kamt ihr dazu?

Alena Wefer: Ich bin irgendwie so in die Gruppe reingerutscht, mit Marc hatte ich vorher nicht wirklich Kontakt. Er hat mich dann irgendwann in der Whatsapp-Gruppe gefragt, ob ich auch Delegierte für Delmenhorst werden möchte. Dann habe ich mal geschaut, wie das Interesse an meiner Schule so aussieht. Es waren mehr Interessierte da, als ich gedacht habe. Und wir haben den nächsten globalen Streik jetzt am 20. September als ganz gute Chance gesehen, da mal mit einzusteigen und haben unseren ersten Streik organisiert.

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Das war bestimmt nicht einfach, wenn man das vorher noch nie gemacht hat.

Alena Wefer: Das stimmt. Aber wir sind auch gut vernetzt, etwa mit den Ganderkeseern, die schon mal einen Streik organisiert haben. Dort gibt es auch eine Gruppe „Parents for Future“ mit Erwachsenen, die jetzt sozusagen auch unsere „Parents for Future“ werden wollen und die jetzt Freitag auch nach Delmenhorst kommen. Die haben natürlich auch mehr Erfahrung mit sowas.

Wieso setzt ihr euch persönlich für mehr Klimaschutz ein?

Alena Wefer: Ich persönlich habe das von Zuhause aus schon so gelernt und mich schon früher mit kleinen Aktionen für die Umwelt und auch den Tierschutz eingesetzt oder für den WWF Geld gesammelt. Ich bin auch seit einigen Jahren Vegetarierin.

Marc Wiedemann: Ich habe viel über den Klimawandel gelesen und Dokumentationen gesehen und für mich beschlossen, etwas dagegen zu tun. Deswegen bin ich auch Vegetarier.

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Wie viele Leute erwartet ihr zum Streik am Freitag?

Alena Wefer: Das ist schwer zu sagen. Wir hoffen natürlich, dass da nicht nur 15 Leute zusammenkommen. In der Whatsapp-Gruppe sind wir inzwischen um die 50 Mitglieder. Und der Anlass ist ja auch die UN-Klimakonferenz, die jetzt stattfindet, dadurch gibt es ein noch breiteres Interesse in der Öffentlichkeit, denke ich.

Was habt ihr für die Demonstration denn alles geplant?

Alena Wefer: Wir starten am Marktplatz und gehen dann durch die Innenstadt. Es wird auch einige Redebeiträge geben. Eine jüngere Schülerin aus Ganderkesee will etwas über CO2-Emissionen erzählen. Aber es ist schwieriger, als gedacht, Menschen dazu zu motivieren, vor einer Menschenmasse etwas zu sagen. Die Schüler fertigen auch Plakate, ich selbst mache auch etwas. Außerdem gibt es ein großes Banner, auf dem alle ihre Wünsche und Ideen für den Klimaschutz noch einmal festhalten können, damit das Ganze nicht verloren geht.

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Was wollt ihr erreichen?

Alena Wefer: Dass mehr Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt wird. Und natürlich, dass die Politik vielleicht endlich wachgerüttelt wird. Ich habe manchmal das Gefühl, teilweise sind die so ignorant und bemerken gar nicht, was der Klimawandel eigentlich für Auswirkungen hat.

Auch in Delmenhorst ist der Klimaschutz immer wieder Thema. Habt ihr Ideen oder Anregungen, was man hier in der Stadt vielleicht ändern oder besser machen könnte?

Marc Wiedemann: Eine Möglichkeit hier wäre etwa, den Autoverkehr in der Stadt einzuschränken oder zu begrenzen.

Alena Wefer: Außerdem könnte man den Öffentlichen Nahverkehr ausbauen oder, wie jetzt in Berlin, Tickets günstiger oder für Schüler sogar umsonst anbieten. Man könnte auch noch mehr Bienengärten in der Stadt anlegen.

Was kann man als Privatperson denn unternehmen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?

Marc Wiedemann: Es hilft schon, kein Gemüse zu kaufen, das in Plastik verpackt ist. Oder eben kein Fleisch zu essen.

Alena Wefer: Jeder kann etwas ändern. Der eine verzichtet dann vielleicht auf Fleisch, der andere fliegt dafür  nie mit dem Flugzeug in den Urlaub. Es sind Kleinigkeiten, die aber letztlich zusammen auch etwas bewirken können. Man muss nicht unbedingt jeden Freitag auf die Straße gehen, sondern kann mit kleinen Aktionen etwas dazu beitragen.

Das Interview führte Esther Nöggerath.

Zur Person

Alena Wefer (17) und Marc Wiedemann (14) gehören der Fridays-For-Future-Bewegung in Delmenhorst an und wollen den Klimaschutz in der Stadt und darüber hinaus voranbringen. Den Streik am Freitag in der Stadt haben die beiden Schüler mitorganisiert. Alena Wefer geht derzeit auf das Gymnasium an der Willmsstraße, Marc Wiedemann ist auf der Delmenhorster Realschule.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...