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Elektromobilität in Delmenhorst
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Langsam in Gang

Andreas D. Becker 10.06.2019 0 Kommentare

2011 gab es seitens der Verwaltung bereits Überlegungen für Ladesäulen auf dem Hans-Böckler-Platz. Damals bremste die Politik.
2011 gab es seitens der Verwaltung bereits Überlegungen für Ladesäulen auf dem Hans-Böckler-Platz. Damals bremste die Politik. (Möllers)

Delmenhorst. Das Elektromobilitätskonzept der Stadt lässt weiter auf sich warten. Eigentlich sollte es Ende Juni fertig sein. Doch es wird sich verzögern. „Ende 2018 zeichnete sich jedoch ab, dass dieser Termin aus verschiedenen Gründen nicht zu halten sein würde“, erläutert die Verwaltung in einer Mitteilungsvorlage für den Planungs- und Verkehrsausschuss, der an diesem Mittwoch wieder zusammenkommt. Die Verwaltung geht aktuell davon aus, dass das Konzept erst Ende Oktober vom Rat beschlossen werden kann. Welche Gründe genau die Verzögerung verursacht haben, wird in der Vorlage allerdings nicht ausgeführt. Ein Grund dürfte aber sein, dass es die Verwaltung im Zuge der Krankenhausrettung für unerlässlich hielt, die Stelle des Klimaschutzmanagers zu streichen. Sie meinte damals, die dort anfallenden Arbeiten könnten die jeweiligen Fachdienste en passant miterledigen. Ein entsprechender Antrag der Stadt, die bis zum 30. Juni dieses Jahres laufende finanzielle Förderung für dieses Projekt zu verlängern, wurde laut Verwaltung aber genehmigt.

Was nun genau in Delmenhorst geschehen soll, um die Mobilität zukunftsfit zu machen, ist auch weiterhin nicht klar, ein entsprechender „Maßnahmensteckbrief“ soll spätestens Anfang September 2019 vom Planungsbüro Planersocietät vorgelegt werden. Bis jetzt gibt es lediglich ein eher theoretisches Konzept, in dem drei Zielfelder definiert wurden: individuelle Ansprüche bedienen, Bewusstsein schaffen und Vorbild sein. In einem Workshop am 19. März im Rathaus – der Ursprungstermin hierfür war eigentlich im November 2018 –, an dem Politik, Stadtwerke, EWE und andere wichtige Akteure für die Verkehrsentwicklung teilnahmen, sollte ein erster Zielentwurf diskutiert und entsprechend weiterentwickelt werden.


Bewusstsein schaffen:
Wichtig scheint mit Blick auf die bislang wenig verfügbare und entsprechend wenig verbreitete Technologie, sie bekannter zu machen und die Vorteile zu preisen. Der Verwaltung soll dabei die Rolle zukommen, die Vorteile der Elektromobilität nach außen zu kommunizieren. Zudem sollten in der Stadtplanung die Bedürfnisse von E-Mobilität jetzt schon mitgedacht werden. Die Planersocietät sieht da vor allem einen Punkt als wesentlich an, um E-Mobilität zu fördern: Sie muss schlicht erlebbarer werden.


Vorbild sein:
Zu diesem Punkt gibt es bereits recht konkrete Vorstellungen aus den Workshops: Die Stadtverwaltung muss eine aktive Vorreiterrolle einnehmen, unter anderem durch die Umstellung der Verwaltungsflotte auf Elektrofahrzeuge. Zudem sollte darüber nachgedacht werden, dass die Stadt Anreizsysteme in Form von Leasing-Angeboten schafft. „Neben der Nutzung eigener Fahrzeuge wurde in diesem Kontext auch die perspektivische Nutzung eines betrieblich genutzten Carsharing-Angebotes mit E-Fahrzeugen als wichtiges Element der Vorbildfunktion der Stadt genannt“, schreibt die Planersocietät.

In diesem Zusammenhang wurde allerdings auch darauf hingewiesen, dass es nicht allein ausreicht, dass immer mehr elektrisch betriebene Fahrzeuge durch die Stadt rollen – die Planer rechnen auf Basis verschiedener Hochrechnungsmodelle damit, dass es 2030 maximal 6000 E-Fahrzeuge von knapp 45 000 Personenkraftwagen in der Stadt sein werden. Vielmehr sollten auch andere Fortbewegungsformen gefördert werden, es sollen weitere Anreize vor allem für Pendler geschaffen werden, auf den Öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen. Ein wesentlicher Aspekt der Verkehrswende soll ja sein, Verkehrsmengen zu reduzieren, es geht also nicht ausschließlich um die Vermeidung von Kohlendioxid- und Feinstaub-Emissionen sowie eine Lärmreduzierung. Auch soll das Thema Fahrradfahren gefördert werden. Delmenhorst als Stadt der kurzen Wege ist dafür prädestiniert.


Individuelle Ansprüche bedienen:
Das große Thema, das die Debatte in diesem Bereich derzeit bestimmt, ist die Ladeinfrastruktur. Die ist bislang in der Stadt vergleichsweise bescheiden, allerdings sind aktuell wohl auch nur rund 40 E-Autos in Delmenhorst gemeldet. Das jedenfalls führte Ratsfrau Marianne Huismann (Grüne) aus, als die Politik beschloss, E-Autos kostenfreies Parken auf städtischen Parkplätzen zu genehmigen. Die Planersocietät geht davon aus, dass bis 2030 und gesetzt den Fall, dass dann 6000 E-Autos durch die Stadt rollen, 300 Ladesäulen benötigt werden. „Ein großer Teil des Wachstums soll dabei in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre stattfinden“, heißt es. In dem Workshop hieß es zudem, dass vielleicht Förderangebote geschaffen werden sollen, damit sich Menschen verstärkt E-Fahrzeuge anschaffen. Das bezog sich auch ausdrücklich auf Pedelecs und E-Bikes, um auf diese Weise eventuell auch zu erreichen, dass mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen.


Die nächste Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Verkehr beginnt am Mittwoch, 12. Juni, um 17 Uhr im Rathaus.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?