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Kulturhof soll Mehrgenerationenhaus werden
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Hude plant „Wohnzimmer für alle“

Jacqueline Schultz 07.06.2019 0 Kommentare

Kulturhof-Leiterin Anja Peters befürwortet die Weiterentwicklung zum Mehrgenerationenhaus.
Kulturhof-Leiterin Anja Peters befürwortet die Weiterentwicklung zum Mehrgenerationenhaus. (INGO MOELLERS)

Aus dem Kulturhof Hude soll ein Mehrgenerationenhaus werden. Dabei bleibt es eine Begegnungsstätte mit offenen Angeboten für die unterschiedliche Altersgruppen. „Nicht gemeint ist ein Wohnhaus im klassischen Sinne“, betonte Kulturhof-Leiterin Anja Peters. Im jüngsten Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales stellte sie das Projekt den Fraktionen im Detail vor.

„In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Auflagen, die Mehrgenerationenhäuser erfüllen müssen, wesentlich geringer geworden sind“, stellte Peters fest. Im Mittelpunkt jeder Einrichtung steht ein „Offener Treff“. Dieser sei Caféstube, Erzählsalon, Spielzimmer, Treffpunkt der Generationen und Wohnzimmer für alle. Hinzu kommen nach Bedarfslage etwa Betreuungs-, Lern- und Kreativangebote für Kinder und Jugendliche, kulturelle Angebote, Beratungsleistungen, Unterstützung für Pflegebedürftige und deren Angehörige, Integrationsaktivitäten und vieles mehr. Einen unverzichtbaren Beitrag liefern in Mehrgenerationenhäusern auch ehrenamtliche Unterstützer, etwa als Leihgroßeltern, bei der Computer-Nachhilfe oder als Projektleiter.

Insgesamt orientiert sich das Angebot an den Bedarfen der Kommune vor Ort. Ziel ist es, Angebotslücken zu füllen, Dopplungen zu vermeiden und eine lebendige Vernetzung mit weiteren Akteuren zu betreiben und hierüber Synergien zu erzielen. „Im Grunde genommen machen wir im Kulturhof schon ganz viel von dem, was auch ein Mehrgenerationenhaus macht“, sagte Peters. „Bereits jetzt haben wir viele altersübergreifende Angebote, angefangen vom Kulturcafé über Fahrradwerkstatt, Fotografie bis hin zu Landkreisprojekten wie Café Kinderwagen und Café Bobbycar.“

Derzeit fördert das Bundesfamilienministerium Mehrgenerationenhäuser mit einem jährlichen Zuschuss von 30 000 Euro, gewährt über vier Jahre. Die nächste Förderperiode beginnt 2021. Ein Antrag müsste bis spätestens September 2020 gestellt werden. Gleichsam müssen sowohl der Landkreis als auch die Gemeinde jeweils 5000 Euro aus kommunalen Mitteln zusteuern. Nach Ablauf der vierjährigen Förderperiode muss das Mehrgenerationenhaus neu beantragt werden. „Häufig ist dies mit aktualisierten Auflagen verbunden“, informiert Peters. Sie selbst kenne Häuser, die seit über 14 Jahren die Förderung erhalten.

Zahl jugendlicher Besucher rückläufig

„Wir sind im Grunde genommen wesentlich weiter als andere Gemeinden, weil meine Vorgängerin schon erkannt hat, dass eine Umstrukturierung erfolgen muss, um dem Haus mehr Leben einzuhauchen“, erklärte die Kulturhof-Leiterin. Zurzeit werde die Einrichtung immer noch in erster Linie als Jugendzentrum wahrgenommen und nicht so sehr als Begegnungsstätte. Dabei habe sich gezeigt, dass die Zahl der nicht-jugendlichen Besucher in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden sei. Pro Woche registriert der Kulturhof rund 400 Besucher, davon sind nur etwa 15 Prozent Jugendliche, die den offenen Bereich nutzen.  „50 bis 100 Jugendliche am Tag – die gibt es einfach nicht mehr. Heute hat diese Gruppe ein ganz anderes Freizeitverhalten“, schilderte Peters die Entwicklung.

So sei der Kulturhof ein „bunter Gemischtwarenladen – wir machen von allem irgendwie etwas“ – aber der professionelle Austausch fehle: Die gesellschaftlichen Ströme registriert Peters nach eigenen Worten zwar im Raum Hude, aber darüber hinaus eben nicht. Deshalb sei es nun ein logischer Schritt, „weiter zu gehen“, betonte sie und sprach auch von einem „persönlichen Mehrwert, sich mit anderen Mehrgenerationenhäusern auszutauschen. Diese Netzwerkarbeit fehlt mir im Augenblick.“

Um die Förderung des Bundesministeriums zu erhalten, muss der offene Treff mindestens 20 Stunden pro Woche geöffnet sein. Weiterhin müsste das Angebot mit ehrenamtlichen Kräften ausgebaut werden. Gleichzeitig müssen die Besucher zumindest einen Teil des Haus barrierefrei erreichen können. Eine weitere Voraussetzung ist der Zugang zum kostenlosen WLAN-Netz.  Auch für das Team des Kulturhofs würde sich mit der Umwandlung einiges ändern: So kämen auf die Mitarbeiter weitere Koordinations- und Verwaltungsaufgaben zu. Das mache laut Peters auch eine Aufstockung des Personals erforderlich. „Diese könnte aber von den 30 000 Euro Förderung bezahlt werden.“

Größere Umbaumaßnahmen wären bei einer Umwandlung nicht erforderlich. „Es ist auch möglich, ein Mehrgenerationenhaus nicht mit der vollen Fläche zu beantragen“, sagte Peters. So könne ausschließlich die untere Etage mit Studio, Saal, Werkstatt, Küche und Außengelände dem neuen Zweck gewidmet werden. Sanierungsbedarf im Kulturhof bestehe aber sehr wohl.

FDP-Ratsfrau Marlies Pape begrüßte das Vorhaben, mahnte aber gleichzeitig an, „darüber nicht nur Fördermittel abgreifen zu wollen“, sondern das Projekt dauerhaft in der Gemeinde zu etablieren. „Selbst wenn die Gelder einmal wegfallen, darf das Mehrgenerationenhaus kein Lippenbekenntnis sein.“ Dem pflichtete auch SPD-Ratsherr Jürgen Onken bei: „Begegnungsstätten dieser Art sind ein wichtiger Teil der kommunalen Kultur – unabhängig von einer Förderung.“ Auch Grünen-Ratsherr Michael Grashorn begrüßte das Vorhaben, forderte im Vorfeld aber „eine detaillierte Bedarfsanalyse“.

Die Verwaltung soll nun die Voraussetzungen prüfen, unter denen der Kulturhof in ein Mehrgenerationenhaus umgewandelt werden kann. Gleichzeitig sollen etwaige Fördermöglichkeiten erarbeitet werden. Dies beschloss der Ausschuss mit 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Peters regte an, im Oktober noch einmal die Netzwerk-Koordinatorin Ute Müller einzuladen, um einen detaillierten Einblick in de Arbeit von Mehrgenerationenhäusern zu geben.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...