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Namhafte Organisten in Ganderkesee
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Orgel-Koryphäen in St. Cyprian

Jochen Brünner 28.04.2019 0 Kommentare

Léon Berben.
Léon Berben. (Lutz Voigtländer)

Ganderkesee. Nach den erfolgreichen Schnitger-Tagen im April bestimmt das Format „Die Stunde der Orgel“ das musikalische Geschehen im Mai in der St.-Cyprian-und-Cornelius-Kirche. Am 8. und am 22. Mai, beides mittwochs, werden die renommierten Organisten Léon Berben (Köln) und Ansgar Schlei (Wesel) die Arp-Schnitger-Orgel zum Klingen bringen. Angeschlossen an das erste Konzert ist zudem ein Meisterkurs in Ganderkesee und Wiefelstede, in dem Berben auf Initiative von Kreiskantor Thorsten Ahlrichs sieben ambitionierte Nachwuchs-Organisten unterrichtet.

Am 8. Mai um 20 Uhr spielt der Orgel-Professor aus Köln dann das Abschlusskonzert mit Werken von Dieterich Buxtehude, Jan Pieterszoon Sweelinck, Jacob Praetorius und anderen. „Léon Berben darf am Cembalo und an der Orgel als Meister seines Fachs gelten. Darüber hinaus weisen ihn umfassende Kenntnisse in Musikgeschichte und historischer Aufführungspraxis als einen der führenden Köpfe seiner Generation der Alten-Musik-Szene aus“, erklärt Ahlrichs. Das Repertoire des gebürtigen Niederländers umfasst „Clavierwerke“ zwischen 1550 und 1790. 

Berben wurde 1970 in Heerlen geboren. Orgel und Cembalo studierte er in Amsterdam und Den Haag als letzter Schüler von Gustav Leonhardt wie auch bei Rienk Jiskoot, Ton Koopman und Tini Mathot. Er ist als Titular-Organist der historischen Orgel der St.-Andreas-Kirche in Ostönnen verbunden. Sie geht zurück auf das Jahr 1425 und gilt nach dem derzeitigen Forschungsstand als eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt. In dieser Funktion betreut Berben auch die dortige Konzertreihe mit.

Am Mittwoch, 22. Mai, um 20 Uhr setzt sich die Reihe „Stunde der Orgel“ mit einem Konzert mit Ansgar Schlei fort. Der Kirchenmusiker aus dem Willibrordi-Dom in Wesel spielt Werke von Samuel Scheidt, Vincent Lübeck, Matthias Weckmann, Johann Staden und Heinrich Scheidemann. Schlei studierte evangelische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, wo er sein Kirchenmusik-A-Examen im Fach Künstlerisches Orgelspiel mit Auszeichnung ablegte. Ergänzende Orgelstudien absolvierte er bei Bine Katrine Bryndorf, Carlo Hommel, Ton Koopman, Michael Radulescu, Reinhold Richter und Harald Vogel. Außerdem studierte er Jura in Göttingen, Hagen und Köln.

2006 folgte Ansgar Schlei dem Ruf an den Willibrordi-Dom, wo er seitdem als Kantor tätig ist. Darüber hinaus ist er Kreiskantor im Kirchenkreis Wesel der evangelischen Kirche im Rheinland. In dieser Funktion ist er zudem Leiter eines Ausbildungskurses für nebenamtliche Kirchenmusiker in der Region Niederrhein. Er ist zugleich Mitglied im Prüfungsausschuss Kirchenmusik der evangelischen Kirche im Rheinland. „Seine umfangreiche Konzerttätigkeit führt ihn regelmäßig durch ganz Deutschland und ins benachbarte Ausland. Das Repertoire reicht dabei von Werken der Renaissance bis in die Gegenwart, wobei ein besonderer Schwerpunkt in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts liegt“, kündigt Ahlrichs an.
In den vergangenen Jahren führte Ansgar Schlei das gesamte Orgelwerk Dieterich Buxtehudes auf, ebenso erfolgten Gesamtaufführungen der Orgelwerke von Vincent Lübeck, Nicolaus Bruhns, Johann Ludwig Krebs, Felix Mendelssohn Bartholdy und Alexandre Guilmant. Die Tickets für beide Konzerte kosten jeweils zehn Euro an der Abendkasse.

Der musikalische Mai in St. Cyprian beginnt aber bereits am Freitag, 3. Mai, um 16 Uhr mit einem weiteren 30-minütigen Kurzkonzert. Diesmal wird Hausorganist Thorsten Ahlrichs höchstselbst an den Tasten Platz nehmen. Spielen wird er die Variationen über das Lied „Die lieblichen Blicke“ von Matthias Weckmann, des Komponisten, dessen Werke in allen Kurzkonzerten dieses Jahres zu hören sind. Außerdem überträgt Ahlrichs das „Italienische Konzert“ von Johann Sebastian Bach auf die Orgel und spielt zum Schluss Variationen von Heinrich Scheidemann über die „Englische Mascarata“.

„Das Konzert steht unter dem Motto: ‚Für das Cembalo‘“, erklärt der Kreiskantor. „Die drei Werke sind allesamt aus der Literatur für das Cembalo entnommen. Bach selber bezeichnet den zweiten Teil der Klavierübungen, aus dem das Italienische Konzert entnommen ist, explizit mit der Anweisung: für ein Cembalo mit zwei Manualen.“ Die Kollekte, die an dem Tag im Konzert erbeten wird, wird dann auch komplett der Restaurierung des Hill-Cembalos zugute kommen, die bereits am Dienstag nach Ostern begonnen hat. Der aktuelle Spendenstand beläuft sich auf etwas über 3500 Euro. Benötigt werden noch weitere 6500 Euro.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...