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Sachstand Randgraben
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Kein Bedarf für Pumpwerk

Esther Nöggerath 22.05.2019 0 Kommentare

Der Randgraben im Stadtnorden läuft oftmals mit Wasser voll. Bedenken deswegen gibt es aus Sicht der Behörden jedoch nicht.
Der Randgraben im Stadtnorden läuft oftmals mit Wasser voll. Bedenken deswegen gibt es aus Sicht der Behörden jedoch nicht. (Janina Rahn)

Für den Randgraben im Delmenhorster Stadtnorden soll es kein neues Pumpwerk geben. Jedenfalls, wenn es nach den zuständigen Institutionen geht. Das geht aus der Vorlage „Sachstand Pumpwerk Randgraben“ hervor, die in der kommenden Woche im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Gewässerschutz (17 Uhr, Großer Sitzungssaal im Rathaus) thematisiert wird. Weder die Stadt Delmenhorst sowie die Gemeinde Ganderkesee noch der Ochtumverband und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sehen dafür einen Bedarf.

In der Bevölkerung sieht das anders aus. Anlieger befürchten Überschwemmungen, insbesondere durch das neue Baugebiet „Am Heidkamp“, das dort entstehen soll. Auch die Politik teilt jedenfalls zum Teil diese Bedenken, daher hatte der Delmenhorster Stadtrat Ende vergangenen Jahres beschlossen, den Ochtumverband mit dem Bau eines solchen Pumpwerks für den Randgraben im Bereich der Hasberger Brake zu beauftragen. Hinsichtlich der Planungen und Kosten sollte die von einem Bürger vorgelegte Machbarkeitsstudie geprüft, sowie mögliche Fördermittel und eine Kostenbeteiligung durch die Gemeinde Ganderkesee geprüft werden.

Denn in den Randgraben wird nicht nur Wasser aus dem Stadtgebiet, sondern auch von Gemeindeseite aus eingespeist. Doch die sieht auch weiterhin keinen Bedarf für ein Pumpwerk und will sich entsprechend an keinen Kosten beteiligen. Wie viel Wasser genau von welcher Seite aus kommt, war eine der Fragen, die Annette Kolley in einem Antrag für die SPD- gemeinsam mit der CDU-Ortsratsfraktion in Hasbergen gestellt hatte. Eine solche Berechnung der Wassermengen ist jedoch in dem aktuellen Sachstand nicht verzeichnet.

Die vorgelegte Machbarkeitsstudie ist laut Verwaltung eher ein Grobkonzept. So wäre laut Ochtumverband bei einem Pumpwerk etwa die vierfache Pumpenleistung als darin angegeben erforderlich, was die genannten Kosten von rund 740 000 Euro erheblich erhöhen dürfte. Weitere Aussagen des Konzeptes konnten nicht geprüft werden, dafür müsste laut Verwaltung tatsächlich ein externes Gutachterbüro damit beauftragt werden, eine tatsächliche Machbarkeitsstudie anzufertigen.

Geringe Aussicht auf Fördermittel

Die Aussicht auf Fördermittel für den Bau eines solchen Pumpwerkes sind offenbar auch eher gering. Das macht das NLWKN in einem Schreiben an die Delmenhorster Stadtverwaltung deutlich. Demnach würde das Vorhaben nicht die erforderliche Mindestpunktzahl für eine Aufnahme in das niedersächsische Förderprogramm erreichen. Das „Schadenspotential“ sei „als gering einzustufen und die Nutzen/Kosten-Relation für den Bau eines Schöpfwerkes als gering einzuschätzen“, heißt es seitens des NLWKN.

Auch der Ochtumverband ist der Meinung, dass „die Notwendigkeit zur Herstellung und den Betrieb eines Schöpfwerkes“ im Randgraben „derzeit nicht gegeben ist“. Beide Institutionen beziehen sich dabei auch auf das ausgewiesene Überschwemmungsgebiet in dem Bereich. Bereits Anfang vergangenen Jahres hatte die Stadt ein vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erarbeitetes Überschwemmungsgebiet festgesetzt. Dieses würde bei extremen Überschwemmungen, wie etwa zum Jahrhunderthochwasser 1998, überflutet werden. Ein Ereignis, das – wie der Name schon sagt – jedoch eher selten, statistisch nur einmal in 100 Jahren vorkommt.

Nach den vorliegenden Informationen seien „Wohngebäude oder vergleichbare schützenswerte Objekte in dem Bereich Hasbergen durch ein derartiges Hochwasser nicht betroffen“, schreibt das NLWKN. Und auch der Ochtumverband betont: „Die im Bereich des Randgrabens ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete im Zuständigkeitsbereich der Stadt Delmenhorst ragen an einzelne Wohngebäude heran, letztendlich werden aber keine Überflutungen der eigentlichen Wohnbebauung aufgezeigt.“ Im Bereich der Gemeinde Ganderkesee beziehungsweise des Landkreises Oldenburg seien die Abstände zwischen Überschwemmungsgebiet und Wohnbebauung größer, jedoch würden dort Probleme mit erhöhten Grundwasserständen bei großen Niederschlagsereignissen vorliegen, die „offensichtlich vereinzelt für nasse oder feuchte Kellerräume in der Wohnbebauung sorgen.“ Kellerabdichtungen seien jedoch ausschließlich Sache der jeweiligen Grundeigentümer. „Ob ein Schöpfwerk für den Randgraben einen maßgebenden Einfluss auf die Grundwasserstände haben könnte, ist ohnehin nicht klar und wäre gegebenenfalls zu prüfen“, so der Ochtumverband.

Das Thema Randgraben war auch im Frühjahr diesen Jahres vermehrt wieder aufgeploppt, als es im Vorfeld des Baus eines Stauraumkanals an der Friedensstraße zu Protesten der Anwohner gekommen war, die durch die Maßnahme vermehrt Überschwemmungen befürchteten. Tatsächlich soll dies aber durch den Stauraumkanal eben verhindert werden, weil mehr Wasser über das Kanalsystem abfließen kann. Auch die Gräben und Seen, in die das Regenwasser eingeleitet wird, sollen dadurch entlastet werden.


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