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Mechthild Harders-Opolka
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Neue SPD-Vorsitzende in Delmenhorst gewählt

Andreas D. Becker 15.09.2019 0 Kommentare

Beim Unterbezirksparteitag der SPD wurde ein neues Führungstrio gewählt (von links): Lars Konukiewitz (stellvertretender Vorsitzender), Mechthild Harders-Opolka (Vorsitzende), Adrian Mende (stellvertretender Vorsitzender).
Beim Unterbezirksparteitag der SPD wurde ein neues Führungstrio gewählt (von links): Lars Konukiewitz (stellvertretender Vorsitzender), Mechthild Harders-Opolka (Vorsitzende), Adrian Mende (stellvertretender Vorsitzender). (Martina I. Meyer)

Der Tag der Abrechnung wurde es nicht. Auch wenn der Landtagsabgeordnete Deniz Kurku versuchte, seine Partei zur Räson zu rufen. Auch wenn es aufschlussreich war, bei den Danksagungen genau zuzuhören. Auch wenn Margret Hantke empört den Tisch ihres Ortsvereins verließ. Auch wenn die neue Vorsitzende nur 72 Prozent der Stimmen erhielt. Die Risse in der Delmenhorster SPD waren beim Unterbezirksparteitag am Sonnabend nicht ganz so offensichtlich, wie vielleicht zu erwarten, zu sehen, aber sie sind weiterhin vorhanden. Es wird keine leichte Aufgabe für die neue Vorsitzende der Delmenhorster Sozialdemokraten Mechthild Harders-Opolka, die Partei auf Kurs für das Superwahljahr 2021 zu bringen.

„Unsere SPD braucht einen Neuanfang“, appellierte sie noch als designierte Vorsitzende vor ihrer Wahl an die 59 Delegierten. Mechthild Harders-Opolka, 2006 in die Partei eingetreten, in den 13 Jahren bereits Vorsitzende des Ortsvereins Deichhorst-Stadtmitte und aktuell in Hasport-Annenheide, versprach, auch in Zukunft mit allen Mitgliedern auf Augenhöhe zu diskutieren. „Das waren immer sehr anregende Debatten. Und die Aufgaben, die vor uns liegen, sind gewaltig“, sagte sie. Das bezog sie nicht auf die Partei, sondern auf die Aufgaben, vor denen Delmenhorst steht. „Aber mit einem konstruktiv arbeitenden Vorstand ist das möglich“, betonte sie. „Konstruktiv“ war dabei das Wort der Stunde, es soll die Partei davor bewahren, in der Öffentlichkeit weiterhin als zerstrittener Haufen wahrgenommen zu werden.

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„Das Bild der SPD in der Öffentlichkeit ist nicht das einer Partei des sozialen Friedens.“ 72,4 Prozent der Stimmen erhielt Mechthild Harders-Opolka von den Delegierten. Ein Vertrauensvorschuss der Partei, das ihr der Neustart zugetraut wird, dürfte anders aussehen. Wie das Ergebnis der Vorsitzenden einzuschätzen ist, lässt sich auch ein wenig an den Resultaten ihrer beiden Stellvertreter Adrian Mende (82,5 Prozent) und Lars Konukiewitz (86 Prozent) ablesen. Doch auch in dem Fall zählen die Zahlen am Ende wenig, es ist jetzt ein wenig wie beim Fußball: Die Wahrheit liegt auf dem Platz.

Zeit für einen Appell

Dass der Zustand der Partei nicht gut ist, zeigte sich auch an Deniz Kurku, der als Landtagsabgeordneter ein Grußwort sprechen sollte. „Es ist wohl eher Zeit für einen Appell“, begann er. „Es tut weh – wie der Umgang zwischen uns, zumindest in Teilen, gepflegt wurde“, sagte er. „Was mir wirklich nicht schmeckt, ist der Ton der Diskussion auch im Netz. Das ist der Sache nicht dienlich, das können wir uns nicht mehr leisten. Einigen scheint etwas abhandengekommen zu sein: die Fähigkeit zum Kompromiss.“ Er richtete sich damit an die „Altvorderen“. Was nach dem internen Sprachgebrauch der SPD vor allem Harald Groth und Roswitha Ahrens-Groth meint, so nannte Oberbürgermeister Axel Jahnz die beiden in der Whats-App-Gruppe „Deppenretter“. Kurku wollte den Begriff aber weiter gefasst verstanden wissen: Altvordere seien die, die schon lange dabei sind, auch er. Und er mahnte, dass es auch in SPD-Hochburgen wie Delmenhorst keine Selbstverständlichkeit mehr sei, Wahlen zu gewinnen, das habe Emden allen vor Augen geführt. Zumindest wenn die Partei sich so wie zuletzt präsentiere. „Man kann sich übrigens auch mal entschuldigen und sagen: Ich habe vielleicht überreizt.“

Überreizung ist auch ein gutes Stichwort, um die Stimmung im Ortsverein Deichhorst zu umschreiben. An dem Tisch kam es zum Streit, als es um einen Antrag der Jusos ging: „Gendergerechte Sprache“. Ratsfrau Margret Hantke titulierte das sinngemäß als „Schwachsinn“, was ihr Gegenwind einbrachte. Schließlich wurde sie laut, beklagte sich, „wie ich von euch belästigt werde“, verließ dann zwar nicht wie angekündigt die Versammlung, sondern nur den Tisch ihres Ortsvereins und setzte sich zu den Bungerhofern. Dass das Verhältnis zwischen ihr und dem Ehepaar Groth nicht nur ein schwieriges ist, gilt als offenes Geheimnis. Mit 25 Nein- bei 24-Ja-Stimmen lehnte die Partei den Antrag übrigens ab, was von daher interessant ist, weil die Bundespartei als Leitfaden ausgegeben hat, eine „geschlechtergerechte Sprache“ zu verwenden, dass das sogenannte Gendern mehr als eine Stilfrage sei.

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Auffällig war auch, dass Oberbürgermeister Axel Jahnz in seinem Grußwort sagte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Ratsvorsitzenden Gabi Baumgart und dem neuen Bürgermeister Enno Konukiewitz freue. An die von beiden Ämtern zurückgetretene Antje Beilemann richtete er aber nicht einmal pro Forma ein Dankeswort. Bettina Oestermann, Vorsitzende der Stadtratsfraktion, dankte Antje Beilemann für ihre Arbeit, setzte aber auch ihre Spitzen, als sie Hasan Bicerek, der den Parteivorsitz im Juli kommissarisch übernahm, ganz besonders für seinen freundlichen Umgang mit der Fraktion dankte. Etwas, was sie bei der Anfang Juli ebenfalls zurückgetretenen Parteivorsitzenden Petra Behlmer-Elster offensichtlich vermisst hatte. Dass Jahnz dann übrigens nachträglich seinen Dank an Antje Beilemann über den die Sitzung leitenden Alexander Mittag ausrichten ließ, machte die Sache eher nicht besser.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...