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Programm für Frauen in Politik
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Vom Mentee zum Mentor

Esther Nöggerath 13.05.2019 0 Kommentare

Frauke Wöhler (rechts) ist selbst über das Programm in die Politik gekommen. Jetzt stellt sie sich als Mentorin zur Verfügung und betreut unter anderem Bianca Kröger, die als Neuling in die Politik gehen will.
Frauke Wöhler (rechts) ist selbst über das Programm in die Politik gekommen. Jetzt stellt sie sich als Mentorin zur Verfügung und betreut unter anderem Bianca Kröger, die als Neuling in die Politik gehen will. (INGO MÖLLERS)

Eigentlich hatte Frauke Wöhler nie etwas mit Politik zu tun. Jedenfalls vor 2011. In dem Jahr fing sie einen neuen Job an, im Büro der damaligen Landtagsabgeordneten Annette Schwarz. „Vorher hatte ich keine Berührungspunkte mit Politik“, erzählt Wöhler. Durch ihre Arbeit dort kam sie erstmals in Kontakt mit dem Thema, trat in die CDU ein und ging interessiert auch mal zu Sitzungen. Die Entscheidung, sich wirklich aktiv in der Politik einzubringen, kam aber erst später. Als Mutter stellte sie einen Antrag zur Verlegung eines Zebrastreifens an der Knister-Grundschule. „Ein Jahr lang ist nichts passiert“, sagt sie. Schließlich habe sie sich an ihren Parteikollegen Michael Adam gewandt, der einen neuen Antrag dazu einreichte. Und drei Monate später war das Ganze umgesetzt. „Das war für mich das ausschlaggebende Schlüsselerlebnis“, sagt sie.

Wöhler wandte sich erneut an Adam und bat ihn, sich zusammen mit ihr für das Mentoring-Programm „Frau. Macht. Demokratie“ des Landes Niedersachsen anzumelden. Sie durchlief das Programm, kandidierte anschließend bei der nächsten Wahl und sitzt nun bereits seit November 2016 im Stadtrat. Nun startet das Mentoring-Programm in eine neue Runde. Und Frauke Wöhler ist wieder mit dabei – allerdings dieses Mal als Mentorin, die gleich zwei politische Neulinge auf ihrem Weg in die Politik begleiten wird.

Eine von ihnen ist Bianca Kröger, die mit Frauke Wöhler befreundet ist und so deren Geschichte natürlich auch mitverfolgt hat. „Ansonsten hatte ich vorher noch gar nichts mit Politik zu tun“, erzählt die 42-Jährige, die zusammen mit ihrem Mann einen Großhandel für Bestattungsartikel in Delmenhorst führt. Auch sie hatte ein Schlüsselerlebnis, das sie letztlich dazu bewog, den Schritt in die Politik wagen zu wollen. „Ich war im Winter mit unseren Kindern in der Stadt und habe da gesehen, wie ältere Menschen Flaschen gesammelt haben“, erzählt sie. Danach habe sie sich bei Wöhler furchtbar darüber aufgeregt, dass für ältere Leute zu wenig gemacht werde. Und die reagierte, wie sie es eigentlich immer bei ihren Freunden tut, wenn ihr jemand mit so etwas kommt: „Dann mach doch selbst was dagegen.“

Der Gedanke verfestigte sich im Kopf der 42-Jährigen, die schließlich auch ihrem Mann eröffnete, sie wolle in die Politik gehen. Und der reagierte durchweg positiv darauf, meinte, sie sei genau der Typ dafür. In der Firma sei man inzwischen auch personell so aufgestellt, dass Bianca Kröger für solche Sachen die Zeit einrichten kann. Also wandte sie sich schließlich an ihre Freundin, die ihr von dem Mentoring-Programm erzählte, für das sie sich dann beide gemeinsam bewarben. Neben Kröger betreut Wöhler auch noch Christina Naujoks in dem Programm.

Am 30. August startet das Programm nun und dauert dann bis 2020, sodass danach noch genug Zeit ist, um sich auf die nächsten Wahlen 2021 vorbereiten zu können. „Das Ziel ist ja letztlich auch, dass die Leute auch auf die Listen kommen“, sagt Wöhler, die es erschreckend findet, dass es überhaupt immer noch so wenig Frauen in der Politik gibt. „Ich denke, das Interesse ist schon da, aber es wird selten durchgesetzt“, erzählt die Ratsfrau. Ihr selbst sei es ähnlich ergangen, weil man oft beruflich und familiär stark ausgelastet sei. „Die Leute haben andere Prioritäten und irgendwann ist dann der Zug abgefahren“, bedauert Wöhler, die hofft, dass durch das Programm noch mehr Frauen den Mut dazu finden, in die Politik zu gehen. „Ich denke, das würde uns gut tun“, sagt sie. Auch, weil diese vielleicht doch auch noch mal einen anderen Blickwinkel auf die aktuellen Themen mitbringen würden.

Überzeugungskraft gefragt

Dass mit der Position im Stadtrat aber auch eine Menge Arbeit verbunden ist, dessen muss man sich dabei bewusst sein. „Zehn Stunden die Woche muss man schon einplanen“, schätzt Wöhler. Denn zu den Sitzungen kommen Vorbereitungszeit, Ortsbesuche oder Fraktionstreffen. „Man braucht oft auch viel Überzeugungskraft, weil jeder eine eigene Meinung hat und man irgendwie auf einen Konsens kommen muss. Aber es macht auch viel Spaß“, sagt sie über die Ratsarbeit.

Auch ihr Parteikollege Michael Adam macht beim neuen Mentoring-Programm wieder mit. Außerdem hat sich aus Delmenhorst Marianne Huismann von den Grünen als Mentorin zur Verfügung gestellt – die ebenfalls schon selbst als Mentee das Ganze durchlaufen hat.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?