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Borgward-Treffen in Falkenburg
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Heimspiel für die Arabellas

Jochen Brünner 20.06.2019 0 Kommentare

Nur noch wenig mehr als 100 Borgward-Arabellas rollen auf deutschen Straßen. Deshalb freuen sich die Organisatoren des Treffens Dieter Bohlmann (links) und Wolfgang Petter (rechts) gemeinsam mit den Campingplatz-Betreibern Rik Geiger und Rieke
Nur noch wenig mehr als 100 Borgward-Arabellas rollen auf deutschen Straßen. Deshalb freuen sich die Organisatoren des Treffens Dieter Bohlmann (links) und Wolfgang Petter (rechts) gemeinsam mit den Campingplatz-Betreibern Rik Geiger und Rieke Meiners, das 20 davon an diesem Wochenende am Falkensteinsee zu erleben sein werden. (fr)

Nur noch wenig mehr als 100 Fahrzeuge des Borgward-Modells „Arabella“ sind auf deutschen Straßen zugelassen, in ganz Europa sind es etwa 150. Etwa 20 davon sind an diesem Wochenende auf dem Campingplatz am Falkensteinsee zu bestaunen, wo die Arabella-Freunde-Deutschland erstmals zu Gast sind. Zwar reisen die Teilnehmer unter anderem aus Norwegen und Österreich an, zumindest für die Autos ist der diesjährige Treffpunkt aber zweifellos ein Heimspiel.

„Wir treffen uns jedes Jahr woanders“, sagt Wolfgang Petter aus Lemwerder, der das Programm für das Wochenende organisiert hat. Am Sonnabend sind unter anderem Ausfahrten zum Schuppen 1 in die Bremer Überseestadt sowie zum Oldtimer-Museum in Berne geplant. Am Sonnabend steht dann eine Spritztour in den Vareler Hafen auf dem Programm, wo die Borgward-Geschichte bei den Hansa-Werken ihren Anfang genommen hat. Ansonsten aber sind die Arabella-Freunde auf dem Campingplatz jederzeit ansprechbar. „Schon als wir am Mittwoch das Zelt aufgebaut haben, kamen die ersten Neugierigen“, berichtet Petter.

Das Borgward-Modell „Arabella“ lief im wesentlichen in den Jahren 1959 bis 1961 vom Band. „Doch auch nach der Insolvenz des Konzerns hat die Firma Siemens die Autos noch zwei Jahre lang weiter gebaut“, erklärt Gründungsmitglied Uwe Pawelski, der aus Karlsruhe zum Treffen in Falkenburg gekommen ist. „Das Design fasziniert noch heute“, sagt Pawelski. „Von dieser ausgeprägten Heckflosse hat Mercedes zur damaligen Zeit nur geträumt.“

Aber auch technisch sei die Arabella ihrer Zeit weit voraus gewesen: Mit Einzelradaufhängung, Vorderradantrieb, Sicherheitsglas, umklappbaren Sitzbänken, einer „richtigen“ Heizung, einer Rundum-Panorama-Sicht sowie einem geringen Sprit-Verbrauch habe Borgward zahlreiche Maßstäbe gesetzt, die im modernen Automobilbau längst Standard seien. Und der wassergekühlte Boxermotor habe sogar in kanadischen Schneeschlitten oder als Außenborder im Bootsbau Verwendung gefunden.

Allerdings werden der Arabella auch einige Übel nachgesagt, denen selbst eingefleischte Fans nicht widersprechen können. So seien Startverzögerungen durch mangelnde Benzinversorgung an der Tagesordnung, die Getriebe der älteren Baujahre ließen ihre Fahrer akustisch an der schweren Arbeit, die sie verrichten, teilhaben, und auch die Fahrgastzelle ist bei Regen mitunter nicht so dicht, wie man sich das wünschen würde.

Etwa zehn Jahre ist es her, dass Uwe Pawelski mit vier Mitstreitern an einem Stammtisch die „Arabella-Freunde“ gegründet hat. Inzwischen hat die Interessengemeinschaft etwa 50 Mitglieder, eines sogar in Neuseeland. Der Newsletter wird regelmäßig an etwa 300 Interessenten verschickt. „Unser Fokus ist auch, ganz gezielt junge Leute anzusprechen und ihnen Tipps zu geben, wie man Autos halten und pflegen kann. Die Ersatzteillage bezeichnet Petter als „vergleichsweise gut“.

Petter und Pawelski sind Liebhaber in der zweiten Generation: „Wir waren schon immer Borgwardianer“, sagt Wolfgang Petter, der inzwischen sieben Borgwards in seiner Halle in Lemwerder stehen hat. Noch während der Insolvenz 1961 habe sein Vater eine Isabella vom Band gekauft, und auch er habe einst mit der Isabella angefangen. Und Pawelski berichtet von seinem Vater, der beim Fasching nach einer durchzechten Nacht einem Freund eine Arabella für 200 Mark abgekauft habe. Während Petter das Schmuckstück eher gewählt bewegt, gibt es aber auch Mitglieder der Arabella-Freunde, die seit 60 Jahren das gleiche Auto fahren: „Ein Mitglied aus Berlin restauriert seit 40 Jahren das Auto, das er einmal als Neuwagen gekauft hat. Der ist damit bestimmt schon 500 000 Kilometer gefahren. Ich weiß gar nicht, den wievielten Motor der jetzt hat“, sinniert Uwe Pawelski.

Und wie bewerten die beiden Arabella-Fans die Neugründung des Unternehmens? „Als eingefleischter Borgwardianer geht einem das eher gegen den Kamm“, sagt Pawelski. „Die heutigen Fahrzeuge sind mit den technischen Innovationen der damaligen Zeit einfach nicht zu vergleichen.“


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...